VfL ist nach Goretzka-Wechsel „nicht euphorisch, aber zufrieden“

Michael Eckardt
Trainer Peter Neururer vom VfL Bochum (r.) muss ohne Leon Goretzka planen.
Trainer Peter Neururer vom VfL Bochum (r.) muss ohne Leon Goretzka planen.
Foto: Udo Kreikenbohm / FUNKE Foto Services
Nach der Einigung im Transferstreit mit Schalke 04 um den Wechsel von Leon Goretzka zog Aufsichtsrats-Chef Hans-Peter Villis dieses Fazit: „Wir sind nicht euphorisch, aber zufrieden.“ Kaum zufriedenstellend war dagegen der Auftritt der Bochumer beim schmneichelhaften 1:1 gegen Preußen Münster.

Bochum. Die Kuh ist vom Eis, jedenfalls was den VfL Bochum betrifft. Man hat im Transferstreit mit dem FC Schalke 04 um Leon Goretzka eine Einigung gefunden. „Der Rahmen ist fixiert“, sagte Aufsichtsrats-Chef Hans-Peter Villis am Sonntagabend, die restlichen Formalitäten sollen in der kommenden Woche erledigt werden. Villis zog folgendes Fazit: „Wir sind nicht euphorisch, aber zufrieden.“ Der „Fall“ Goretzka hatte das am Sonntagnachmittag anstehende Testspiel des VfL in Telgte gegen Preußen Münster zur Randnotiz verkümmern lassen.

Horst Heldt und Peter Peters kamen nach Bochum

Am Vormittag waren Schalkes Manager Horst Heldt und Finanzvorstand Peter Peters nach Bochum aufgebrochen, um im Gespräch mit VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter sowie den Rechtsanwälten beider Seiten den gordischen Knoten zu lösen. Wenig später vermeldeten sowohl Hochstätter („Wir haben eine Lösung gefunden, mit der alle Parteien zufrieden sein können“) als auch Heldt („Beide Parteien sind aufeinander zugegangen, denn alle wollten einen Gang vor das Arbeitsgericht vermeiden“) Vollzug - auch auf den Homepages ihrer Klubs. Ein paar Tage zuvor hatte Schalkes Finanzvorstand Peter Peters bei dem Besuch eines Fanklubs noch die Muskeln spielen lassen: „Zur Not gehen wir eben vor Gericht.“

Dass trotz der grundsätzlichen Einigung wenig später von Schalker Seite erneute Bedenken an den ausgehandelten Konditionen geäußert wurden, sorgte beim VfL zwar für Irritationen und Kopfschütteln, änderte aber nichts mehr am Standpunkt der Bochumer, die den Transferstreit nunmehr für beendet ansehen. Offenbar war es dem VfL gelungen, einen strittigen Punkt wegzuverhandeln, mit dem sich nun die Schalker auseinandersetzen müssen.

Schalke wird etwa 3,3 Millionen Euro überweisen müssen

Wie immer in derartigen Angelegenheiten verabredeten beide Seiten Stillschweigen über konkrete Zahlen, aber man darf davon ausgehen, dass die Gelsenkirchener, die ursprünglich nicht mehr als 2,75 Millionen Euro zahlen wollten, nun etwa 3,3 Millionen für den 18-Jährigen werden überweisen müssen. Und die Partizipation der Bochumer an einem späteren Transfergewinn der Schalker dürfte festgeschrieben sein. Nun müssten, so Christian Hochstätter, nur noch „die Verträge quer gelesen und ausgetauscht“ werden, dann sei das Thema endgültig vom Tisch.

Gespielt wurde schließlich - ohne Goretzka - auch noch in Telgte, und dieses Spiel eignete sich wirklich nicht dafür, ausführlich beschrieben zu werden. Nach Toren von Münsters Abwehrchef Patrick Kirsch und VfL-Innenverteidiger Holmar Eyjolfsson - beide per Kopf nach Standards - kamen die Bochumer zu einem äußerst schmeichelhaften 1:1, das sie vor allem Torhüter Andreas Luthe zu verdanken hatten, der zahlreiche weitere Chancen des Drittligisten zunichte machte. Weil Cheftrainer Peter Neururer bereits vor dem Schlusspfiff das Takko-Stadion verlassen hatte, zog „Funny“ Heinemann dieses Fazit: „Wir sind noch zu weit davon entfernt, wo wir hinkommen wollen.“