VfL-Trainer Peter Neururer straft Fabian Holthaus ab

Ralf Ritter
Fabian Holthaus kommt in dieser Saison auf bisher vier Liga- und einen Pokalspieleinsatz.
Fabian Holthaus kommt in dieser Saison auf bisher vier Liga- und einen Pokalspieleinsatz.
Foto: Klaus Pollkläsener / WAZ FotoPool
Der U-19-Europameister Fabian Holthaus vom VfL Bochum hat sich laut Trainer Peter Neururer nach dem U-20-Länderspiel nicht zurückgemeldet und ist beim Heimspiel gegen den VfR Aalen am Freitag daher nicht im Kader. "Es gibt keine Diskussion, nur eine klare Ansage von mir.“

Bochum. Peter Neururer hat Linksverteidiger Fabian Holthaus für das Zweitligaspiel am Freitag gegen Schlusslicht VfR Aalen (18.30 Uhr, LIVE bei uns im Ticker) aus dem Kader gestrichen. „Er hat sich nach dem Länderspiel nicht bei mir gemeldet“, erklärte der Trainer des VfL Bochum am Mittwochmittag den Grund - und war sichtlich sauer über das Verhalten des U-19-Europameisters.

Es sei klare Regel, so Neururer, dass sich Nationalspieler nach ihren Partien beim Trainer melden und erklären, wie es ihnen geht. Bei Routinier Stanislav Sestak, der für die Slowakei am Dienstagabend gegen Finnland gespielt und beim 2:1-Sieg einen Treffer vorbereitet hat, sei „alles gut“, sagte der Trainer. Der Stürmer werde am Donnerstag das Abschluss-Training mitmachen. Dies gelte auch für Innenverteidiger Malcolm Cacutalua, der wie sein Vereinskollege Fabian Holthaus am frühen Dienstagabend noch für die U20-Nationalmannschaft des DFB in Stettin/Polen aktiv war. Das deutsche Team gewann mit 2:0, Cacu-talua wurde nach der Pause, Holthaus in der Schlussphase eingewechselt. „Wie es Fabian Holthaus geht, weiß ich nicht“, sagte Neururer rund 17 Stunden nach dem Abpfiff des Länderspiels. „Deshalb kann ich mit ihm auch nicht planen für unser Spiel am Freitag.“ Dieses Verhalten könne er „nicht durchgehen lassen“, so der Coach: „Da gibt es auch keine Ausreden, das hat mit Respekt zu tun.“ Ein Vier-Augen-Gespräch werde es auch nicht geben, „keine Diskussion, nur eine klare Ansage von mir“. Danach aber, so der Trainer, könne sich das Talent wieder „wie jeder Spieler“ für die nächste Partie am 29. November in Ingolstadt empfehlen. „Weitere Folgen hat das für ihn nicht.“

Holthaus ist ohnehin eher nur zweite Wahl

Allerdings sind die Aussichten für den Linksfuß ohnehin nicht besser geworden zuletzt. Holthaus kommt in dieser Saison auf bisher vier Liga- und einen Pokalspieleinsatz, als Stammspieler Timo Perthel verletzt ausfiel. Unterm Strich zeigte er, ähnlich wie Neuzugang Perthel bisher übrigens auch, mal gute, mal durchwachsene, mal schwächere Leistungen - Konstanz fehlte. Als Perthel sich zurückmeldete vor der letzten Partie in Kaiserslautern, erhielt der erfahrenere 25-Jährige wieder den Vorzug.

Während seiner Länderspielreise mit der U20 dürfte Holthaus auch nicht entgangen sein, dass der VfL mit Felix Bastians (26) einen weiteren gestandenen Spieler verpflichtet hat, der in seinen 13 Partien in der vergangenen Saison beim VfL meist als Linksverteidiger auflief. Auch wenn Bastians, spielberechtigt erst ab Januar, nun vor allem als Innenverteidiger geholt wurde, könnte Holthaus damit hinter Perthel und Bastians auf Position drei rutschen in der Rangfolge der Linksverteidiger.

Als Startspieler wäre Holthaus wohl ohnehin nicht in Frage gekommen am Freitag, da Timo Perthel in dieser Woche alle, teils ja sehr intensiven Einheiten zur Vorbereitung auf das erhoffte „Pressing, Pressing, Pressing“ (Neururer) mitgemacht hat. Ausfallen wird neben Jan Simunek nur Henrik Gulden, der nach einem Bluterguss im Sprunggelenk gestern nicht mittrainieren konnte. Gulden spielte in dieser Saison aber ohnehin noch keine Rolle. Selim Gündüz und Marco Terrazzino, der in Kaiserslautern nicht zum Kader zählte und nachrücken könnte, wirkten nach ihren Blessuren am Dienstag gestern wieder mit.