Bochum

VfL Bochum: Geheimtraining zahlt sich erstmals aus

Zurzeit ein Dream-Team in Liga zwei: Torschütze Robbie Kruse (l.) und Passgeber Kevin Stöger nach dem 2:0 gegen Ingolstadt. Foto:Udo Kreikenbohm
Zurzeit ein Dream-Team in Liga zwei: Torschütze Robbie Kruse (l.) und Passgeber Kevin Stöger nach dem 2:0 gegen Ingolstadt. Foto:Udo Kreikenbohm
Foto: WAZ FotoPool

Bochum. Eine einstudierte Freistoßvariante führt zum 1:0 - doch die Gelbe Karte für den Antreiber schmerzt. Fünf Aspekte beim Fußball-Zweitligisten VfL Bochum nach dem 2:0 gegen Ingolstadt.

1 Die Fans

Nur 11 251 Zuschauer wollten die Partie gegen Ingolstadt noch sehen. Minusrekord. Bei den vier Heimspielen bot nur der Auftakt gegen St. Pauli eine aufstiegsreife Kulisse, schon gegen Dresden und Heidenheim war das Stadion halbleer. Und doch: Die Stimmung war nicht erst nach den beiden Treffern gut, die Anhänger unterstützten ihr Team trotz der zwei Pleiten zuvor von Beginn an. Zudem warteten die Fans, wie berichtet, mit einer erstklassigen Choreographie auf - fast genau 20 Jahre nach dem ersten Uefa-Cup-Spiel der Vereinsgeschichte.

2 Die Standardsituationen

Von der schwachen Verteidigung von Standards war an dieser Stelle bereits die Rede - jetzt war es einmal andersherum, wie so vieles an diesem Sonntag im Vergleich zu den Vorwochen.

Die letzten beiden Trainingseinheiten vor einer Partie nutzt Trainer Ismail Atalan ja unter anderem, um im „Geheimtraining“ Freistoß- und Ecken-Varianten einzustudieren. Gleich mehrere gab es gegen Ingolstadt zu sehen - eine davon führte zum Erfolg. Kevin Stögers Flachpass an die Strafraumgrenze hämmerte Felix Bastians aus vollem Lauf ins Netz. Auch defensiv gab es eine klare Steigerung.

3 Gift und Galle

„Je weniger Punkte eine Mannschaft hat, desto nervöser wird sie“, räumte Trainer Atalan hinterher ein. Genau dann kommt es umso mehr darauf an, „giftig zu sein in den Zweikämpfen“, so Atalan. „Das waren wir heute.“ Auch in Kiel am Samstag, in jedem Zweitliga-Spiel ist eine energische Zweikampfführung unabdingbar, sie macht „den Unterschied aus“, wie Torwart Manuel Riemann, Bochums klare Nummer eins, feststellte.

4 Die Konter

Dass man die Konter, teils sogar in Überzahl, nicht gut zu Ende spielte, „das muss ich der Mannschaft vorwerfen“, sagte Atalan. Allerdings: „Wenn man zwei Tore schießt, muss das auch mal reichen.“

5 Der Wermutstropfen

Kevin Stöger spielt seit Wochen auf höchstem Liga-Niveau, neben Robbie Kruse ragte der Mittelfeldspieler erneut heraus. Stöger hat richtig Lust auf Fußball, nachdem der 24-Jährige in der Vorsaison unter einem Kreuzbandriss litt. Der Österreicher legt ein enormes Laufpensum hin, sprüht vor Einsatzfreude, spielt starke Pässe in die Tiefe.

Nur: Gegen den FCI kassierte er im achten Einsatz bereits die fünfte Gelbe Karte. Er fällt in Kiel aus. „Kevin ist sehr aktiv, es macht Spaß, ihm zuzusehen“, sagt Atalan, der ihn von der Seite geholt und mehr ins Zentrum, auf die Achterposition gestellt hat. „Es ist schade, wenn so einer ausfällt.“ Aber, so der Coach: „Wir haben viele Alternativen.“ Eine heißt Thomas Eisfeld, der nach überwundenen Rückenproblemen auf einen Einsatz brennt. Auch Görkem Saglam steht bereit.

 

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