Bochum

VfL Bochum: Fans beteiligen sich an DFB-Protest – Robin Dutt geht das „auf die Nerven“

VFL Bochum
Der VFL Bochum spielt am 16.09.2018 gegen den FC Igolstadt im Venovia Ruhrstadion im Rahmen der Zweiten Liga. Trainer Robin Dutt Foto: Udo Kreikenbohm/FUNKE Foto Services
VFL Bochum Der VFL Bochum spielt am 16.09.2018 gegen den FC Igolstadt im Venovia Ruhrstadion im Rahmen der Zweiten Liga. Trainer Robin Dutt Foto: Udo Kreikenbohm/FUNKE Foto Services
  • Der Stimmungsboykott in den Stadien spaltet die Fußball-Fans in ganz Deutschland
  • Bochums Trainer Robin Dutt vertritt einen klaren Standpunkt

Bochum. Die 15.511 Zuschauer im Bochumer Ruhrstadion protestierten beim 0:1 zwischen dem VfL Bochum und Dynamo Dresden rund 20 Minuten lang gemeinsam gegen den Deutschen Fußball Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL).

VfL-Trainer Robin Dutt durch die Aktion einen Nachteil für seine Mannschaft und zeigte sich unzufrieden.

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VfL Bochum: Fans beteiligen sich an Protest

In der 20. Spielminute dribbelte Bochums Sebastian Maier an drei Dynamo-Verteidigern vorbei und hätte beinahe die 1:0 Führung erzielt. Die VfL-Fans skandierten daraufhin lautstark: „VfL, VfL.“ Eigentlich nichts ungewöhnlich nach einer gelungenen Aktion der eigenen Mannschaft. Doch auch die Anhänger von Dynamo Dresden verwandelten den Gästeblock in ein Schal-Meer und fingen an zu singen. Die Dynamo-Fans waren dabei sicherlich nicht so begeistert vom Maier-Solo, vielmehr durchbrachen sie ihren angekündigten Stimmungsboykott als Protest gegen den DFB, an dem sich auch die Bochum-Fans beteiligten. 20 Minuten Stille im Ruhrstadion - Bochums Trainer Robin Dutt sah seine Mannschaft durch die Aktion benachteiligt.

Robin Dutt: „Das war ein Nachteil für uns“

Dutt mit klarer Kante: „Gerade in der Phase, in der wir schlecht gespielt haben, war das ein klarer Nachteil für uns. Insgesamt war es sehr clever von den Dresden-Fans, diese Aktion zu initiieren. Ich hoffe, dass unsere Fans auch so schlau waren und vereinbart haben, dass im Rückspiel auch 20 Minuten lang geschwiegen wird.“

Der Hintergrund: Für die laufende englische Woche rief die aktive deutsche Fanszene zu einem 20-minütigen Stimmungsverzicht in den Stadien der ersten drei Profiligen in Deutschland auf. Das Ziel: Protest in Richtung des DFB senden, der sich aktuell vor allem auf die Bewerbung von Deutschland um die Fußball-Europameisterschaft 2024 konzentriert. Aber auch weitere Themen spielen eine Rolle.

Dutt übt Kritik an der Gesellschaft

Viele Ultragruppen der deutschen Vereine wollen mit ihrem Schweigen in den Stadien auch ihren Unmut über die fortschreitende Kommerzialisierung des Fußballs kundtun und sich gegen Korruption im Fußball aussprechen. Das Statement der aktiven Fanszene Deutschlands: „Wir sind weiterhin bis in die Haarspitzen motiviert, uns für die Grundwerte des Fußballs und gegen eine weitere Entfremdung des Fußballs durch Korruption, Gutsherrenmachenschaften und Kommerzialisierung einzutreten. Wir sehen es mehr denn je als unsere Verantwortung gegen den DFB und die DFL aufzustehen und wissen zehntausende Unterstützer in den Kurven des Landes hinter uns.“

Auch die Fans des VfL Bochum und Dynamo Dresden beteiligten sich an der Aktion. VfL-Trainer Dutt kann mit den Protesten wenig anfangen: „Ich habe da kein Verständnis für“, sagte er und übte Kritik an der Gesellschaft: „Es geht mir immer mehr auf die Nerven, dass immer über alles und jeden protestiert wird. Wir sind zu sehr eine Protestgesellschaft geworden. Dabei sollten wir selbst mehr anpacken - mehr Ehrenamt zum Beispiel leisten.“

 
 

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