Handball-WM als TV-Schnäppchen

Hannover.  Die Handball-Weltmeisterschaft wäre ein echter Coup. Nur fünf Monate nach seinem Start würde sportdeutschland.tv durch die WM-Übertragung der zweitwichtigsten Ballsportart einen gewaltigen Schub erhalten. Für den noch jungen Internet-Sender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) wäre das „eine tolle Sache“, sagte Simon Franke, der Vermarktungs-Chef der DOSB New Media GmbH.

„Wir haben ein Angebot abgegeben und sind im täglichen Austausch“, sagte Franke zu den Verhandlungen über die Übertragungsrechte der bereits Mitte Januar beginnenden WM: „Handball ist sicher auch für uns sehr attraktiv.“ Der Vermarktungs-Chef hofft auf eine Einigung „möglichst vor Weihnachten“.

Durch die gescheiterten Verhandlungen von ARD und ZDF mit dem katarischen Rechteinhaber hat sich für die erst im August gestartete DOSB-Tochter eine ungeahnte Chance ergeben. „Für den Fall, dass es nicht in letzter Minute noch eine Einigung gibt, steht sportdeutschland.tv bereit“, sagte Hans-Peter Krämer, DOSB-Vizepräsident für Finanzen. Nach seinen Worten könnte der DOSB „für deutlich unter 100 000 Euro“ die Übertragungsrechte erwerben. Das wäre dann ein Schnäppchen, denn der geschätzte Wert der TV-Rechte für den deutschen Markt ist deutlich mehr als zehnmal so hoch.

Sportdeutschland.tv ist allerdings trotz der missverständlichen Endung kein TV-Sender, sondern ein nur im Internet zu empfangender Anbieter. Gegründet hat ihn der DOSB, um jenen Sportarten eine Chance zu bieten, die im klassischen Fernsehen kaum oder gar nicht übertragen werden.

„Sportdeutschland.tv kann sicher nicht eine Übertragung im frei empfangbaren Fernsehen ersetzen“, sagte der DOSB-Vorstandsvorsitzende Michael Vesper: „Aber es ist ein Ausweg für die Fans, die die Spiele dann jedenfalls sehen könnten.“ Für Vesper wäre es der „Idealfall“ gewesen, wenn die Handball-WM von den öffentlich-rechtlichen Sendern gezeigt würde.

 
 

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