VfL-Aufsichtsrat? Goosen will nicht kneifen

Michael Eckardt
Will nicht nur kritisieren, sondern auch mitgestalten: Frank Goosen soll in den VfL-Aufsichtsrat Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
Will nicht nur kritisieren, sondern auch mitgestalten: Frank Goosen soll in den VfL-Aufsichtsrat Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
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Bochum.  Kabarettist und Bochum-Ikone Frank Goosen hat wiederholt Veränderungen beim VfL angemahnt. Schon bald könnte er vom Kritiker zum Gestalter werden: Goosen kandidiert für einen Sitz im Aufsichtsrat des Klubs.

„Ich habe lange nachgedacht und mir das reiflich überlegt. Ich weiß auch um den Verdacht, dass ich mich habe einkaufen lassen. Aber ich werde nicht kneifen, wenn ich die Möglichkeit habe Verantwortung zu übernehmen.“ Das war ein Statement des mutmaßlichen neuen Aufsichtsratsmitglied des VfL Bochum, Frank Goosen.

Das mutmaßlich könnte man getrost weglassen, denn wenn der VfL ganz offiziell - in Presseverlautbarungen und auf der eigenen Homepage - verkündet, dass der Wahlausschuss des Klubs den Autor, Satiriker und Kabarettisten zur Nachwahl für den ausgeschiedenen Dieter Bongert vorgeschlagen hat, ist alles längst abgeklopft; der Wille des Aufsichtsrates, der Wille des Kandidaten, der Wille des Vorstandes. Auf den 4. Oktober (19 Uhr, RuhrCongress) wurde die Mitgliederversammlung gelegt, und am Ende dieses Abends wird der Aufsichtsrat wieder mindestens acht Köpfe zählen.

Baustein des Umbaus

Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich der renommierte und von vielen Fans akzeptierte Kritiker Goosen in seiner neuen Funktion schlagen wird. Im Mai hatte er noch im Internetportal DerWesten.de ultimativ gefordert: „Gebt uns unseren Verein zurück“ und hatte - auf den VfL und seine Führung gemünzt - von einer Haltung gesprochen, „die kein Ziel, keine Vision kennt, nur Langeweile“. Der Text klang mit diesen Worten aus: „Wir wollen wieder Lust auf unseren Verein haben. Wenn es dafür nötig ist, ihn umzubauen, sollten wir sofort damit anfangen.“ Nun wird Goosen ein Baustein des von ihm geforderten Umbaus.

Unabhängig von den Strukturen und den Personen jenseits des Platzes rollt aber am heutigen Freitag (18 Uhr) wieder der Ball, wenngleich nur freundschaftlich. Friedhelm Funkels Team spielt in Witten auf - beim Landesliga-Aufsteiger TuS Heven (Stockum, Pferdebachstraße). Die Hevener haben mit Trainer Hansi Bruch das Kunststück fertig gebracht, aufzusteigen und dennoch die Fairplay-Wertung des Kreises Bochum zu gewinnen. Als Belohnung bekommen sie nun Besuch vom benachbarten Zweitligisten, der allerdings auf folgende Spieler verzichten muss: Luthe, Vogt, Aydin, Bönig, Tese, Dedic. Dazu gesellt sich noch Anthar Yahia, der nun doch zum Länderspiel Algerien gegen Tansania abgereist ist, aber am Montag wieder in Bochum erwartet wird.