Warum Mario Götze kein Götzinho sein will

Mario Götze verzaubert die Bundesliga, Götze zaubert in der Nationalmannschaft. Foto: Reuters
Mario Götze verzaubert die Bundesliga, Götze zaubert in der Nationalmannschaft. Foto: Reuters
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Stuttgart/Dortmund.. Auf den Sportseiten bestimmt heute vor allem ein Thema die Titelseiten: Mario Götzes Zauberauftritt gegen Brasilen. Dabei will der Dortmunder kein „Götzinho“ sein. Und auch seine Kollegen können den Hype um das junge Talent nicht verstehen.

Mario Götze verzaubert die Bundesliga, Götze zaubert in der Nationalmannschaft. Und ausgerechnet gegen die Zauberer vom Zuckerhut gab der Offensivspieler vom deutschen Meister Borussia Dortmund sein Startelf-Debüt in der Nationalmannschaft. Als wäre das nicht schon genug, machte Götze auch noch sein erstes Länderspiel-Tor und sorgte mit seinen schnellen Haken und der Ballsicherheit für Szenenapplaus von den Rängen.

Götze will kein Götzinho sein

Applaus, der dem Shootingstar Auftrieb gibt, ihn aber nicht abheben lässt. „Es ist immer etwas ganz besonderes, bei der Nationalmannschaft zu sein“, erzählt der 19-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Ohne die wäre der Dortmunder sicherlich schwer vor das Mikrofon zu bekommen gewesen. Der Jung-Nationalspieler weiß selbst, dass er momentan in den Himmel geschrieben wird. „Es war heute was ganz besonderes für mich, von Beginn an zu spielen“, freut sich Götze über seinen Startplatz. „Ich wusste das schon seit ein paar Tagen, und ich wollte die Chance unbedingt nutzen.“

Er hat die Chance genutzt und hatte mehr spielerische Glanzlichter als die komplette brasilianische Nationalmannschaft zusammen. Kein Wunder, dass nicht erst seit diesem Spiel der Spitzname „Götzinho“ in den Medien kursiert. Mario Götze gefällt das gar nicht.

„Der Spitzname ‘Götzinho’ existiert eigentlich nicht, und ich weiß auch nicht, woher der kommt“, stellt der der Wunderspieler fest. „Im Verein und auch hier bei der Nationalmannschaft werde ich bei meinem Vornamen gerufen. Ich weiß nicht, von wem das aufgegriffen wurde.“

„Stammplatzgarantie für Götze“

Sein Mitspieler Toni Kroos, der beim Spiel gegen die Brasilianer über 60 Minuten auf der Position neben Götze spielte, kann den Hype um den Youngster nicht verstehen. Als die Journalisten nach dem Spiel von „Regisseur Götze“ und „Stammplatzgarantie für Götze“ sprachen, versuchte Kroos den Ball flach zu halten. „Mario ist ein guter Junge“, so der Bayern-Spieler. „Aber ‘Regisseur’ und ‘Stammplatz’ ist für mich etwas zu hoch gegriffen. Ich will nicht einfach nur auf die Lobeshymnen aufspringen“, stellte Kroos klar. „Mario ist ein hervorragender Fußballer. Aber einiges, was geschrieben wird, ist einfach übertrieben. Zum Glück lässt er sich davon nicht beeinflussen.“

Innenverteidiger und Vereinskollege Mats Hummels brachte die Euphorie um seinen Mitspieler lachend auf den Punkt: „Ich sehe dem Kleinen einfach gerne zu.“ Und so sollte es Fußball-Deutschland auch halten.

 
 

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