Der Nike Free bringt Spaß und Arbeit für die Füße

Sina Heilmann
Der Nike Free ist bekannt für seine auffällige weiße Sohle. Durch die Kerben ist die Sohle sehr biegsam und flexibel.
Der Nike Free ist bekannt für seine auffällige weiße Sohle. Durch die Kerben ist die Sohle sehr biegsam und flexibel.

Essen. Wenn es bei Laufschuhen einen Klassiker in der Kategorie „Weniger ist mehr“ gibt, dann ist es der Nike Free. Seit 2004 ist der Trainingsschuh auf dem Markt und wird regelmäßig neu aufgelegt, auch 2011. Einen normalen Laufschuh kann er aber nicht ersetzen.

Vor sechs Jahren brachte Nike zum ersten Mal den Nike Free auf den Markt. Mittlerweile ist der auffällige Trainingsschuh mit der weißen Sohle zu einem festen Bestandteil der Läufer-Szene geworden. Regelmäßig kommt er in neuen Farben, neuen Versionen und unterschiedlichen Stärken auf den Markt. So auch in diesem Frühjahr. Neben dem neuen Modell – dem Nike Free Run+ 2 - ist auch ein alter Klassiker wieder dabei: der Nike Free 3.0. Doch steht dahinter noch eine wirkliche Innovation oder lediglich ein Lifestyle-Produkt?

Die Sohle lässt sich in alle Richtungen drehen und biegen

Der Nike Free 3.0 ist das minimalistischste Modell der Kollektion. Das macht schon die Sohle deutlich, die noch dünner ist als beim Run+2. Die flexible Sohle mit den tiefen Kerben lässt sich drehen, biegen und fast vollständig zusammenklappen. Ein Nachteil: In den Kerben fangen sich zahlreiche Steine, die regelmäßig herausgepult werden müssen.

Dass der Nike Free 3.0 kein normaler Laufschuh ist, zeigt sich schon im verpackten Zustand: Der Karton ist so leicht, dass Zweifel aufkommen, ob darin wirklich ein Paar Laufschuhe liegen soll. Nur 170 Gramm wiegt beispielsweise das Damenmodell in Größe 38. Auch in Größe 44,5 wiegt der Schuh in der Hand kaum etwas.

Der Fuß muss arbeiten

Das Anziehen des Schuhs gleicht dem Anziehen eines Strumpfs. Das liegt unter anderem an der Lasche, die es eigentlich nicht gibt. Diese ist mit dem Außenmaterial des Schuhs verbunden. Aber auch das netzartige Obermaterial, das komplett nahtlos ist und daher wenig Möglichkeiten für Reibung und Druckstellen bietet, gleicht einer Socke.

Die Sohle unter dem Vorderfuß ist so dünn, dass man beim Stehen leicht nach vorne kippt. Sie lässt den Läufer jede Unebenheit des Waldbodens spüren. Schmerzhaft ist das jedoch nicht. Der Laufstil verändert sich mit dem Free 3.0 spürbar: Der Fuß muss arbeiten. Nach den ersten Läufen melden sich am nächsten Tag die Muskeln in den Füßen und Waden.

Für Anfänger nur bedingt geeignet

Fazit: Der Nike Free 3.0 ist ohne Zweifel ein schöner Zusatzschuh. Das Laufen mit dem Leichtgewicht macht Spaß und ähnelt durchaus dem wirklichen Barfußlaufen. Wer also keine Möglichkeit hat, ohne Risiken unten komplett ohne zu laufen, für den ist der Nike Free 3.0 eine willkommene Abwechslung im Trainingsalltag. Läufer, die jedoch noch nicht viel Erfahrung mit dem Barfußlaufen haben, sollten die Umfänge nach und nach steigern, da die Beanspruchung für Muskeln und Sehnen deutlich spürbar ist. Oder sie wählen die etwas gestütztere Variante, den Nike Free Run+2, der jedoch schon wieder mehr einem normalen Laufschuh ähnelt. Den traditionellen Laufschuh ersetzt der Nike Free vor allem bei längeren Einheiten jedoch auf keinen Fall. Auch kann er trotz seines hohen Spaßfaktors eines nicht bieten: das tolle Gefühl des taufrischen Grases unter dem nackten Fuß.