Warum Lukas Podolski beim DFB noch nicht abgeschrieben ist

Hat mal wieder Grund zu lächeln: Bei der Nationalelf scheint Lukas Podolski eine Auszeit von seiner Klub-Krise nehmen zu können.
Hat mal wieder Grund zu lächeln: Bei der Nationalelf scheint Lukas Podolski eine Auszeit von seiner Klub-Krise nehmen zu können.
Foto: Getty Images
Bei seinen Klubs lief es in den letzten Monaten alles andere als rund für Lukas Podolski. In Mailand wird er derzeit scharf kritisiert. Bei der Nationalmannschaft ist der Kölsche Jungs allerdings nach wie vor geschätzt.

Kaiserslautern.. Für Fußballer ist es in der Regel einfach, nach einem Spiel mit ihren Befindlichkeiten, die auf der eigenen Leistung beruhen, umzugehen. Wer nicht gut gespielt hat und kritische Fragen dort in der Arena scheut, wo die Journalisten aber auch nach jeder Einschätzung hecheln, zieht einfach an der Meute vorbei. Am Mittwochabend konnte Lukas Podolski im Bauch des Lauterer Fritz-Walter-Stadions nicht an den Diktiergeräten und TV-Kameras vorbeihuschen. Der 29 Jahre alte Stürmer hatte zuvor in der 81. Minute noch den Treffer zum schmeichelhaften 2:2-Endstand im Testspiel des Weltmeisters gegen Australien erzielt, als er natürlich nach der Bedeutung seines 48. Tores für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gefragt wurde. “Jetzt übertreibt nicht”, mischten sich in die als Jubelrede erwarteten Worte des Ur-Kölners auch kritische Seitenhiebe, “man kann jetzt nicht nach 15 oder 20 Minuten alles in den Himmel schießen, nachdem es in den letzten Monaten immer in die andere Richtung gegangen ist.”

Auf den vermeintlich immer gut gelaunten Podolski ist in den letzten Monaten viel hereingebrochen. Arsene Wenger konnte mit dem Flügelstürmer beim FC Arsenal nicht mehr besonders viel anfangen, darum flüchtete “Poldi” im Winter zu Inter Mailand. Doch auch in der Serie A mit den eigentümlichen Spielweisen italienischer Abwehrfetischisten ist er nie wirklich glücklich geworden. Nichtmal für die Europa League als startberechtigt gemeldet, droschen die italienischen Medien jüngst auf den Weltmeister ein: “Schlechtester Einkauf Inters” nannte der “Corriere dello Sport” Podolski, “wahrscheinlich der gesamten Wintersaison” bezogen auf sämtliche Vereine.

"Lukas kann bei uns immer für Belegung sorgen”

Bundestrainer Joachim Löw hielt Podolskis Errungenschaften aber in Ehre, selbst wenn er ihm keinen Treuebonus auf lange Zeit auszustellen vermochte. Ihm gefiele aber die Dynamik des Wahl-Mailänders: “Manche, so kann man das Gefühl haben, wollen ihn abschreiben. Aber Lukas kann bei uns immer für Belebung sorgen.” Sami Khedira lobte Podolskis Tatendrang, “er tut der Mannschaft gut, man sollte ihn nie abschreiben.”

Und auch in Kaiserslautern, wo ihm Rudi Völler einst das Debüt in der Nationalelf beim 0:2 gegen Ungarn ermöglichte und den er in der ewigen deutschen Torjägerliste wie auch Jürgen Klinsmann nun hinter sich gelassen hat, war der Torschütze noch immer Liebling der Massen. “Ich will gut spielen, mich im Training reinhängen und zeigen, dass der Bundestrainer mir auch in Zukunft vertrauen kann.” Das Gefühl sagt mit Blick auf die heranreifenden Offensivtalente im deutschen Fußball, dass zu den 122 Länderspielen und 48 Toren nicht mehr allzu viele hinzukommen werden.

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