VfL Bochum steht gegen St. Pauli wieder mächtig unter Druck

Gefeiert am 19. April 2013, nach dem 3:0 bei seinem Heimcomeback gegen St. Pauli: Trainer Peter Neururer.
Gefeiert am 19. April 2013, nach dem 3:0 bei seinem Heimcomeback gegen St. Pauli: Trainer Peter Neururer.
Foto: Udo Kreikenbohm
Das 0:3 in Ingolstadt hat die Vereinsführung sprichwörtlich auf die Palme gebracht. Die Partie am Freitag gegen den FC St. Pauli ist für den VfL Bochum erneut ein bedeutendes Spiel.

Bochum. Es gibt nur zwei. Zwei Spieler des VfL Bochum im frostigen Dezember 2014, die schon „damals“ zur ersten Wahl gehörten. Zur Startelf, die den FC St. Pauli am 19. April 2013 mit 3:0 nach Hause schickte.

Andreas Luthe und Yusuke Tasaka waren aktiv dabei. Luthe hielt die Null - Tasaka traf zum 3:0.

Es war das erste Heimspiel von „Peter dem Großen“, dem „Retter“, wie er vor 20 Monaten noch gehuldigt wurde, als Neururer bei seinem Bochumer Trainer-Comeback in den letzten sechs Saisonspielen den VfL letztlich zum Klassenerhalt führte. Das 2:0 in Cottbus bereitete den Boden, das 3:0 gegen St. Pauli ließ Zweifler verstummen, zwei Erfolge gegen Sandhausen und Köln später war der Klassenerhalt fast perfekt.

Am Freitag (18.30 Uhr/live bei uns im Ticker) kommt wieder dieser Kult-Klub aus Hamburg. Von der Gefahr, bei einer Pleite abzustürzen bis in die Niederungen, ist der VfL aktuell noch weit entfernt. Zum einen ist er Zehnter mit sieben Punkten Vorsprung auf Schlusslicht St. Pauli und Aue und sechs vor Aalen, dem Relegations-Sechzehnten. Zum anderen schreibt man erst den 16. und nicht schon den 30. Spieltag.

Meinungsverschiedenheiten beim VfL

Doch von dieser Aufbruchstimmung des Aprils 2013 ist derzeit auch nichts zu spüren. Im vorletzten Heimspiel, beim 0:3 gegen München 1860, gab es erstmals in dieser Saison „Neururer-Raus“-Rufe; das 4:0 gegen Aalen beruhigte wohl nur die reinen Ergebnis-Fans, und das 0:3 in Ingolstadt hat die Führung des Vereins sprichwörtlich auf die Palme gebracht.

Sportvorstand Christian Hochstätter und, laut Bild-Zeitung, auch Aufsichtsrats-Chef Hans-Peter Villis fordern nicht zwangsläufig eine bessere Platzierung, aber bessere Leistungen, mehr Konstanz. Und zumindest in der Öffentlichkeit liest und hört man spätestens seit dem München-Spiel nichts mehr, das dem Trainer, dessen Vertrag ja ausläuft im Sommer 2015, als Rückenstärkung dienen könnte. Zuletzt gab es medial ausgetragene Meinungsverschiedenheiten. Etwa, ob der Auftritt in Ingolstadt „peinlich“ war (Hochstätter) oder „nicht peinlich“ (Neururer).

Fabian fällt möglicherweise aus

Es ist nach dem Ingolstadt-Debakel (0:3) also womöglich wieder ein überaus bedeutendes Spiel, wenn der VfL Bochum am Freitag St. Pauli empfängt. Dass der Gast, auch mit dem neuen Trainer Thomas Meggle, der Anfang September Roland Vrabec beerbte, oben mitspielen wollte und nun ganz unten steht, macht die Aufgabe für die Bochumer nicht einfacher. Und sollte Patrick Fabian ausfallen, hätte Neururer ein Problem in der Innenverteidigung. Der stellvertretende Kapitän humpelte gestern vom Trainingsplatz, nachdem er wie schon am Vortag einen Schlag auf die Hüfte abbekommen hatte. Eine nähere Diagnose konnte der Verein gestern nicht liefern. Da man Fabian getrost als „harten Hund“ bezeichnen darf, besteht aber Hoffnung.

Dies gilt eingeschränkt auch für Michael Gregortisch. Er bestritt am Mittwoch Lauftraining, heute soll ein Test Klarheit bringen, ob er in den Kader zurückkehren kann. Timo Perthel (Zeheneinriss) dürfte dabei sein, Fabian Holthaus (Wadenprellung) nicht. Bei St. Pauli fehlen u.a. Florian Kringe (Innenbandriss) und der Ex-Bochumer Marc Rzatkowski (Außenbandriss).

 
 

EURE FAVORITEN