Wieder gibt's Schimpf und Schande für den VfL Bochum

Einmal mehr war's kaum zum Hinschauen für Peter Neururer beim 0:2 seines VfL Bochum bei 1860 München.
Einmal mehr war's kaum zum Hinschauen für Peter Neururer beim 0:2 seines VfL Bochum bei 1860 München.
Foto: Imago
Die Fans des VfL Bochum waren erbost nach der 0:2-Niederlage beim TSV 1860 München. Aber die Ergebnisse der Konkurrenz aus Bielefeld und Dresden bescheren den Bochumern den Klassenerhalt. Neururer: „Dieses Spiel war wie ein Film über die Saison. Wir hatten die Chancen, nutzen aber keine.“

München. Fast 2500 Fans waren mitgereist nach München, die meisten in Hofbräuhauslaune. Doch als die Mannschaft des VfL Bochum sich schwer geschlagen aufraffte nach den 90 Minuten, hin zur Kurve trottete, da gab es wieder nur Schimpf und Schande für die Verlierer.

0:2 unterlag Bochum beim TSV 1860 München – der Klassenerhalt aber, das ist die gute Nachricht an diesem Sonntag, ist dank gütiger Hilfe von Kaiserslautern und Frankfurt am vorletzten Spieltag sicher. Das ganz große Zittern ist vorbei, für erkennbar gute Laune sorgte das aber bei niemand: „Dieses Spiel war wie ein Film über die Saison. Wir hatten die Chancen, nutzen aber keine“, sagte Trainer Peter Neururer. Auch Sportvorstand Christian Hochstätter hatte „Mitleid mit den Jungs, dass sie sich für den Aufwand nicht belohnen.“ Aus der enttäuschenden Saison allerdings machte er keinen Hehl und kündigte an, „viel zu reden“. In dieser, in der nächsten Woche.

Vor dem Anpfiff war die Stimmung noch deutlich besser gewesen. Dabei ließ Trainer Peter Neururer Talent Lukas Klostermann erneut nur auf der Bank. Jonas Acquistapace kehrte als Linksverteidiger nach seiner Rot-Sperre zurück. Heiko Butscher verfolgte die Partie ebenso von der Medien-Tribüne aus wie die nicht im Kader berücksichtigten Christian Tiffert, Lukas Sinkiewicz und Henrik Gulden. Alle vier hatten das Trainingslager in München ja mitgemacht. Knapp einen Monat nach seinem Muskelfaserriss bildete Mirkan Aydin (für Kreyer) mit Richard Sukuta-Pasu eine Doppelspitze in Neururers schon beim peinlichen 1:4 gegen Bielefeld praktizierten 4-4-2.

Bochum mit gutem Beginn

Eine halbe Stunde sah es ganz gut aus für den VfL, nicht nur auf den anderen Plätzen. Bochum stand defensiv kompakt, ließ bis auf einen Distanzschuss von Moritz Stoppelkamp, den Andreas Luthe parierte (5.), keine Chancen zu. Und kam selbst zu guten Möglichkeiten, nach einer Ballstafette über Sukuta-Pasu und Danny Latza, nach einer Freistoß-Flanke des ansonsten gewohnt schwachen Piotr Cwielong und nach einer Balleroberung hatte Mirkan Aydin dreimal die Führung auf dem Fuß und auf dem Kopf. Zweimal scheiterte der Stürmer an Keeper Gabor Kiraly, einmal zielte er – wieder freistehend – daneben (10./22./26.). Mit Aydin kehrte zwar Torgefahr zurück - am Ende aber lachten doch die Münchener.

Ein Geniestreich des für die Bochumer oft viel zu wendigen Stoppelkamp reichte. Seine Vorlage mit der Hacke legte Bobby Wood quer zu Yuya Osako, der ins leere Tor schob. 1:0 – der Japaner Münchens hatte gestochen. Der Japaner Bochums, Yusuke Tasaka, hatte bis dahin praktisch nicht teilgenommen am Geschehen.

Jungwirth kann nicht überzeugen

In der zweiten Halbzeit kam Adnan Zahirovic für den Gelb-belasteten und erneut schwachen Florian Jungwirth, etwas später Lukas Klostermann für Cwielong; gemeinsam mit dem von den 60-Fans lautstark geforderten Münchener Kapitän Benjamin Lauth (58.). Freier rückte vor, Klostermann hinten rechts ein – und gewann gleich ein entscheidendes Laufduell gegen Lauth.

Ansonsten feierten die Löwen eigentlich nur noch ihre alten Helden zum Abschied, neben Lauth kam auch Daniel Bierofka noch. Sommerfeststimmung im Stadion – und ein VfL, der weiterhin Chancen liegen ließ. Zweimal parierte aber auch Luthe riesig gegen Lauth, der sich in der Nachspielzeit doch sein schönstes Abschiedsgeschenk machte - mit dem 2:0. München jubelte – Bochum atmete lediglich erleichtert auf. Denn in der Summe war das, auch mit Blick auf die nahe Zukunft, erneut zu wenig, um den Klassenerhalt wirklich „feiern“ zu können.

 
 

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