VfL-Manager Todt stellt sich hinter Funkel

Ralf Ritter
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Spätestens mit dem 1:2 bei Union Berlin hat der VfL Bochum den Ligastart gründlich verpatzt. Trotzdem will Sportvorstand Jens Todt an Trainer und Saisonziel festhalten. Panikmache habe noch keinem Verein geholfen.

Bochum. „Der Saisonstart ist in die Hose gegangen“, hat Jens Todt kurz nach dem 1:2 bei Union Berlin festgestellt. Enttäuscht, aber gefasst. Auch am Tag danach blieb der Sportvorstand sachlich, was keineswegs zu verwechseln ist mit emotions-, gar tatenlos. „Es gibt nichts schönzureden“, stellte Todt klar. Den „Unmut der Fans“ könne er nachvollziehen, den „respektieren wir“, dem „stellen wir uns“.

Eine Diskussion um Trainer Friedhelm Funkel, der in Internet-Foren teils mit sachlicher Kritik, teils mit Polemik und kaum erträglichen Kraftausdrücken angegriffen wird (Tenor: „Funkel raus“), gebe es intern aber nicht. „Der Trainer hat schon sehr viele schwierige Situationen gehabt und sie fast immer gemeistert“, sagt Todt. Wobei er betont, dass die Lage ernst sei: „Wir unterschätzen die Situation nicht. Der Druck wird nicht kleiner. Aber Panik oder Panikmache gibt es bei uns nicht.“

"Wechseln nicht alle zwei Wochen unsere Ziele"

Auch aus seiner eigenen Erfahrung heraus, so der Ex-Freiburger und Bremer Profi, würden „Vereine, die in schwierigen Situationen nicht kopflos agieren, sondern an dem festhalten, was sie sich vorgenommen haben“, letztlich erfolgreicher abschneiden.

Entsprechend konsequent rückt Todt auch nicht vom Saisonziel ab. Natürlich falle es derzeit schwer, den Blick auf die enteilte Spitzengruppe zu richten, aber: „Wir wechseln nicht alle zwei Wochen unsere Ziele.“

Damit das Thema Aufstieg aber auch tabellarisch wieder erkennbar wird, müsse sich einiges ändern: „Wenn wir nicht 100 Prozent abrufen, gewinnen wir nicht“, kritisierte er und fordert damit mehr Einsatz, mehr Laufbereitschaft, ein aggressiveres Zweikampfverhalten. „Wir müssen schnell stabil werden“, so Todt. Dies aber „ohne die neuen offensiven Optionen, die wir haben“, zu vernachlässigen. Stabilität, eine ansehnliche Balance zwischen Defensive und Offensive müsse man herstellen. Todts Forderung: „Das geht nur durch viel Kleinarbeit im Training.“