Fußballfans rätseln: Was ist eigentlich Packing?

Alles begann damit, dass Stefan Reinartz unzufrieden war: „Ich habe mich schon immer darüber geärgert, dass bislang ein Querpass genauso gewertet wurde wie ein geiler Pass in die Spitze“, sagt der frühere Bundesliga-Profi.

Gemeinsam mit Jens Hegeler (Hertha BSC) hat der 27-Jährige daher ein Werkzeug entwickelt, das diesen Unterschied messen soll – und das unter anderem die ARD in ihrer Berichterstattung von der Fußball-EM einsetzt: das Packing.

Damit wird ermittelt, wie viele Gegner durch eine Aktion überspielt, also gepackt werden – daher der Name. Kurz: Wie viele Spieler stehen vor der Aktion zwischen Ball und Tor, wie viele danach?

Ob es sich dabei um einen Pass oder ein Dribbling handelt, ist egal – die angreifende Mannschaft muss nur vor und nach der Aktion den Ball unter Kontrolle haben. Die Summe aller überspielten Gegner ergebt die Packing-Rate.

Das Überspielen der Verteidiger wird gesondert ermittelt und als Impect aufgeführt. Dabei werden nur die sechs Spieler berücksichtigt, die dem eigenen Tor am nächsten stehen – in der Regel der Torhüter, vier Verteidiger und der defensive Mittelfeldspieler.

Außerdem werden Daten erhoben, die bei der ARD bislang nicht zu sehen waren: welche Spieler als Anspielstation das Überspielen des Gegners ermöglichen, wie viele Gegenspieler durch eine Balleroberung weit vorne aus dem Spiel genommen werden – oder wie viele Mitspieler durch eine Balleroberung in der eigenen Hälfte wieder ins Spiel gebracht werden.

 
 

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