VfL-Torschütze Bandowski: "Als hätte ich nie in einem Stadion gespielt"

Jannik Bandowski.
Jannik Bandowski.
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Duisburg.. Als Jannik Bandowski im Bochumer Mannschaftsbus saß und zum Ruhrderby nach Duisburg fuhr, da war es ihm ein Bedürfnis, sich bei seiner Freundin zu melden. Er wollte ihr seine emotionale Lage vor dem Spiel schildern. Er wisse nicht, was auf ihn zukomme, schrieb er seiner Lebensgefährtin, so lange hatte er nicht mehr auf dem Platz gestanden.

Am 15. April des vergangenen Jahres, um ganz genau zu sein. Im Trikot des damaligen Zweitligisten 1860 München, in – genau – Duisburg. Damals gewannen die Zebras mit 2:1. Bei seiner Rückkehr auf den Rasen war das Endergebnis mit 1:1 aus seiner Sicht besser als vor anderthalb Jahren. Aber lange nicht zufriedenstellend. Und deshalb war die Freude über den eigenen Auftritt eher verhalten. „Ich kann nicht sagen, dass es traumhaft war, dafür haben zwei weitere Punkte gefehlt“, sagte der Blondschopf.

Bei seinem ersten Pflichtspiel im Trikot des VfL wurde er gleich zum Retter

Für ihn persönlich sei es natürlich schön gewesen. Nach der Pause auf den Platz zu kommen. Denn Ball zu bekommen. In den Strafraum zu marschieren. Und schließlich Duisburgs Torhüter Mark Flekken eiskalt zum 1:1-Ausgleich zu überwinden. Nach nur etwa anderthalb Minuten Spielzeit im zweiten Durchgang. Bei seinem ersten Pflichtspiel im Trikot des VfL wurde er gleich zu Bochums Retter.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der 23-Jährige mental längst wieder auf Profi-Fußball eingestellt. Es sei gar nicht so einfach gewesen, zu realisieren, dass man auf einmal wieder spielen dürfe, sagte Bandowski. „Für mich war es, als ob ich noch nie in einem großen Stadion gespielt hätte“, erklärte er, „aber dann kam das Adrenalin zurück und ich wusste, was ich zu tun habe.“

Gegen Ende des Spiels fehlte dem ehemaligen Jugend- und U23-Spieler von Borussia Dortmund die Puste. „Ich habe lange kein Spiel mehr über 90 Minuten gemacht. Und auch nach den 45 Minuten war ich am Ende müde“, sagte Bandowski. Das habe auch damit zu tun gehabt, dass er zuletzt leicht erkältet war.

Lob gab es sogar vom Gegner

Fortan soll es mit ihm aufwärts gehen. Das glaubt VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter: „Es freut mich für ihn. Das wird ihm für die nächsten Tage und Wochen einen Auftrieb geben. Es ist wichtig, dass er weiterhin Spielpraxis bekommt“, sagte der gebürtige Augsburger. Lob gab es sogar vom Gegner: „Jannik ist ein gefährlicher Spieler, an dem der VfL Bochum noch viel Freude haben wird“, so MSV-Verteidiger Enis Hajri.

 
 

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