VfL verliert unglücklich gegen St.Pauli

Der japanische Neuzugang Takashi Inui sorgte gleich bei seinem Debüt für Kreativität und Dynamik im Offensivspiel des VfL, konnte aber die Niederlage nicht verhindern. Foto: Bongarts/Getty
Der japanische Neuzugang Takashi Inui sorgte gleich bei seinem Debüt für Kreativität und Dynamik im Offensivspiel des VfL, konnte aber die Niederlage nicht verhindern. Foto: Bongarts/Getty

Bochum. Endlich gut, teilweise sogar begeisternd gespielt und doch verloren. Nach der 1:2-Niederlage gegen den FC St. Pauli hat der VfL Bochum bereits nach vier Spieltagen die Tabellenspitze der Zweiten Bundesliga aus den Augen verloren. Ganz im Gegensatz zu den Gästen aus Hamburg.

Nach dem Trauerspiel von Rostock hatte Friedhelm Funkel Veränderungen angekündigt, und der Umbau viel massiv aus. Ostrzolek, Kopplin, Kramer, Berger und der neue Hoffnungsträger Inui kamen in die Mannschaft, die offensiver aufgestellt war - im 4-2-3-1-System. Und wie sich das auswirkte.

Lange nicht mehr hat man eine so früh attackierende, lauf- und spielfreudige Bochumer Mannschaft gesehen. Da war Tempo drin, Direktspiel, Doppelpässe - alles was das Herz begehrt. Und Takashi Inui, vom Boulevard schon vorab „Mini-Kagawa“ getauft, trumpfte auf, als hätte er nie woanders gespielt und sei ein Zwillingsbruder des Landsmannes in Dortmund.

Dabrowski verletzt raus

Die Hamburger mussten sich fühlen wie die Opfer eines Überfalles. Bereits nach wenigen Sekunden brachte eine zu kurz geratene Kopfballabwehr von Markus Thorandt Mirkan Aydin in Schussposition, wenig später zielte der Bochumer Stürmer nach einem Doppelpass mit Christoph Dabrowski etwas zu hoch. Der VfL wirbelte, dass einem das Herz aufging, aber auch St. Pauli deutete seine Gefährlichkeit an: Mahir Saglik, der Ex-Bochumer, prüfte VfL-Schlussmann Andreas Luthe nach einem Eckball.

Die Gastgeber ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken und stürmten weiter. Mit Erfolg. Eine wunderschöne Kombination über Inui und Slawo Freier schloss Kapitän Dabrowski mit seinem ersten Saisontreffer ab. Der VfL löste ein, was Aufsichtsrats-Chef Ernst-Otto Stüber gefordert hatte: „Wir müssen anderen Fußball sehen.“ Anschließend gab es noch einen schönen Antritt von Freier zu sehen, Dabrowski musste wegen einer Innenband-Dehnung, so die erste Diagniose, raus, und allmählich ging den Hausherren die Luft aus.

Die Hamburger bekamen Oberwasser, befreiten sich und kamen prompt zum Ausgleich. Max Kruse hatte freie Fahrt auf dem rechten Flügel, am langen Pfosten stand Björn Kopplin gegen zwei Pauli-Angreifer und ging nicht beherzt genug zum Ball, schon war es geschehen: Fin Bartels überwand Luthe zum 1:1. Ganz offensichtlich hatte der VfL, der längst nicht mehr in der Lage war, Pressing zu spielen, überdreht.

Elfmeter verweigert

Allerdings hatte das schnelle Spiel auch den starken Bundesliga-Absteiger Kraft gekostet, wenngleich St. Pauli in der Folge die besseren Möglichkeiten hatte. Luthe bekam nun Arbeit und musste bei den Versuchen von Max Kruse und Rothenbach auf der Hut sein. Als nach dem Wechsel dann Freier von Thorandt zu Fall gebracht wurde, der Pfiff von Schiedsrichter Markus Wingenbach aber ausblieb, waren die VfL-Fans sauer. Inzwischen hatte sich ein offener Schlagabtausch entwickelt, den die japanische „Wunderwaffe“ Inui hätte entscheiden können. Einen in dieser Perfektion seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr im Bochumer Stadion gesehenen Konter über Freier schloss Inui gekonnt ab, aber ein, zwei Zentimeter fehlten dann doch zum großen Glück des Debütanten.

Nun war der VfL, der ja dringend einen „Dreier“ brauchte, dem entscheidenden Treffer näher. Aber Denis Berger zögerte zu lange mit dem Abschluss. „Alles ist möglich, ein Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage“, hatte Paulis Trainer Andre Schubert vorher gesagt. Es sollte dann ein Sieg für Schubert werden.

Gerade noch war Kevin Vogt am Strafraum der Gäste gestoppt worden, da hatte Kruse nach einem tollen Pass von Bruns auf der Gegenseite freie Bahn. Mit seinem dritten Saisontreffer zerstörte Kruse alle Hoffnungen der Bochumer, die nicht mehr kontern konnten - obwohl Schachten wenige Minuten vor dem Abpfiff noch die Gelb-rote Karte sah.

VfL Bochum - FC St.Pauli 1:2 (1:1)

Bochum: Luthe - Kopplin, Maltritz, Sinkiewicz, Ostrzolek - Kramer (46. Toski), Dabrowski (21. Vogt) - Freier, Inui, Berger - Aydin (79. Ginczek). - Trainer: Funkel

Tore: 1:0 Dabrowski (7.), 1:1 Bartels (32.), 1:2 Kruse (84.)

Schiedsrichter: Markus Wingenbach (Diez)

Zuschauer: 22.913

Gelb-Rote Karten: Schachten (St.Pauli) wegen wiederholten Foulspiels (86.) Gelbe Karten: Kramer, Ostrzolek, Toski - Hennings

 
 

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