VfL Bochum: Dutt trotz Last-Minute-Gegentor zufrieden

Die erste Enttäschung bei Timo Perthel und Tom Weilandt wich nach dem Schlusspfiff rasch.
Die erste Enttäschung bei Timo Perthel und Tom Weilandt wich nach dem Schlusspfiff rasch.
Foto: firo

Kiel.. Der Unglückliche war eigentlich der Glückliche: Robin Dutt, der Trainer des VfL Bochum. Obwohl sein Team in der 90. Minute bei der KSV Holstein Kiel das 2:2 kassiert und somit die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst hatte. „Kiel“, sagte der 53-Jährige, „hat den Punkt mehr als verdient.“ Und der Glückliche war somit der Unglückliche. Dieser eine Zähler war Tim Walter nämlich zu wenig. „Auf ein 6:4 oder 5:3 hätten wir uns einigen können“, sagte der Kieler Trainer. „Aus den Chancen, die wir hatten, hätten wir mehr Kapital schlagen können.“

Stimmen zum Spiel, das 8880 Zuschauer im Holsteinstadion gesehen haben.

Robin Dutt (VfL-Trainer): Das war, was die Offensive betrifft, unser bisher deutlich stärkster Gegner in dieser Saison. Die Kieler haben sehr, sehr gut nach vorne gespielt – natürlich auch mit einem sehr, sehr hohen Risiko in der Defensive. Das war der Charakter des Spiels, dass Kiel spielbestimmend, mehr in unserer Hälfte war und mehr Aktionen um unseren Strafraum herum hatte. Wir waren in der Umschaltaktion wesentlich gefährlicher, und so machen wir auch das Tor. Dann haben wir es sicherlich versäumt, daraus mehr Tore zu erzielen, und gehen in einer Phase, in der Kiel sehr viel gedrückt hat, glücklich mit 2:1 in Führung. Am Ende fühlt es sich so an, als ob du zwei Punkte verloren hättest, wenn du so kurz vor der Zielgeraden warst. Aber da muss man fair bleiben: Kiel hat in den letzten zehn Minuten schon sehr viel Druck gemacht, sich zwei, drei hochkarätige Chancen erspielt und den Punkt mehr als verdient. Von daher denke ich, dass wir mit dem 2:2 leben können, auch wenn es bitter ist, dass wir so spät den Ausgleich kassiert haben.

Tim Walter (KSV-Trainer): Ich glaube, dass wir spielbestimmend waren und sehr viel Kontrolle hatten. Wir hatten schon in der ersten Halbzeit sehr viele Torchancen, die wir besser hätten nutzen können. Insgesamt haben wir für die 2. Liga ein sehr gutes Spiel gesehen. Allerdings bin ich mit dem Ergebnis am Ende nicht ganz zufrieden. Aus den Chancen, die wir hatten, hätten wir mehr Kapital schlagen können. Ich bin der Meinung, dass wir das Spiel heute hätten gewinnen müssen. Trotzdem bin ich natürlich am Ende froh, dass wir zumindest noch den Ausgleich erzielt haben, und für Janni Serra freut es mich sehr.

Tom Weilandt (VfL-Torschütze an alter Wirkungsstätte): Ich denke mal, die Kieler haben das sehr gut gemacht. Mit ihrem Positionsspiel haben sie uns immer wieder herausgefordert. Da war's nicht so einfach. Und es war klar, dass die Kieler nach der Pause noch einmal Gas geben. Es ist leider bitter, so kurz vor Schluss den Ausgleich zu kassieren. Hier den Siegtreffer zu erzielen, wäre natürlich geil gewesen. Wir müssen jetzt das ganze Spiel noch einmal aufarbeiten, und dann gucken wir nach vorne. Aber die Euphorie lassen wir uns jetzt nicht nehmen.

Robert Tesche (VfL-Sechser): Kiel hat mit viel Risiko gespielt, so dass wir oft Überzahl hatten. Aber wir hatten, glaube ich, nur zwei, drei richtig klare Chancen. Das ist nicht viel. Also können wir mit dem 2:2 eigentlich leben, aber nicht mit dem Ausgleich in der 90. Minute. Ich bin extrem sauer, so eine Scheiße. Das ist das Schlimmste, was passieren kann. Egal: Am Dienstag gegen Dresden ist ein neues Spiel – Köpfe hoch und weiter.

 
 

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