Kampa-Brüder erbten Talent von den Eltern

Lukas (l) und David Kampa stehen mit den RWE Volleys Bottrop im Viertelfinale der Volleyball-Bundesliga. Foto: Olaf Fuhrmann
Lukas (l) und David Kampa stehen mit den RWE Volleys Bottrop im Viertelfinale der Volleyball-Bundesliga. Foto: Olaf Fuhrmann
Foto: Olaf Fuhrmann
Zum ersten Mal seit der Jugend spielen David Kampa und sein Bruder Lukas wieder gemeinsam in der selben Mannschaft. Mit den RWE Volleys Bottrop stehen sie derzeit im Play-Off Viertelfinale der Volleyball-Bundesliga.

Bottrop.. Zum Geburtstag die Sensation, das wäre es gewesen. 27 ist David Kampa am Samstag geworden. Seine RWE Volleys Bottrop mussten sich aber zum Start der Play-Offs dem Titelaspiranten SSC Berlin mit 1:3 geschlagen geben. Allerdings lieferte der Außenseiter aus dem Ruhrpott den Hauptstädtern zwei Sätze lang ein hartes Match, den zweiten Durchgang entschieden die Bottroper sogar für sich. Danach jedoch drehte der Favorit auf und gewann die Sätze drei und vier deutlich mit jeweils 25:14.

Zur Mannschaft der RWE Volleys gehört seit dieser Saison auch Lukas Kampa. Davids jüngerer Bruder. Zum ersten Mal seit der Jugend spielen die beiden wieder zusammen in der selben Mannschaft. „Wir haben uns alle gefreut, dass das funktioniert hat“, erzählt Lukas Kampa. „Vor allem für unsere Eltern ist das eine tolle Sache.“ Denn sowohl Vater Uli als auch Mutter Sabine sind volleyballverrückt und fiebern auf der Tribüne mit.

„Wenn wir damals mit unseren jeweiligen Mannschaften aufeinander getroffen sind, haben sich die beiden aber immer ein wenig zurückgehalten“, erinnert sich David Kampa: „Ein gutes Spiel, keine Verletzungen, das wollten unsere Eltern dann sehen.“ Nach dem Spiel habe es Glückwünsche für den Sieger und Trost für den Verlierer gegeben. „Danach haben wir ganz schnell das Thema gewechselt“, fährt er lachend fort. Dabei hätten die Eltern wohl am liebsten mit den Söhnen diskutiert, denn beide sind tief in der Sportart verwurzelt: Uli Kampa ist hundertfacher Volleyball-Nationalspieler, Mutter Sabine schaffte mit dem VfL Bochum in den 70er Jahren den Aufstieg in die erste Bundesliga.

Die Karriere der Söhne war also vorgezeichnet, könnte man meinen. Doch das Gegenteil ist der Fall. „Wir haben lange Fußball gespielt, wie jeder anständige Junge aus dem Ruhrpott“, sagt David Kampa und lacht. „Nur im Urlaub am Strand haben wir mit unseren Eltern Volleyball gespielt.“ Erst mit 14 probiert David den Sport der Eltern im Verein aus – und schleppt seinen Bruder gleich mit. „Unsere Eltern haben uns nie unter Druck gesetzt. Es war ihnen nur wichtig, dass wir im Verein Sport treiben. Und dass wir das, was wir machen, auch vernünftig machen.“ Dass es letztendlich doch Volleyball geworden ist, „darüber haben die sich natürlich gefreut.“

Umso mehr, weil die Söhne das Talent der Eltern geerbt haben. Während aber für David das Studium der Medizin im Vordergrund steht, hat Lukas, der jüngere Kampa-Bruder, seine Priorität ganz klar auf den Sport gelegt.

Der Lohn: Mittlerweile hat er 15 Länderspiele absolviert und ist auch für den 25er-Kader für die Weltliga dominiert. „Mein großes Ziel ist es, mit der Nationalmannschaft ein olympisches Turnier zu spielen“, erzählt er. „Ich bin erst 24, theoretisch hätte ich dazu also noch mehrere Chancen.“ „Aber“, fügt er an, „es wäre natürlich schön, wenn das so schnell wie möglich klappen würde.“ Also vielleicht schon in London 2012.

Heute Abend jedoch geht es noch mal gegen den SSC Berlin. Mit einem Sieg in der Dieter-Renz-Halle könnten die RWE Volleys die Viertelfinal-Serie ausgleichen und ein entscheidendes drittes Spiel in Berlin erzwingen. Es wäre eine Sensation – und ein verspätetes Geburtstagsgeschenk für David Kampa.

 
 

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