VfL Bochum muss Millionenloch stopfen

Sind derzeit an mehreren Fronten gefordert: Jens Todt und Ansgar Schwenken.
Sind derzeit an mehreren Fronten gefordert: Jens Todt und Ansgar Schwenken.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Das Bangen nimmt kein Ende. Nach dem Sieg des Karlsruher SC gegen den SC Paderborn ist das Thema Klassenerhalt für den VfL Bochum immer noch nicht beendet. Gleichzeitig muss sich der Klub aber auch gehörig strecken, um die Lizenz für die kommende Saison zu bekommen.

Bochum. Das Bangen nimmt kein Ende. Nach dem Sieg des Karlsruher SC gegen den SC Paderborn ist das Thema Klassenerhalt für den VfL Bochum immer noch nicht beendet. Gleichzeitig muss sich der Klub aber auch gehörig strecken, um die Lizenz für die kommende Saison zu bekommen.

Unter der Bedingung „Liquiditätspotenzial aufzuzeigen“, sagt Finanzvorstand Ansgar Schwenken, habe die DFL-Geschäftsführung vorläufig die Lizenz erteilt. Es ist also diesmal im Lizensierungsverfahren für die Bochumer nicht mit einer Auflage getan, deren Einhaltung irgendwann einmal im Verlauf der Saison überprüft wird. Die genannte Bedingung muss rasch, konkret bis zum 24. Mai, erfüllt sein, sonst droht der Lizenzentzug. Bedingungen müssen in der Zweiten Bundesliga bespielsweise auch der MSV Duisburg, der SC Paderborn und Hansa Rostock erfüllen.

Schlechte Verhandlungsposition

Hintergrund in Bochum ist, das war zu vermuten, der Sestak-Transfer zu MEK Ankaragücü. Der VfL hat aus diesem Transfer noch eine „rechtlich einwandfreie“ Forderung von 2,4 Millionen Euro ausstehen, die von der DFL aber „nicht als Liquiditätszuschuss gerechnet wird“, so Schwenken. Heißt: Die DFL geht vom „worst case“ aus - das Geld fließt nicht. Zudem hinkt der VfL bei den Zuschauereinnahmen und TV-Geldern den Planzahlen hinterher.

Das Millionenloch könnte auch mit Transfereinnahmen gefüllt werden, aber, sagt Schwenken, „wir wollen uns von dem Datum befreien“. Der Druck, bis Ende Mai zum Abschluss kommen zu müssen, stärke in Transferverhandlungen „nicht gerade die Verhandlungsposition“. Und Geld zu verschenken hat der VfL nun gerade gar nicht. Was nicht bedeutet, dass keine Spieler abgegeben werden, wenn das Angebot stimmt. Das gilt für Takashi Inui und sicher auch für Zlatko Dedic. Meldungen, wonach der noch mit einem Vertrag aus der Erstligazeit ausgestattete Slowene bald aus Dresden zurückkehrt, sind angesichts der Bochumer Finanzprobleme mit Vorsicht zu genießen. Sportvorstand Jens Todt, dem bislang kein konkretes Angebot für Dedic vorliegt, „kann immer nur sagen: Stand heute kommt er zurück“ - weil er nämlich einen gültigen Vertrag bis 2013 besitzt.

Auch über die Zukunft von Marc Rzatkowski ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. „Alles hängt mit allem zusammen“, sagt Todt, der Mimoun Azaouagh „noch ein bisschen Zeit“ einräumen wird, sich für oder gegen das Vertragsangebot zu entscheiden. Mit Federico will der Sportvorstand in dieser Woche noch einmal sprechen.

„Minimalziel Klassenerhalt“

„Erst einmal“, so Jens Todt, wolle man jedoch das „Minimalziel“, den Klassenerhalt, erreichen, „alles andere“ trete so lange „in den Hintergrund“. Bis auf die Lizensierung natürlich. Man habe sich „konkrete Gedanken“ darüber gemacht, wie eine Lösung aussehen könne, sagt Ansgar Schwenken - und ein Modell gefunden. Das möchte man in den nächsten zwei, drei Wochen gemeinsam mit der Sparkasse erörtern und präsentieren.

 
 

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