VfL-Trainer Neururer plant gegen Dresden mit zwei Stürmern

Stefan Rebein
Die Profis des VfL Bochum haben nach der Trainingseinheit am Mittwoch noch kurzerhand ein persönliches Torschuss-Training anberaumt.
Die Profis des VfL Bochum haben nach der Trainingseinheit am Mittwoch noch kurzerhand ein persönliches Torschuss-Training anberaumt.
Foto: Stefan Arend
Dem Triumph bei Union Berlin soll ein weiterer des VfL Bochum gegen Dynamo Dresden folgen. Mit einer offensiveren Ausrichtung will Peter Neururer gegen die Sachsen aufwarten. Derweil legen die Profis eine freiwillige Extra-Trainingseinheit ein und üben intensiv Torschüsse.

Bochum. Die Leichtigkeit beim VfL Bochum ist nach dem erfolgreichen Auftakt gegen Union Berlin während des Mittwochstrainings nahezu greifbar. Rund um den Übungsplatz sind nur gut gelaunte Zaungäste zu beobachten. Ihr Weg an die Castoper Straße sollte sich lohnen. Die ebenfalls gut aufgelegten Profis zeigen im Trainingsspiel sehenswerte Kombinationen und Torabschlüsse. „Ahh Fußball!“, entfährt es einem entspannten Trainer Peter Neururer beim Zugucken.

Das in gelben Trainingsleibchen gekleidete Team hat im Spiel leichte Vorteile. Sie besteht fast aus der gleichen Elf wie beim erfolgreichen Auswärtsspiel. Allerdings verteidigt Jonas Acquistapace statt Patrick Fabian innen. Der Verteidiger verpasst diese Einheit wegen einer Reizung im Knie, trainiert stattdessen individuell. Doch für das Topspiel gegen Dynamo Dresden (Sport1/Live-Ticker auf WAZ.de) rechnet Neururer fest mit der Rückkehr des 25-Jährigen. „Die medizinische Untersuchung hat keinen Befund ergeben“, erklärte der Coach. Entwarnung also.

Neururer lässt Spiel mit Doppelspitze trainieren

Eine weitere Auffälligkeit beim Training: Neururer setzt bei beiden Teams auf eine Doppelspitze. Neben Richard Sukuta-Pasu agiert Mirkan Aydin hängend. Auf der anderen Seite bilden der 19-jährige Joel Reinholz und U23-Stürmer Sven Kreyer, der in dieser Woche wiederholt mittrainiert, ein Angriffsduo. Der treffsichere 22-Jährige ersetzt den abgewanderten Daniel Engelbrecht. „Seinen Abgang haben wir mit Sven Kreyer mehr als kompensiert“, meint Neururer. Er traut dem Stürmer eine positive Entwicklung zu. Kreyer selbst gibt sich bescheiden. „Ich freue mich dabei zu sein und mich zeigen zu dürfen“, sagt er nach dem Training.

Ob der 22-Jährige im Kader gegen Dresden steht, hängt vom ersten Pflichtspiel der VfL-Reserve bei Borussia Mönchengladbach am Samstag ab. Beim Freitagstraining der zweiten Mannschaft sollen jedenfalls diejenigen Profis, die auch fürs Spiel der U23 in Frage kommen, mit dem Team von Trainer Dariusz Wosz trainieren.

Im Grunde will Neururer den Kader vom ersten Pflichtspiel nicht verändern. Doch unter der Einbeziehung des Gegners scheint sich zumindest eine Systemumstellung abzuzeichnen. „So offensiv wie möglich“, will der 58-jährigei Übungsleiter spielen lassen.

Kein Wiedersehen mit Ex-Bochumer Zlatko Dedic

Zu diesem Zeitpunkt rechnet der Trainer noch mit einem möglichen Wiedersehen mit Zlatko Dedic. Doch der Ex-Bochumer fällt fürs Topspiel mit einer Viruserkrankung aus. Dennoch schätzt der VfL-Trainer den Gegner stark ein. „Sie sind immer im Stande Freistöße zu verwandeln.“ Oder gefährlich mit schnellen Kontern.

Deswegen fordert nicht nur Neururer Wachsamkeit und möglichst wenige Fouls in Strafraumnähe, wie in der zweiten Halbzeit bei Union Berlin geschehen. Auch Sportvorstand Christian Hochstätter warnt vor zu viel Zufriedenheit: „Union war nur eines von 34 Spielen“, sagt er. Dies sei kein Grund, um abzuheben. Doch mit einer Einstellung auf wie in der Hauptstadt sieht der 49-Jährige gute Chancen gegen die Sachsen.

Diese wollen sich die Profis nicht nehmen lassen. Einige von ihnen sind so heiß aufs runde Leder, dass sie selbst nach Trainingsschluss einfach weitermachen und an ihrer Torschusstechnik feilen. Es fällt ihnen offensichtlich leicht.