Gladbachs Moment des Glücks

Hamburg..  Für die Gladbacher gab es kein Halten mehr. Der komplette Betreuerstab der Borussia rannte aufs Spielfeld, nachdem Branimir Hrgota dem Hamburger SV in der Nachspielzeit den Sieg entrissen hatte. „Hamburg hätte das 2:0 machen können, natürlich. Es war Glück für uns und ein sehr wichtiger Auswärtspunkt“, sagte Trainer Lucien Favre nach dem 1:1 (0:0). Zum neunten Mal verpasste der Dritte der Fußball-Bundesliga-nach internationalen Einsätzen einen Sieg – dennoch feierten die Fans von Borussia Mönchengladbach nach dem Schlusspfiff überschwänglich.

Der HSV zeigte sich eine Woche nach der Bayern-Klatsche zweikampfstark und aggressiv. „Wir haben sehr konzentriert gearbeitet. Heute wollten alle etwas beweisen, die Zähne zeigen“, sagte HSV-Coach Joe Zinnbauer, der fast alle Spieler lobte. Unzufrieden war der 44-Jährige nur mit den Kontern, die ohne Torerfolg endeten. Zoltan Stieber hatte die Gastgeber in der 73. Minute in Führung geschossen.

Der HSV bleibt im Tabellenkeller

Die vor einer Woche mit 0:8 bei den Bayern untergegangenen Hamburger verpassten es, sich weiter von den Abstiegsrängen abzusetzen und bleiben mit 24 Punkten im Tabellenkeller. „Das ist natürlich bitter, mit der letzten Aktion ein Tor zu kriegen und zwei Punkte zu verlieren“, betonte Torschütze Stieber. Die Mönchengladbacher bleiben Dritter mit nun 37 Punkten, konnten aber kein Kapital aus den Remis’ der Verfolger schlagen. „Wir waren nicht zu 100 Prozent bereit“, bemängelte Favre.

Mit Blick auf die weitere Saison und auch das Europa-League-Rückspiel am kommenden Donnerstag zuhause gegen den FC Sevilla sei es aber enorm wichtig gewesen, noch den Punkt zu holen. „In der Vergangenheit haben wir solche Spiele verloren“, sagte Sportdirektor Max Eberl.

So eklatant wie der Tabellenstand beider Teams eigentlich vermuten ließ, fiel der Unterschied auf dem Platz vor 52 105 Zuschauern nicht aus. Die Gladbacher wirkten drei Tage nach der 0:1-Niederlage im Europa-League-Hinspiel in Sevilla noch nicht ganz frisch – obwohl Favre mehr als die Hälfte der Mannschaft tauschte und sechs neue Kräfte im Vergleich zur Startelf in Andalusien brachte. Zinnbauer hatte seine Mannschaft sogar auf sieben Positionen verändert, auch Rafael van der Vaart musste sich mit einem Platz auf der Bank abfinden. Es war das erste Mal seit seiner Rückkehr zu den Hanseaten, dass der Niederländer fit war, aber nicht für die Startelf berücksichtigt. Der HSV aber trumpfte auf. Nach einem Ballverlust der Gäste konterten die Hamburger blitzschnell zur Führung. Artjoms Rudnevs, der für den nach 25 Minuten angeschlagenen Ivica Olic in die Partie gekommen war, legte Stieber auf, und der zog aus 16 Metern mit links ab. Auf der Gegenseite war Drobny beim Ausgleich durch Hrgota chancenlos.

 
 

EURE FAVORITEN