Bochum

VfL-Trainersuche: Ex-Schalker Slomka aus dem Rennen

Vor dem Beginn der Pressekonferenz: (v.l.) Hans-Peter Villis, Sebastian Schindzielorz, Heiko Butscher.
Vor dem Beginn der Pressekonferenz: (v.l.) Hans-Peter Villis, Sebastian Schindzielorz, Heiko Butscher.
  • Allzu viel ändern wird Interimstrainer Heiko Butscher personell beim Spiel des VfL Bochum gegen Darmstadt 98 wohl nicht
  • Riemann bleibt im Tor

Bochum. Ganz entspannt kommt Heiko Butscher in den ausnahmsweise gut gefüllten Medienraum des VfL Bochum. Unverkrampft wirkt er, ohne das Wesentliche aus den Augen zu verlieren, das bedeutende Heimspiel seines VfL Bochum am heutigen Freitag (18.30 Uhr) gegen Darmstadt 98.

Vor allem will Butscher, der ein, maximal zwei Spiele das Team coachen wird, Zuversicht vermitteln. Intern wie extern. „Es wird eine Mannschaft auf dem Platz stehen, die 100 Prozent Einsatz bringen wird, die dieses Spiel gewinnen kann. Und ich glaube auch, dass sie es gewinnen wird.“

Der Funken soll überspringen

Der Funken soll so vom Rasen auf die Ränge überspringen, die sich noch füllen sollen: Bis gestern waren erst rund 10 000 Karten abgesetzt nach zuletzt zwei Heimpleiten ohne Tor, nach vier Niederlagen in Folge. „Alle sollen kommen“, nimmt Butscher den von einem Journalisten in einer Frage zugespielten Ball auf. „Der Support ist unheimlich wichtig fürs Team.“

Eine Unterstützung, die zuletzt von Hochstätter-Raus-Rufen und vielen anderen Nebenkriegsschauplätzen überlagert wurde. Sebastian Schindzielorz, der neue Sportvorstand, appelliert an alle, vom Mitarbeiter über die Medien, von den Spielern über den Vorstand und Aufsichtsrat bis zum Anhänger, nun zusammenzurücken. Denn, so Butscher: „Ein Selbstläufer wird der Klassenerhalt nicht.“

Butscher lobt die Arbeit von Rasiejewski

Der 37-Jährige, der ja einige Monate als Co-Trainer mit Jens Rasiejewski zusammen gearbeitet hat, betont mehrmals die „gute Vorarbeit“ Rasiejewskis und will keinesfalls alles über den Haufen werfen. Es geht um das Mentale, den Glauben an die eigene Kraft. „Wichtig ist, dass wir eine positive Grundstimmung reinkriegen. Ich habe heute in die Gesichter der Spieler geschaut und gesehen: Die wollen den Bock jetzt umstoßen.“

Personell sind im Vergleich zum Spiel in Dresden keine großen Veränderungen zu erwarten. Kapitän wird Stefano Celozzi und im Tor Manuel Riemann bleiben, das hat Butscher erklärt, der seine Karten ansonsten nicht auf den öffentlich diskutablen Tisch legen will. Neun, zehn Positionen, sagt er später im kleinen Kreis, habe er sicher im Kopf sowie die eine oder andere neue Idee. Unter dem Strich soll eine Mischung aus Stabilität und Offensivdrang zum Erfolg führen.

Wann Schindzielorz einen neuen Trainer präsentiert, ist noch offen. Klar ist, dass er kein Jungspund sein, eine klare Sprache beherrschen, Überzeugung ausstrahlen und als Typ passen soll zum VfL. Mirko Slomka wird es wohl nicht.

Aufsichtsrat hat volles Vertrauen in Schindzielorz

Schindzielorz spricht nur davon, nun eine Kandidatenliste zu erstellen und abzuarbeiten. Er ließ auch offen, ob ein „Feuerwehrmann“ bis Saisonende oder ein Trainer mit längerfristiger Perspektive gesucht wird: „Das hängt von dem Gespräch mit dem Kandidaten ab.“

Der neue Sportvorstand selbst, der damit erstmals als Manager im Profifußball arbeitet, hat sein Handwerk unter seinem eigenen Vorgänger Christian Hochstätter verfeinert – und genießt das volle Vertrauen des Aufsichtsrates über die Saison hinaus: „Wir mussten nicht lange überlegen, Sebastian Schindzielorz zum neuen Sportvorstand zu bestellen“, sagte Aufsichtsrats-Vorsitzender Hans-Peter Villis. „Er weiß als Bochumer, wie das Umfeld tickt. Er ist unheimlich vernetzt, er kann den Job.“

 

EURE FAVORITEN