Bochum

VfL-Trainer Gertjan Verbeek fordert "mehr Qualität"

Trainer Gertjan Verbeek beendete die Saison mit dem VfL Bochum auf dem neunten Platz.
Trainer Gertjan Verbeek beendete die Saison mit dem VfL Bochum auf dem neunten Platz.
Foto: Udo Kreikenbohm / FUNKE FotoServices

Bochum. Schade ist wohl eine viel zu schwache Vokabel für diese vergebene Chance. Da ist - erstmals seit Jahren - die Bude richtig voll, da hat der VfL Bochum die verlockende Aussicht, auf den letzten Metern einer sehr holperigen Saison noch richtig Geld einzusammeln, da geht es auch noch um einen unverhofften Imagegewinn - und all’ das rinnt der Mannschaft in 90 Minuten durch die Finger.

Bochum sucht nun andere, bessere Spieler

Es war nur ein kurzer Satz von Gertjan Verbeek, der nach der 1:3-Niederlage gegen den FC St. Pauli die jüngere Vergangenheit kurz ausleuchtete und gleichzeitig in die Zukunft wies. „Es ist wichtig, Qualität dazu zu bekommen“, sagte der niederländische Trainer. Heißt im Klartext: Wir brauchen hier und dort andere, bessere Spieler.

Verbeeks Befund nach diesen abschließenden 90 Minuten war so klar wie einleuchtend: Es fehlte die Stabilität. Und dieses Defizit hatte sich durch nahezu sämtliche Spiele der gerade beendeten Zweitliga-Saison gezogen. Auftritte wie der vor einer Woche in München, als sich die Bochumer Mannschaft praktisch keine Unkonzentriertheit erlaubte, waren die Ausnahme.

Gündüz erzielt die frühe Führung

Bei bestem Fußballwetter und vor vollen Rängen legten die Gastgeber gut los. Nach einem langen Einwurf von Marco Stiepermann und der Kopfballverlängerung von Patrick Fabian traf Selim Gündüz volley zum 1:0. Der VfL ließ nicht locker und kombinierte sich sehenswert in den Strafraum der Gäste. Johannes Wurtz hatte das 2:0 auf dem Fuß, aber Philipp Heerwagen, St. Paulis Mann im Tor mit Bochumer Vergangenheit, parierte. So weit, so gut.

Dann kam der Rückschlag. Fabian konnte an der Eckfahne die Hereingabe von Aziz Bouhaddouz nicht verhindern, Lennart Thy stand in der Mitte jede Menge Rasen zur Verfügung, weil Tim Hoogland den Raum nicht zustellte - 1:1. Das war der Filmriss. Zwar zwang Peniel Mlapas Kopfball Heerwagen erneut zu einer Reaktion, doch die Gäste, dank einer starken Rückrunde mit viel Selbstvertrauen ausgestattet, übernahmen nun allmählich das Kommando.

Lasse Sobiech dreht die Partie

Der Rest ist rasch erzählt. St. Paulis Innenverteidiger Lasse Sobiech, in der Luft nur schwer zu verteidigen, traf per Kopf nach einer Ecke zur Hamburger Führung. Die Gastgeber legten nun den Vorwärtsgang ein, fanden allerdings nicht die richtigen Mittel. Trotzdem gab es Gelegenheiten. Hoogland, der in derlei Spielen ja immer zu den treibenden Kräften zählt, hielt es nicht mehr hinten. Aber der Defensiv-Spieler hatte kein Glück, nicht mit links nach Thomas Eisfelds Freistoß, nicht mit dem Kopf, als der Ball über die Latte rauschte, und auch nicht kurz vor Toresschluss, als erneut Heerwagen Sieger war.

Zu diesem Zeitpunkt war die Partie allerdings bereits entschieden. Maxim Leitsch, das Bochumer Abwehr-Talent, war bei einem Konter der Hamburger im Zweikampf etwas zu naiv für Lennart Thy, der sich - eigentlich alles andere als ein Knipser - über seinen zweiten Treffer an diesem Tag freuen durfte.

VfL beendet die Saison nur auf Platz neun

„Ich gucke nur auf Platz sechs“, so war Bochums Sportvorstand Christian Hochstätter im VfL-Echo zitiert worden. Als Sechster ging nun aber Heidenheim durchs Ziel, der VfL Bochum musste sich nach der zweiten Heimniederlage dieser Spielzeit mit 44 Punkten und Rang neun zufrieden geben. Mehr Durchschnitt geht praktisch nicht. Aber diese Platzierung kommt der Realität sehr viel näher als der am Ende zum Ziel auserkorene sechste Rang. Dass man in 90 Minuten drei Plätze im TV-Ranking und damit etwa 1,2 Millionen Euro verspielt hatte, ließ keine Freude aufkommen.

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