Gladbecker stellt die 30 spektakulärsten Ultraläufe der Welt vor

Harald Bajohr aus Gladbeck läuft selber Ultraläufe und hat nun ein Buch mit den 30 spektakulärsten Rennen herausgebracht.
Harald Bajohr aus Gladbeck läuft selber Ultraläufe und hat nun ein Buch mit den 30 spektakulärsten Rennen herausgebracht.
Foto: Tom Tittmann
430 Meilen durch Alaska laufen – das ist schon etwas für ganz Verrückte. Solche Läufer und welche, die es weniger lang, aber genauso spektakulär mögen, werden in dem neuen Buch „Faszination Ultratrail“ von Harald Bajohr fündig.

Gladbeck.. Harald Bajohr läuft selbst seit 20 Jahren, seit zehn Jahren auch Strecken, die deutlich länger sind als die Marathondistanz. Nun hat der Gladbecker seine Leidenschaft zu Papier gebracht. Herausgekommen ist ein eindrucksvoller Bildband mit zahlreichen Informationen über die 30 imposantesten Ultraläufe der Welt.

Für was braucht man einen längeren Atem? Für einen 100 Kilometer langen Geländelauf oder für das Schreiben eines Buches?

Harald Bajohr: Ich bin schon einen Ultralauf gelaufen, der 330 Kilometer lang war und 24.000 Höhenmeter hatte. Dafür habe ich 145 Stunden gebraucht. An dem Buch habe ich mit allen Herausforderungen ein Jahr gearbeitet. Vielleicht benötigt man beim Laufen eines Ultratrails einen längeren Atem, beim Schreiben eines Buches jedoch mit Sicherheit die besseren Nerven.

Sie kennen sich auf dem Gebiet aus. Sie laufen selber Ultraläufe. Aber was gab den Ausschlag, eine Art Ratgeber zu schreiben?

Es war Zufall, der mich zu dem Buchprojekt gebracht hat. Die Idee, ein solches Buch herauszubringen, kam vom Verlag selber. Und über meine Kontakte zu einer Eventagentur, die selbst viele Laufveranstaltungen organisiert, fragte man mich, ob ich nicht Interesse hätte, das Buch zu schreiben. Ich war schlichtweg begeistert und empfand es wirklich als Ehre, dass man mir dieses Projekt anvertraute.

Für wen ist das Buch gedacht?

In erster Linie wendet sich das Buch natürlich an alle Menschen, die auf der Suche nach neuen Laufabenteuern abseits der bekannten Citymarathons sind und einfach Lust haben, neue Erfahrungen zu sammeln und die Komfortzone zu verlassen und die eigenen Grenzen zu überwinden. Mittlerweile habe ich auch positives Feedback von Menschen erhalten, die durch die Beschreibungen der Events neue Inspiration erfuhren. So würde ich sagen, das Buch wendet sich an alle, die einfach Spaß an einem schönen Buch haben, fremde Länder und die Natur lieben.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Läufe ausgewählt, die es ins Buch geschafft haben?

Die meisten Veranstaltungen bestechen durch ihre Schönheit, aber genauso durch eine perfekte Organisation. An Klassikern wie dem Ultra-Trail du Mont-Blanc (UTM) kommt man nicht vorbei. Dann war mir wichtig, das komplette Laufjahr abzudecken und das Laufen - von der Wüste bis zu den Bergen - auf den verschiedenen Kontinenten den Lesern näher zu bringen. Ambitionierte Läufer sollen genauso viel Raum zum Träumen bekommen wie Einsteiger und schließlich ist das Buch garniert mit einigen Geheimtipps.

Wie viele der vorgestellten Ultraläufe sind Sie selber gelaufen?

Ich selbst habe mittlerweile an mehr als der Hälfte der 30 beschriebenen Events teilgenommen. Die Informationen über die anderen Veranstaltungen oblagen der Recherche. Interviews mit anderen Läufern, Kontakt zu den Veranstaltern und zu Leuten, die auf ihren Reisen sich bereits ein Bild von Land und Leuten gemacht hatten, komplettierten mein Bild der Orte, die ich bislang nicht persönlich besuchen durfte.

Welchen Lauf aus Ihrem Buch möchten Sie unbedingt noch laufen?

Eine schwere Frage. Ganz oben auf meiner Favoritenliste stehen natürlich der Hurt 100 auf Hawaii, der The North Face Australia oder der Tarawera in Neuseeland. Aber dazu wird mir wahrscheinlich das nötige Kleingeld fehlen. Fest geplant für nächstes ist ein neuer Event: Der Alpen X, eine nonstop Alpenüberquerung für Trailrunner über 160 Kilometer.

Gibt es einen Ultralauf, der sich besonders für Einsteiger eignet?

Für Einsteiger eignen sich meiner Meinung nach am ehesten der Salomon Zugspitz Ultratrail, weil dort verschiedene Streckenlängen angeboten werden, oder der Allgäu Panorama Ultramarathon. Hier können Ultratrail-Einsteiger eine wunderbare Lauferfahrung sammeln und sollte bei Kilometer 50 die Puste ausgehen, kann man das Rennen vorzeitig beenden und bekommt trotzdem noch etwas für sein Geld.

Und für welchen muss man mit Abstand am verrücktesten sein?

Das Montane Spine Race, der Yukon Arctic Ultra (beide bis zu 430 Kilometer) oder der Tor des Geants (330 Kilometer) zählen in der Auswahl des Buches sicherlich zu den unvorstellbarsten Abenteuern, die man erleben kann. Doch ein gewisses Maß an Abenteuerlust muss man natürlich grundsätzlich schon im Blut haben, um an einem der 30 beschriebenen Rennen teilnehmen zu wollen.

Bajohr, Harald: Faszination Ultratrail, Bruckmann Verlag, 168 Seiten, ISBN 978-3-7654-8990-7, 29,99 Euro

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