Über dem Handball-Star Karabatic liegt ein Schatten

Nikola Karabatic hat zugegeben, dass er gewettet hat, weist den Betrugsvorwurf aber zurück.
Nikola Karabatic hat zugegeben, dass er gewettet hat, weist den Betrugsvorwurf aber zurück.
Foto: dpa
Der französische Handball-Weltmeister Nikola Karabatic steht unter Manipulationsverdacht. Seit drei Jahren. Eine gerichtliche Klärung muss her. Ein Kommentar.

Essen.. Stellen wir uns mal vor, fünf Tage nach dem WM-Triumph der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Brasilien hätte die Staatsanwaltschaft gefordert, Philipp Lahm, Manuel Neuer und Mario Götze wegen der Manipulation eines Bundesligaspiels vor Gericht zu stellen. Im Fernsehen wäre ein Brennpunkt gesendet worden, in den Zeitungen wären Tausende von Zeilen darüber geschrieben worden.

Weil es sich „nur“ um Handball handelt, fallen die Schlagzeilen kleiner aus, aber zumindest in Frankreich ist der Manipulationsskandal ein großes Thema. Fünf Tage nach dem Gewinn des Weltmeister-Titels droht drei Spielern des Sieger-Teams eine Anklage.

Nikola Karabatic ist im Handball ein Star wie Lionel Messi oder wie Cristiano Ronaldo im Fußball. Der französische Rückraumschütze hat wegen einer Verletzung in dem angeblich manipulierten Spiel seines Klubs gefehlt. Er hat zwar zugegeben, dass er gewettet hat, doch den Betrugsvorwurf weist er zurück. Insgesamt sollen Angehörige und Freunde 250 000 Euro an der sensationellen Niederlage des Meisters Montpellier verdient haben.

Das Gericht muss jetzt endlich klären, was wirklich vor drei Jahren passiert ist. Zu lange lastet schon der Verdacht auf den Stars. Ein weiteres Verschleppen würde auch den Ruf der Sportart schädigen.

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