Kevin Reich wagt den Sprung

München/Iserlohn..  Eisiger Wind, Temperaturen von -15 Grad - es dürften fast unwirtliche Bedingungen sein, die Kevin Reich an diesem Mittwoch in Dubuque im US-amerikanischen Bundesstaat Iowa empfangen werden. Er reist mitten hinein in die historische Kältewelle, welche Teile der USA seit einiger Zeit erstarren lässt. Trotzdem freut sich der 18-Jährige auf den Flug, auf die Stadt mit ihren knapp 60 000 Einwohnern am Mississippi und auf die Dubuque Fighting Saints in der United States Hockey League (USHL). Denn sie sind seine neue sportliche Heimat.

Kevin Reich, der aus Iserlohn stammende Torwart, der als das größte Talent auf seiner Position im deutschen Eishockey gilt, wechselt mit sofortiger Wirkung vom EHC Red Bull München aus der Deutschen Eishockey Liga in die wichtigste Junioren-Liga in den USA. Auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte Reich knapp, ohne auf Details wie etwa die Vertragsdauer einzugehen: „Ja, das stimmt.“

Die Gründe liegen auf der Hand. Mit viel Tamtam präsentierten die Münchener den Sauerländer nach seinem Wechsel von den Adlern Mannheim vor dieser Saison. Allerdings setzte Trainer Pierre Page wie erwartet auf Stammkeeper Jochen Reimer, so dass Reich lediglich zu zwei Einsätzen kam. Als der EHC noch Niklas Treutle von den Hamburg Freezers als Ersatzmann für Reimer verpflichtete, sah der ehrgeizige Junioren-Nationaltorwart aus Iserlohn bereits keine Perspektive mehr in München.

Einsätze in russischer Juniorenliga

Daran änderten auch seine wenigen Einsätze im Farmteam der Red Bulls in der russischen Juniorenliga MHL nichts, in der Entfernungen von bis zu 8000 Kilometern zurückzulegen sind. „Es war eine schöne und für meine Entwicklung wichtige Zeit in München“, sagt Kevin Reich im Gespräch noch, „aber in Dubuque werde ich deutlich mehr Spielanteile erhalten.“

Bereits vor der laufenden Saison in der DEL hatte Reich an einem so genannten Draft, einer Auswahl, für die nordamerikanische Profiliga NHL teilgenommen - ohne allerdings von einem Verein verpflichtet zu werden. Nun vollzieht der Goalie der deutschen U20 - über den Jochen Reimer einst sagte: „Ich habe noch nie einen Torwart gesehen, der mit 17 Jahren so weit war” - den Schritt nach Übersee. Karsten Mende, Manager der Iserlohn Roosters, aus deren Nachwuchsabteilung Kevin Reich entspringt, kommentierte den Wechsel gestern auf Nachfrage ebenfalls. „Er geht in eine gute Liga. Außerdem ist es für einen Eishockeyspieler immer vorteilhaft, nach Nordamerika zu wechseln.“

Mit den Dubuque Fighting Stars schließt sich Reich zudem nicht irgendeiner Mannschaft aus der USHL an, sondern dem amtierenden Meister. Der Iserlohner erhofft sich nicht weniger, als irgendwann den Sprung in die NHL zu schaffen, wie es vor ihm bereits zig Spielern aus der USHL gelang.

Derzeit auf dem zweiten Platz

Derzeit nehmen die Fighting Stars in der so genannten Western Conference mit vier Punkten Rückstand den zweiten Platz ein. Aber auch in Dubuque erwartet Kevin Reich ein harter Konkurrenzkampf um den Platz zwischen den Pfosten. Diesem stellt er sich gerne: „Ich will mich dort durchsetzen und spielen.“

 
 

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