VfL Bochum geht mit Selbstvertrauen in die neue Saison

Ralf Ritter
Jubel beim VfL Bochum: Mit einem Derbysieg beendete der VfL die Vorbereitung.
Jubel beim VfL Bochum: Mit einem Derbysieg beendete der VfL die Vorbereitung.
Foto: Guido Kirchner / dpa
Nach dem 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund geht der VfL Bochum mit Selbstvertrauen in die neue Saison, die für den Zweitligisten am Sonntag beginnt.

Bochum. Schon Mitte der ersten Halbzeit, nach einer weiteren Glanzparade, stimmten zahlreiche Fans des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum ein „Andi Luthe“ an. Das hat man in dieser Lautstärke lange nicht gehört, nachdem der bei einem Großteil der Anhänger beliebtere Michael Esser den einstigen Kapitän verdrängt hatte und Luthe erst wegen dessen Wechsel nach Graz ins Tor zurückgekehrt war.

Jetzt aber ist Luthe wieder voll da - nicht nur bei etlichen Fans, sondern vor allem auf dem Platz. Der 28-Jährige hat seine Rückenprobleme auskuriert, kann schmerzfrei spielen. Diese Zeit, erklärte Trainer Gertjan Verbeek nach dem 2:1-Streich gegen Borussia Dortmund am Freitagabend, habe er benötigt, habe man ihm gegeben: „Nur wenn er 100-prozentig fit ist, kann er die Situation annehmen“, sagte der Niederländer - und mit Situation meinte er den Konkurrenzkampf gegen Neuzugang Manuel Riemann. Verbeek: „Nach einem halben Jahr hat er verstanden, was wir wollen. Er ist topfit.“

Der SC Paderborn ist eine andere Nummer

Luthe parierte gegen Gündogan und Co. mehrmals glänzend, strahlte zudem Sicherheit aus und hat - auch in den Testspielen zuvor war dies zu sehen - fußballerisch dazugelernt, auch wenn er vom Status eines richtig spielstarken Keepers noch ein Stück weit entfernt ist. Dass die Null stand gegen den BVB, bevor Riemann ihn ablöste zur Pause, war ihm wichtig, verriet Luthe. Aber genau wie 2:0-Torschütze Tim Hoogland („Das war gut fürs Selbstvertrauen, aber wir sollten das nicht zu hoch legen. Nächste Woche zählt es in Paderborn“) hielt auch der Torwart sprichwörtlich den Ball flach: „Die zweite Liga ist eine ganz andere Nummer.“

Und ob er dann auch im Tor stehen wird am kommenden Sonntag, wenn der VfL Bochum beim SC Paderborn in die Saison startet, wollte Trainer Verbeek nicht verraten. Er wolle sich mit Torwarttrainer Peter Greiber und Co-Trainer Raymond Libregts zusammensetzen und dann eine Entscheidung treffen. Dass Luthe gegen Dortmund in der Startelf stand, darf man wohl als Fingerzeig deuten, dass er zunächst das Vertrauen des Trainers genießt. Wobei auch der kleiner gewachsene Riemann nach einem Patzer zu Beginn eine gute Leistung bot. „Wir haben zu viele Chancen zugelassen. Aber wir hatten Glück und insgesamt zwei sehr starke Torhüter“, bilanzierte Verbeek das 2:1.

Vielleicht legt sich der Trainer auch gar nicht fest für die ganze Saison, sondern entscheidet von Woche zu Woche oder Monat zu Monat. Jedenfalls erwähnte er, dass Louis van Gaal ja bei der Weltmeisterschaft „beim Elfmeterschießen den Torwart gewechselt“ habe.

h

Klar ist: Auf der Torwartposition hat der VfL kein Problem. Überhaupt ist Verbeek optimistisch beim Blick auf den Kader: Wenn Tobias Weis und Jan Simunek wieder bei den 100 Prozent sind, die er Luthe nun zuschreibt, und die Mannschaft „komplett bleibt“, habe man eine „starke Konkurrenzsituation.“

Michael Gregoritsch will vom VfL Bochum zum HSV wechseln

Allerdings darf dabei vom 16 oder 17 Profis umfassenden Stamm keiner ausfallen - und schon jetzt gibt es weiterhin Bedarf vor allem auf dem offensiven Flügel. Auch wenn Onur Bulut, der eher notgedrungen nun in diese Rolle geschickt wurde, seine Sache erneut gut machte mit seinem hohen läuferischen Einsatz und Selim Gündüz nach seiner Verletzung zurückkehrt in ein paar Wochen, drückt auf diesen Positionen der Schuh. Erst Recht, wenn Michael Gregoritschs Wunsch, zum Hamburger SV zu wechseln, noch in Erfüllung gehen sollte.