Gladbacher Trainer-Debatte: Schubert ist auf Rettungskurs

Michael Ryberg
André Schubert, hier mit seinem Torjäger André Hahn, liegt derzeit auf persönlichem Rettungskurs.
André Schubert, hier mit seinem Torjäger André Hahn, liegt derzeit auf persönlichem Rettungskurs.
Foto: Bongarts/Getty Images
Vor dem letzten Fußball-Bundesliga-Heimspiel der Saison ist bei Borussia Mönchengladbach die Trainer-Debatte erneut entflammt. Dabei liegt André Schubert beim Tabellenvierten auf Rettungskurs

Mönchengladbach. Optisch wird die neue Bundesliga-Saison bei Borussia Mönchengladbach schon am Samstag eingeleitet. Ab 15.30 Uhr gegen Bayer Leverkusen mutieren die Fohlen zu Zebras. Der künftige Heimdress sieht grob jenem des MSV Duisburg ähnlich. Nur, dass aus den blau-weißen Querstreifen in der Gladbach-Version schwarz-weiße werden. Bleibt der Borussia zu hoffen, dass das neue Jersey eine bessere Heimpremiere feiert als das alte. Vor fast genau einem Jahr verloren nämlich die Borussen im neuen Gewand das finale Saisonspiel gegen den Europa-League-Qualifikanten FC Augsburg mit 1:3.

Ein Heimsieg über Leverkusen heute würde nicht nur die Chance auf Platz vier und damit die Qualifikation zur Champions League untermauern, sondern auch die Position von Cheftrainer André Schubert. Der hat die Gladbacher als punktlosen Tabellenletzten nach fünf Spielen übernommen und bis auf Platz vier geführt. Was allein schon ein einsamer Bundesliga-Rekord ist. Aus derart heikler Position hat sich in der Liga noch keine Mannschaft auf einen einstelligen Platz emporgearbeitet.

Zwei Siege, gegen Leverkusen und in Darmstadt am 14. Mai, und die Borussia wäre unter Schubert zumindest mal in der letzten Qualifikationsrunde zur Champions League vertreten. Die Play-off-Partien werden in Hin- und Rückspiel zwischen dem 16. und 24. August ausgetragen. Und somit vor der ersten DFB-Pokalrunde (19. bis 22. August) und dem ersten Bundesliga-Spieltag (26. bis 28. August).

1:1 in München stärkt Selbstvertrauen

Aber ob Schubert dann weiter an der Seitenlinie werkelt? Mit unliebsamer Regelmäßigkeit wird die Frage öffentlich durchgekaut, ob Schubert auf Dauer der richtige Stratege für die Gladbacher Fußballbelange sei. Dabei ist sportlich dem ehemaligen Zweitliga-Trainer des SC Paderborn und des FC St. Pauli kaum etwas vorzuwerfen. Allenfalls die ausgeprägte Auswärtsmisere seiner Fohlen.

Bei den jüngsten zehn Auftritten gelangen nur drei Remis bei sieben Niederlagen. Kritik an der Leistung kam aber nur nach den Partien in Hamburg, Ingolstadt und Hannover auf. Der bemerkenswerte Auftritt beim 1:1 in München vor einer Woche hat Laune und Selbstvertrauen wieder gestärkt.

Was also spricht dafür, dass Sportdirektor Max Eberl doch über seinen bayerischen Freund Markus Weinzierl vom FC Augsburg als möglichen neuen Trainer nachdenkt? Vielleicht der unterschwellige Vorwurf, dass Schubert ein schwieriger Typ sei, der nicht immer die richtige Wortwahl trifft. Zumindest intern nicht. Die Vorwürfe gibt natürlich niemand öffentlich zu. Sportdirektor Eberl stärkte am Freitag erneut Schubert den Rücken: „Wir stehen zu unserem Trainer, da gibt es keine zwei Meinungen.“