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Hummels bleibt bis 2017, Wolski kommt nicht

04.06.2012 | 08:00 Uhr
Hummels bleibt bis 2017, Wolski kommt nicht
Mats Hummels stellt seine Fähigkeiten am Ball weiterhin dem BVB zur Verfügung.Foto: imago

Dortmund. An den Besuch seines ersten Bundesligaspiels kann sich Mats Hummels nicht mehr erinnern. Am 13. Mai 1989 saß er, gerade mal sechs Monate alt, mit Papa Hermann, Fußballtrainer, und Mama Ulla, Sportjournalistin, im Müngersdorfer Stadion in Köln. Dort empfing der gastgebende Meisterkandidat die damals ziemlich mittelmäßige Borussia aus Dortmund. Köln gewann 2:0. Und vielleicht hat der noch ziemlich kleine Mats damals sein Herz an den unglücklich unterlegenen BVB verloren.

Sicher ist: Inzwischen spielt Mats Hummels für die ziemlich erfolgreichen Dortmunder Double-Sieger. Und das wird auch künftig so bleiben. Am Sonntag hat der 23-Jährige seinen Vertrag beim BVB vorzeitig bis 2017 verlängert. Die Details handelte übrigens Sportdirektor Michael Zorc aus, der damals, beim ersten BVB-Kontakt von Mats Hummels im Mai 1989, auf dem Rasen ackerte.

Beide Seiten hatten vorab grundsätzliches Interesse an einer Vertragsverlängerung bekundet. Allerdings, das hatte BVB-Boss erst vor einer Woche auf Nachfrage der WR erklärt, sollte das EM-Turnier abgewartet werden. Mats Hummels wollte dann aber doch die dreitätige Pause von der deutschen Nationalmannschaft sowie den Besuch in Dortmund zur Unterschrift nutzen. „Vielleicht wollte Mats den Kopf vor dem EM-Turnier freihaben“, spekulierte am Sonntag Michael Zorc. Vielleicht hat dem 23-jährigen Innenverteidiger aber auch die wieder mal holprige Zeit bei der Nationalelf vor Augen geführt, welchen Stellenwert und welches Vertrauen er in der freundschaftliche verbundenen Dortmunder Fußballgemeinschaft genießt. Die könnte der Leistungsträger mittelfristig auch als neuer Kapitän anführen.

Verhandelt wurde nur mit dem BVB

Gefeilscht werden musste über den neuen Vertrag weder viel noch lange. Hermann Hummels, Vater und Berater seines Sohnes, wurde zwar von Manchester United auf die Insel eingeladen. Verhandelt haben Vater und Sohn Hummels aber nur mit dem BVB. „Als der Verein an mich herantrat und fragte, ob ich verlängern möchte, war für mich klar, dass ich an dieser Mannschaft weiterhin teilhaben will“, sagte Hummels. „Wir haben einige Gespräche geführt. Für uns ist Mats eine ganz wichtige Personalie. Und wir freuen uns, dass er für so einen langen Zeitraum verlängert hat. Das unterstreicht die Attraktivität des BVB“, sagte Michael Zorc.

Hummels ist der nächste Baustein im grundsoliden Personal-Fundament von Borussia Dortmund, der, wie die meisten jungen (und begehrten) Leistungsträger, langfristig gebunden ist: Ilkay Gündogan und Moritz Leitner (beide Vertrag bis 2015) sowie Mario Götze, Lukasz Piszczek, Sven Bender, und Ivan Perisic (alle Vertrag bis 2016). Robert Lewandowski, Neven Subotic, Marcel Schmelzer und Kevin Großkreutz (alle Vertrag bis 2014) sind die nächsten Gesprächskandidaten, wobei bei BVB-Fan Großkreutz die Verlängerung nur Formsache sein dürfte. Gut für die Verhandlungsbasis der Double-Siegers: Auch die Entscheider – Trainer Jürgen Klopp, Sportdirektor Michael Zorc und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke – sind langfristig gebunden. Personelle Kontinuität, die auch bei den Neuzugängen Marco Reus (Vertrag bis 2017) und Leonardo Bittencourt (2016) die Entscheidung erheblich beeinflusst hat.

Wolski-Transfer geplatzt

Mit den beiden Mittelfeldspielern sind die BVB-Personalplanungen nicht abgeschlossen. Stürmer Julian Schieber vom VfB Stuttgart soll als Ersatz für den Neu-Chinesen Lucas Barrios kommen. „Wir sind im Gespräch“, sagt Michael Zorc, „aber die wirtschaftlichen Rahmendaten müssen stimmen“. Stuttgart verlangt zwei Millionen Euro mehr Ablöse, als der BVB bietet. Ein ähnliches Szenario hat die Dortmunder am Sonntag veranlasst, die Verhandlungen mit Legia Warschau über den Wechsel des polnischen EM-Spielers Rafal Wolski abzubrechen. Ein Einigung war bereits vermeldet worden. „Blanker Unsinn“, schimpfte Michael Zorc. Sechs Millionen Euro hatten die Polen für den 19-Jährigen verlangt. Der Transfer ist geplatzt, wie Wolskis Beraterfirma Eurosportsmanagement am Sonntagabend auf Anfrage bestätigte.

Thorsten Schabelon

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2012-06-04 08:00
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