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Bei WM 2018: DFB-Stars nannten sich „Kanaken“ und „Kartoffeln“ – Vorwürfe gegen Joachim Löw und Nationalspieler

Joachim Löw steht nach dem peinlichen WM-Aus in der Kritik.
Joachim Löw steht nach dem peinlichen WM-Aus in der Kritik.
Foto: imago/Matthias Koch

Essen. Zwei Monate nach dem peinlichen Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2018 geraten pikante Details aus dem Inneren des DFB-Teams an die Öffentlichkeit.

Es geht um schwere Vorwürfe gegen Joachim Löw, einige Nationalspieler und den DFB. Die Behauptungen würden weitere Erklärungen für das schlechte Auftreten des Weltmeisters von 2014 beim Turnier in Russland liefern.

Nach WM 2018: Vorwürfe gegen Joachim Löw und DFB-Team

Der „Spiegel“ sprach in den Wochen nach dem deutschen WM-Aus mit DFB-Insidern sowie Trainern, Beratern, Vereinsbossen, Managern und Spielern. Die Quintessenz der Gespräche: Joachim Löw habe in der jüngeren Vergangenheit die nötigen Führungsqualitäten vermissen lassen, um eine funktionierende Mannschaft zu formen.

Dadurch sei das DFB-Team in mehrere Lager zerfallen. Ein DFB-Insider erzählt: „Vereinfacht gesagt geht es um den Unterschied zwischen Kanaken, wie sie sich selbst nennen, und Deutschen.“

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Zu den Deutschen mit Migrationshintergrund zählten demnach Mesut Özil, Ilkay Gündogan, Leroy Sané, Jerome Boateng oder Antonio Rüdiger. Zu den „Kartoffeln“ gehörte zum Beispiel Thomas Müller, der das Rapper-Gehabe mancher Mitspieler wohl mal mit einem „Yo, man“ kommentierte, was viele Kollege überhaupt nicht witzig fanden.

Hat Joachim Löw es sich zu gemütlich gemacht?

Auch Mats Hummels werde von vielen Nationalspielern kritisch gesehen. Der Verteidiger hätte sich „wie ein Klassensprecher“ aufgeführt, weil er sich offenbar regelmäßig zum Wortführer aufspielen wollte.

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Joachim Löw hätte es sich und seinen Spielern nach dem Titelgewinn 2014 zu gemütlich gemacht, heißt es in dem Bericht. Ein ehemaliger Bundesligatrainer mit engen Kontakten zur DFB-Elf meint: „Wir machen das schon. Es hat ja schon einmal geklappt. Das war die Denkweise.“

Kritik an Umgang mit Özil

Außerdem führte Joachim Löws Haltung im Fall Mesut Özil wohl zu einer Unruhe im Team. Viele Spieler sollen sauer gewesen sein, dass Löw dem Spielmacher gestattete, zu dem Eklat um das Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu schweigen.

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Auch die taktischen Entscheidungen hätten im Team großen Ärger erzeugt. Im Spiel gegen Schweden hatte Löw die beiden Routiniers Sami Khedira und Mesut Özil auf der Bank gelassen. In dieser Partie zeigte das DFB-Team einen beherzten Auftritt, erspielte sich mehrere Chancen und gewann 2:1.

Als Löw in der darauffolgenden Partie gegen Südkorea wieder auf Khedira und Özil setzte, trauten manche Spieler beim Anblick der Aufstellung ihren eigenen Augen nicht.

Was dann in jenem Spiel gegen Südkorea folgte, war einer der traurigsten Momente der DFB-Geschichte.

 
 

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