Hausding schreibt in Budapest Geschichte

Budapest.. Patrick Hausding ist Außergewöhnliches gelungen: Mit Silber vom Turm gewann der 21-Jährige zum Abschluss der EM in Budapest als erster Springer bei einer Großveranstaltung in allen fünf Disziplinen eine Medaille.

Patrick Hausding ist der Mann für alle Fälle, der Marathon-Mann der Wasserspringer. Nach der abschließenden Einzel-Entscheidung am Sonntag vom Zehn-Meter-Turm stand der 21-jährige Wasserspringer mit zwei Gold- und drei Silbermedaillen als erfolgreichster deutscher Teilnehmer bei der Schwimm-EM in Budapest fest. „Die Chinesen können entweder vom Turm oder vom Brett springen“, sagte Lutz Buschkow, Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes und Cheftrainer der Wasserspringer, „der Patrick ist ein Phänomen, er kann alles.“

Ob vom Ein-Meter-Brett, vom Drei-Meter-Brett oder vom Zehn-Meter Turm, ob im Einzel oder im Duo, alles Dinge des Hausding. Als erster Springer absolvierte Hausding alle fünf Wettbewerbe bei einer EM. „Der Patrick ist wie eine Katze, die man aus dem Fenster wirft“, beschrieb Buschkow den vielseitigsten Springer der Welt und erfolgreichsten Europas. Wie das Kätzchen immer auf den Füßen landet, verliert auch Hausding nie die Orientierung in der Luft. Und auch an Land behält er stets den Überblick.

Ein kühler Rechner

Hausding ist ein kühler Rechner. Er ist so nervenstark, dass sein innerer Computer genau mitrechnet, welchen Sprung mit welchem Schwierigkeitsgrad und welcher Haltungsnote er benötigt, um sein Wunschergebnis zu erzielen. Während seine Teamkollegin Christin Steuer, die zweimalige Europameisterin, nicht einmal auf die Anzeigetafel schaut, ist Hausding stets informiert. So machte er auch mit seinem Partner Sascha Klein vom Turm sein goldenes Werk erst mit einem maßgerechten Werk im letzten Sprung perfekt. Hausding ist der Mann mit den starken Nerven. Wenn er sich abends hinlegt, schläft er sofort ein.

„Nur so kann ich diese Wochen durchstehen“, sagte er. Morgens um sechs klingelte der Wecker in Budapest. Dann schaltete er den Fernseher ein, hörte ein bisschen Musik und machte einen Spaziergang, um den Kopf frei zu bekommen: „Du musst früh aufstehen, um die Langsamkeit aus dem Körper zu bekommen. Das wäre sonst fatal beim Springen.“

Ziel heißt London 2012

Hausding war Dauergast in der Mixed Zone. Und er genoss die ungewohnte Aufmerksamkeit der Medien für einen Wasserspringer, erzählte locker über sich und seinen Sport. Als Schwimmer wäre er mit zwei Gold- und drei Silbermedaillen ein gemachter Mann. Wie sieht er seine Zukunft? „Keine Ahnung, ob ich Werbeverträge erhalte“, sagte er, „ich bin offen für alles.“ Sein Ziel heißt London 2012. Nach Silber in Peking soll es dann Gold werden.

„Jetzt gönne ich Sascha das Gold im Einzel“, sagte Hausding. Und so kam es dann auch: Klein gewann vor ihm vom Zehn-Meter-Turm.

 
 

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