Jugend forsch bringt dem BVB den ersten Dreier

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Stuttgart.. Borussia Dortmund fuhr beim VfB Stuttgart den ersten Saisonsieg ein. Die Klopp-Elf siegte hochverdient 3:1. Und zeigte dabei über weite Strecken Fußball, der Spaß macht.

Fritz Lünschermann ist daran gewöhnt, für alles Mögliche bei Borussia Dortmund zuständig zu sein. Der Teambetreuer gilt als gute Seele beim BVB – wenn er Wünsche erfüllen kann, dann erfüllt er sie gern. Am Sonntag in Stuttgart musste er sogar als Prellbock dienen, und selbst das machte ihm sichtbar Spaß. In der 37. Minute des Spiels VfB gegen BVB war Borussen-Trainer Jürgen Klopp nicht mehr zu halten: Er raste auf Fritz Lünschermann zu und sprang ihn jubelnd an. Soeben hatte Mario Götze, der jüngste Dortmunder, das 3:0 erzielt.

Am Ende fuhr der BVB einen hochverdienten 3:1-Auswärtssieg ein, mit dem er die 0:2-Auftaktniederlage gegen Leverkusen wettmachte. Es war schon beeindruckend, wie energisch, zielgerichtet und gefestigt der BVB bei den total verunsicherten Stuttgartern antrat. Die Gastmannschaft verlegte sich nicht aufs Kontern, sondern machte sogar das Spiel – folgerichtig fielen die frühen Treffer.

Erstes Bundesliga-Tor für Götze

Marcels Schmelzers Flanke nach wunderschönem Pass von Nuri Sahin fälschte Khalid Boulahrouz in der fünften Minute ins eigene Netz ab. Stuttgart war dadurch sichtbar geschockt. Der VfB kam nicht einmal in die Nähe des Dortmunder Strafraums. Und so legte der BVB nach: Lucas Barrios erhöhte nach feiner Vorlage von Kevin Großkreutz auf 2:0, bevor dann der erst 18-Jährige Mario Götze in seinem siebten Bundesligaspiel sein erstes Tor erzielte. Er war per Kopf zur Stelle, als sich Innenverteidiger Georg Niedermeier und Torwart Sven Ulreich bei einer Flanke von Shinji Kagawa nicht einig waren.

„Für Mario hat es mich besonders gefreut“, meinte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. „Er könnte ja sogar noch ein Jahr in der Jugend spielen.“

Zahl der Fehler hält sich in Grenzen

Dass der Junge noch lernt, war allerdings am Sonntag auch zu sehen. In der zweiten Hälfte versäumte es das Top-Talent, zwei Konter so kalt abzuschließen, dass der VfB erledigt gewesen wäre. Die Stuttgarter hatten nach gut einer Stunde gemerkt, dass sie das Ergebnis nur mit größter Anstrengung noch etwas erträglicher gestalten konnten. Und so erzwangen sie einen Treffer in der 69. Minute. Zdravko Kuzmanovic flankte, Neven Subotic stand innen nicht gut, Torwart Roman Weidenfeller erwischte den Ball auch nicht, und Cacau köpfte dadurch unbedrängt ein.

Die Zahl der Fehler aber hielt sich beim BVB auch weiterhin in überschaubaren Grenzen, deshalb war auch Jürgen Klopp am Ende total zufrieden: „Es hat richtig Spaß gemacht“, meinte der Trainer, „zumal es nicht leicht war, das Spiel gegen Leverkusen aus den Beinen zu schütteln.“

Frech und kompakt

Beim 0:2 vor einer Woche waren die Dortmunder verunsichert und verkrampft – diesmal traten sie frech und vor allem kompakt auf. „In der ersten Halbzeit haben wir so gespielt, wie ich mir das vorstelle“, meinte Klopp. „Das war geiler Fußball. Wir wollten wieder der unangenehme Gegner sein, der wir in der letzten Saison waren.“ Der BVB-Trainer lobte sogar die deutlich unterlegenen Stuttgarter, die ans Tabellenende zurückfielen, und erhöhte damit die Leistung des eigenen Teams: „Der VfB kann richtig gut Fußball spielen, und wir haben das 60 Minuten lang verhindert – das war die eigentliche Sensation.“

Klopp verwies dabei auch mit Recht darauf, dass der BVB „einen mutigen Weg geht“. In der Anfangsformation standen sieben Spieler, die nicht älter als 22 waren. Es sind einige dabei, die bereits den Takt vorgeben: wie Nuri Sahin und Shinji Kagawa. Und falls sich Mario Götze ganz normal weiterentwickeln sollte, werden die Borussen auch an ihm noch sehr viel Freude haben. Das Projekt BVB, das langfristig angelegt ist und bereits kurzfristig erfreuliche Erfolge abwirft, bleibt ein spannendes.

 
 

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