Klinsmann will Deutschland ärgern - der WM-Kader der USA

Jürgen Klinsmann war auch schon als Trainer des DFB-Teams bei einer WM - 2006 in Deutschland.
Jürgen Klinsmann war auch schon als Trainer des DFB-Teams bei einer WM - 2006 in Deutschland.
Foto: Larry W. Smith
Das letzte Gruppenspiel gegen Deutschland wird für die USA zu einer Art Familientreffen. Geschenke gibt es aber keine. Auch Trainer Jürgen Klinsmann will sich "zusammenreißen" und die Freundschaft zu Joachim Löw 90 Minuten ruhen lassen. Wir stellen den Kader des US-Team vor.

Washington.. Jürgen Klinsmann als Trainer, Fabian Johnson in der Abwehr, Jermaine Jones und Julian Green im Mittelfeld, Berti Vogts als Berater im Hintergrund: Noch vor ein paar Jahren wäre es durchaus denkbar gewesen, dass all diese Namen zum deutschen Aufgebot für die WM 2014 gehören. Tatsächlich aber spielen sie nun am 26. Juni in Recife gegen Deutschland - als Schlüsselfiguren des dritten und aus diesem Grund auch brisantesten Vorrunden-Gegners USA.

"Mein erster Gedanke nach der Auslosung war: Das muss nicht unbedingt sein", sagte Klinsmann, der die deutsche Mannschaft bei der Heim-WM 2006 trainierte und nun seit 2011 mit wachsendem Erfolg die Amerikaner coacht. Der 49-Jährige Schwabe spricht zwar auch von einem "Stück Abstand", den er mittlerweile zum DFB habe. "Meine Zeit ist schon ein paar Jahre her und das Bild der Mannschaft hat sich seitdem sehr stark verändert." Trotzdem gibt es zwischen Klinsmann und dem deutschen Fußball noch immer Verbindungen wie die enge Freundschaft zu seinem früheren Assistenten und Nachfolger Joachim Löw.

"Dass wir jetzt im dritten Gruppenspiel gegeneinander spielen, hat natürlich eine kleine Extra-Brisanz, tut unserer Freundschaft aber keinen Abbruch", sagte Klinsmann. "Da müssen wir beide uns mal für 90 Minuten unter Kontrolle halten."

Viele Spieler in Deutschland geboren

Das amerikanische Team hat aber nicht nur aufgrund seines Trainers eine starke deutsche Prägung. Zum endgültigen WM-Aufgebot gehören mit dem in München geborenen Johnson (Hoffenheim), dem in Frankfurt geborenen Timothy Chandler (Nürnberg), dem in Berlin geborenen John Anthony Brooks (Hertha BSC) und dem erst 18 Jahre alten Green (Bayern München) vier aktuelle Bundesliga-Profis. Die erfahrenen Michael Bradley (Gladbach) und DaMarcus Beasley (Hannover) haben früher einmal in der Bundesliga gespielt.

Der Ex-Schalker Jones von Besiktas Istanbul ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und hat sogar schon dreimal für die deutsche A-Nationalmannschaft gespielt. Auch Johnson, Brooks sowie Green kamen früher für diverse deutsche Junioren-Auswahl-Teams zum Einsatz. Johnson wurde zusammen mit Mesut Özil, Manuel Neuer oder Sami Khedira erst vor fünf Jahren U21-Europameister.

Wer dem Noch-Hoffenheimer und Bald-Mönchengladbacher zuhört, merkt genau: Es knistert vor diesem WM-Duell, jeder kennt jeden, niemand will verlieren - aber vor allem auch kein böses Wort über den so vertrauten Gegner verlieren. (dpa)

 
 

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