VfL Bochum würde bei einem Terodde-Verkauf selbst nachlegen

Ralf Ritter
Sind jetzt Kollegen: Anthony Losilla und Peniel Mlapa.
Sind jetzt Kollegen: Anthony Losilla und Peniel Mlapa.
Foto: imago/Revierfoto
Sollte der VfL Bochum Simon Terodde verkaufen, würde man selbst "über Alternativen nachdenken", erklärte Sportvorstand Christian Hochstätter.

Bochum. Rund 15.000 Karten sind verkauft für das zweite Heimspiel des VfL Bochum in dieser Saison gegen Nürnberg am Sonntag, Anpfiff 13.30 Uhr (im Live-Ticker). Es ist noch Luft nach oben. „Unser Ziel muss es sein, dass das Stadion voll ist, dass die Leute stolz auf ihren VfL sind“, sagte Sportvorstand Christian Hochstätter und weiß: Ein guter Saisonstart allein reicht nicht, um (noch) mehr Herzen zurückzugewinnen nach all den Tiefen in den letzten Jahren. „Wir wollen mittel- und langfristig guten Fußball anbieten.“ Den nächsten Schritt in diese Richtung will der bisher makellos auftretende Zweitligist am Sonntag gehen. Gegen den 1. FC Nürnberg.

Die Voraussetzungen, so Trainer Gertjan Verbeek, sind gegeben. Alle Startelf-Spieler der letzten Wochen sind einsatzbereit. Verbeek lobt die Mannschaft, die „Motivation“, die sie zeigt im Training und Spiel, die neben „Qualität“ entscheidend sei für „gute Resultate“. Jeder hängt sich offenbar weiterhin rein - auch, ja gerade Tobias Weis.

Und doch muss sich der Ex-Nationalspieler zunächst hinten anstellen, zählt erstmals in dieser Spielzeit nicht zum Kader. Nach seiner monatelangen Verletzungspause gab es immer wieder Rückschläge, erklärt Verbeek, auch in dieser Woche konnte Weis nicht alle Einheiten bestreiten. Verbeek will den 30-Jährigen, der zunächst bis zum Sandhausen-Spiel Mitte September erstmal nur trainieren und richtig fit werden soll, auch schützen. Denn: „Es ist auch Tobis Mentalität, immer 100 Prozent zu geben.“ Weis müsse sich aber auch mal zurücknehmen, gedulden, um Verletzungen vorzubeugen. Für den Mittelfeldspieler rückt erstmals Peniel Mlapa in den Kader.

Der Eisfeld-Poker ist endlich beendet

Natürlich noch nicht dort zu finden sein wird Thomas Eisfeld. Der 22-Jährige unterschrieb am Freitag einen Vertrag über drei Jahre bis Juni 2018 und erhielt gleich ein Sonder-Trainingsprogramm fürs Wochenende. Am Montagabend, beim Testspiel beim SC Westfalia Herne, soll er sein „Comeback“ geben beim VfL. „Danach sehen wir, wie fit er ist“, sagt Verbeek. In jedem Fall hat er auf Sicht eine Alternative mehr im Mittelfeld nach „schwierigen, aber fairen Verhandlungen“ mit dem englischen Zweitligisten FC Fulham, so Sportvorstand Christian Hochstätter. Über die Höhe der Ablösesumme wurde Stillschweigen vereinbart, er sei „bezahlbar“ gewesen.

Der Spieler selbst ist „froh“, dass die Zeit des Wartens vorbei ist. „Ich hatte hier ein tolles erstes halbes Jahr“ sagt er und weiß, was auf ihn zukommt: mehr Konkurrenz. Eisfeld: „Ich wollte dennoch unbedingt nach Bochum zurück; auch, weil sich der Verein und seine Verantwortlichen intensiv um mich bemüht haben.“

Bochum will Terodde halten

Dass Simon Terodde noch etliche Pflichtspiele mit ihm bestreitet, davon geht man beim VfL Bochum aus - eine Garantie freilich gibt es nicht. Sollte der Stürmer doch noch wechseln, würde man einen Teil der Ablösesumme in Ersatz stecken, sofern dies kurzfristig möglich sei, erklärte Hochstätter. „Die Bundesliga schläft nicht. Wir schlafen aber auch nicht, das hat man in den letzten Wochen gesehen“, sagte er. „Wir haben eine klare Kaderplanung. Verlässt uns ein Spieler, dann denken wir über Alternativen nach.“ So habe man Peniel Mlapa für Michael Gregoritsch verpflichtet. Hochstätter: „Wir wollen die Qualität in der Breite behalten.“