VfL-Trainer Gertjan Verbeek erklärt, was ihm bereits gefällt

Dominik Hamers
Gertjan Verbeek.
Gertjan Verbeek.
Foto: firo

Vaals. Bevor der Tross vor der Rückfahrt ins Ruhrgebiet den Bus bestieg, musste Gertjan Verbeek lächeln. Ein wenig gezwungen, das war ihm anzumerken. Einige Niederländer, die wegen ihres Landsmannes zum Trainingslager des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum nach Vaals gekommen waren, wollten unbedingt noch ein gemeinsames Foto mit ihm aufnehmen.

Ohne die Schnappschüsse hätte Verbeek wohl keinen besonderen Grund gehabt, die Mundwinkel nach oben zu ziehen. Denn zum Abschluss des sechs Tage dauernden Trainingslagers in dem kleinen Ort in Holland hatte seine Mannschaft ihm nicht das gezeigt, was er hatte sehen wollen.

Verbeek hatte mehr erwartet

Das Testspiel gegen den belgischen Zweitligisten Royale Union St. Gilloise (0:0) hatte Verbeek sogar enttäuscht. „Ob man zufrieden ist oder nicht, hängt ja damit zusammen, was man erwartet hat. Und ich hatte mehr erwartet“, begründete der Niederländer seine mäßige Laune nach dem zweiten Freundschaftsspiel in der Woche. Er schloss an: „Gegen diesen Gegner hätten wir gewinnen müssen.“

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Zumal: Nach den beiden Testspiel-Niederlagen gegen den ukrainischen Meister Schachtar Donezk (0:2) und den belgischen Erstligisten RSC Charleroi (1:2) hätte er seiner Mannschaft ein Erfolgserlebnis gewünscht. Das brauche seine Mannschaft, um das entsprechende Selbstvertrauen aufzubauen. Denn der VfL hat klar angesagt, in dieser Saison den Aufstieg in die 1. Bundesliga schaffen zu wollen.

Taktisch schon weit

Immerhin: Taktisch, das versicherte der Niederländer, sei seine Mannschaft schon so weit, wie er es sich zum aktuellen Zeitpunkt wünscht. Das Team forme sich, was nach Aussage von Verbeek auch an den Aktivitäten des Vereins auf dem Transfermarkt liegt.

„Es ist für uns ein Vorteil, dass wir nur drei neue Spieler bekommen haben. Man sieht, dass wir weiter sind als letztes Jahr um diese Zeit“, erklärt der 54-Jährige.

Fünf Tage harte Arbeit

Verbeekt betont, dass ihm die Zeit mit seiner Mannschaft gut getan habe. Den Spielern selbst offenbar auch. Fünf Tage harte Arbeit, dazu ein halber mit einem entspannten Programm. Den Donnerstagnachmittag nutzten die VfL-Profis für Aktivitäten, die keine große physische Anstrengung erforderten. Bogenschießen, Tontaubenschießen mit Laserpistolen sowie einen Las-Vegas-Abend mit Poker und Black Jack. „Dabei sieht man, wie die Leute miteinander umgehen, wer sich zurückzieht, wer die Leitung übernimmt. Das alles nimmt man mit. Zum Beispiel für Spielergespräche“, sagt der Bochumer Cheftrainer.

Er hat für die beiden Tage nach dem Trainingslager Ruhe verordnet: „Die Spieler sollen zu ihren Familien gehen und den Kopf frei bekommen.“ Denn schon am Mittwoch geht es weiter mit dem straffen Programm. Zunächst das Testspiel (18.30 Uhr) beim Stadtrivalen SG Wattenscheid 09, anschließend sind Verbeek und das Team beim Thüringer Mediencup zu Gast. „Da sind wir wieder lange zusammen. Das ist gut, weil sich die Spieler untereinander noch besser kennenlernen“, erklärt der Trainer.

Integration der neuen Stürmer klappt

Er hat den Eindruck, dass die Integration der neuen Stürmer Dimitrios Diamantakos und Lukas Hinterseer sowie des Ex-Hoffenheimer Linksverteidigers Danilo Soares sehr gut geklappt hat. Das sind drei Transfers, die in vollem Umfang die Anforderungen des Trainers erfüllen. „Wir wollen wieder mehr pressen als letztes Jahr. Dafür hatten wir in der letzten Saison aber zu viele Probleme in der Abwehr. Aber sowohl Diamantakos als auch Hinterseer haben wir verpflichtet, weil sie in der defensiven Arbeit ihre Leistung bringen können.“