VfL Bochum kann am Sonntag an Dresden vorbeiziehen

Ralf Ritter
Traf für den VfL Bochum im Hinspiel gegen Cottbus: Zlatko Dedic.
Traf für den VfL Bochum im Hinspiel gegen Cottbus: Zlatko Dedic.
Foto: Udo Kreikenbohm / WAZ FotoPool
Dynamo Dresden spielt 0:0 bei Union Berlin, der SV Sandhausen verliert 1:3 gegen Braunschweig: Der VfL Bochum kann zum Comeback von Trainer Peter Neururer mit einem Sieg in Cottbus am Sonntag nicht nur die Fantasie beflügeln, sondern auch an Dresden vorbeiziehen.

Bochum. Der Spieltag ist eröffnet, er hätte schlimmer starten können für den VfL. Der SV Sandhausen, der bis zum Saisonende auf seinen verletzten Topstürmer Frank Löning verzichten muss, verlor gegen Braunschweig 1:3 und bleibt damit mindestens drei Punkte hinter Bochum. Und Dynamo Dresden kam bei Union Berlin zu einem 0:0. Das ist nicht schlecht, aber mit einem Sieg beim FC Energie Cottbus am Sonntag (13.30 Uhr, live in unserem Ticker) könnte der VfL an den Sachsen vorbei auf Platz 15 ziehen. Und ein Sieg würde den Kartenverkauf für das Heimspiel gegen St. Pauli am Freitag weiter beflügeln, über 12.000 Tickets sind bereits vergriffen.

Die Stimmungslage, sie ist mit der Rückkehr von Peter Neururer bereits vor seinem ersten Spiel gekippt. Sie wird flankiert von Aktionen. „Wir bleiben drin!“ brummt, und die elf Vertreter im vor einem halben Jahr gewählten Fangremium rufen nun in einem offenen Brief zur Unterstützung auf, knapp gesagt: „Kommt ins Stadion“.

Neururer, der all das losgetreten hat zunächst allein mit seiner Person und seinen Drähten, wäre deshalb „ein Heimspiel lieber“ gewesen bei seiner Comeback-Premiere: „Aber vielleicht können wir ja noch einen oben drauf setzen.“

Jonas Acquistapace erhält neue Chance

Zu diesem „Wir“ zählen in Cottbus Alexander Iashvili und Michael Ortega aus freien Stücken nicht mehr. Die dritte Änderung nach dem 0:3 gegen Aue ist dagegen muskulären Problemen geschuldet: Holmar Örn Eyjolfsson bleibt angeschlagen zu Hause. Neururer: „Wir haben noch fünf Spiele danach, wollen nichts riskieren.“

Jonas Acquistapace, von dem robusteren Eyjolfsson zuletzt verdrängt, erhält eine neue Chance, andere Optionen gibt der Kader auch kaum her. Mounir Chaftar wird, wie schon unter Karsten Neitzel in Berlin, als Alternative sowohl für den rechtzeitig genesenen Linksverteidiger Michael Lumb als auch für die Innenverteidigung auf der Bank Platz nehmen.

Acquistapace sei fußballerisch „einer der besten Innenvereidiger der Liga, wenn er sein Potenzial über 90 Minuten abruft“, weiß auch Neururer. Nicht zuletzt wegen Verletzungen aber gelang dies dem spielstarken 23-Jährigen, der bisher nicht gerade die Qualitäten eines Nehmers zeigte, nach einer guten Vorsaison in dieser Spielzeit nur selten. Acquistapace kam erst elf Mal zum Einsatz, davon nur vier Mal von Beginn an.

"Wir müssen punkten."

Ebenfalls in den vorläufigen 19-Mann-Kader, der noch um einen Spieler verringert werden muss, rückten Stürmer Kevin Scheidhauer und der zuletzt gesperrte Yusuke Tasaka. Seinen - dennoch wahrscheinlichen - Einsatz ließ der Trainer ebenso noch offen wie die Frage nach dem zweiten Außenspieler im Mittelfeld (vermutlich: Rzatkowski) sowie dem Rechtsverteidiger (vermutlich: Rothenbach).

Im Mittelfeldzentrum spielen definitiv Christoph Kramer und Leon Goretzka, im Angriff Mirkan Aydin und Zlatko Dedic.

„Wir hoffen auf ein Spiel auf Augenhöhe, wissen aber um die nervlich angespannte Situation bei uns“, lehnt sich Neururer im rein sportlichen Sinne gar nicht so weit aus dem Fenster wie man es erwarten könnte von ihm. Nur das ist klar: „Wir müssen punkten.“

Alle Infos zu den Aktionen: www.vflbochum.de.

DER KADER FÜR DAS SPIEL IN COTTBUS

Mit 19 Spielern ist Peter Neururer nach Cottbus gereist, einer muss noch aus dem Kader gestrichen werden.

Eine mögliche Startelf: Luthe - Rothenbach (Delura), Maltritz, Acquistapace, Lumb - Tasaka, Goretzka, Kramer, Rzatkowski (Freier) - Dedic, Aydin. Ferner dabei: Esser (TW), Chaftar, Toski, Dabrowski, Scheidhauer, Gyamerah.