Schnäppchenpreis! Goretzkas Ablöse auf 2,8 Millionen fixiert

Peter Müller und Stefan Rebein
Bochums Mittelfeld-Juwel Leon Goretzka hat in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel verankert. Weitere Gepräche des VfL mit Interessent Schalke 04 liegen vorerst auf Eis.
Bochums Mittelfeld-Juwel Leon Goretzka hat in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel verankert. Weitere Gepräche des VfL mit Interessent Schalke 04 liegen vorerst auf Eis.
Foto: Udo Kreikenbohm
Dass Zweitligist VfL Bochum sein Top-Talent Leon Goretzka nur sehr ungern zum Reviernachbarn FC Schalke 04 ziehen lassen will, ist bekannt. Nun kommt ans Licht: Der Vertrag des 18-jährigen Mittelfeldspielers enthält nach WAZ-Informationen eine nach Markt-Maßstäben doch recht bescheidene Ausstiegsklausel. In der Zwischenzeit machen sich die Gelsenkirchener auf die Suche nach einem neuen Stürmer.

Bochum/Gelsenkirchen. Die Verhandlungen zwischen dem Zweitligisten VfL Bochum und dem Bundesligisten FC Schalke 04 um einen Transfer des Bochumer Top-Talentes Leon Goretzka sind festgefahren. Die Verantwortlichen des VfL bleiben ihrer harten Linie treu. Sie wollen den jungen Mittelfeldspieler nicht ziehen lassen – zumindest nicht für die Summe, die sie selbst als Ausstiegsklausel in Goretzkas bis 2016 datierten Vertrag geschrieben haben.

Die bisher im öffentlichen Raum stehende Frage, ob eine solche Klausel überhaupt existiere, wird von Goretzkas Berater Jörg Neubauer unmissverständlich beantwortet: „Es gibt eine Ausstiegsklausel. Punkt.“

„Es gibt eine Ausstiegsklausel. Punkt.“

Der VfL sieht seine Felle davonschwimmen, weil er dem hoch talentierten 18-Jährigen vertraglich zugebilligt hat, für einen Preis zu wechseln, der in der überhitzten Branche als Schnäppchen gewertet werden darf: Nach Informationen unserer Zeitung beträgt die fixierte Ablösesumme rund 2,8 Millionen Euro.

Schalke will derzeit offensichtlich nicht mehr zahlen, die Verhandlungen wurden abgebrochen. Bochum hofft auf eine Chance, Goretzka halten zu können. Der neue VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter hat sich klar positioniert und angekündigt, um den Verbleib des Bochumer Eigengewächses kämpfen zu wollen.

Goretzkas Berater Neubauer will sich nicht näher dazu äußern, er sagt: „Zunächst liegt es nun an den Vereinen, eine Lösung herbeizuführen.“ Und wenn die es nicht schaffen? Wenn die Fronten verhärtet bleiben sollten? Dann bliebe Leon Goretzka, der sich unbedingt sportlich weiterentwickeln und deshalb zu Schalke wechseln will, wohl nur der Gang vor das Arbeitsgericht. Das wäre dann allerdings ein extrem unwürdiger Vorgang angesichts der Tatsache, dass der junge Mann seit der F-Jugend in allen VfL-Mannschaften gespielt hat.

Bochum will nicht klein beigeben

Über eine vom VfL erhoffte Fortsetzung von Goretzkas Profilaufbahn an der Castroper Straße hat sich Christian Hochstätter mit dem Spieler bisher nicht ausgetauscht. „Mit ihm habe ich noch nicht darüber gesprochen“, bestätigt er.

Bochum ist jedenfalls nicht dazu bereit, gegenüber Schalke klein beizugeben. Der VfL sieht jetzt den Reviernachbarn am Zug. Beide Sportvorstände, Christian Hochstätter auf der einen und Horst Heldt auf der anderen Seite, wählen die gleichen Worte: „Einen Termin für weitere Gespräche gibt es derzeit nicht.“

Die Schalker arbeiten momentan auch noch andere Aufgaben ab. Sie suchen einen neuen Stürmer, der stärker sein soll als Ciprian Marica, mit dem sie sich nicht auf einen Vertrag zu neuen Konditionen einigen konnten. Einer der Angreifer, mit denen sich die Königsblauen beschäftigen, ist der ablösefreie frühere Bayern-Profi Roque Santa Cruz. Der 31-Jährige aus Paraguay war zuletzt von Manchester City an den FC Malaga ausgeliehen und könnte die Schalker weniger abhängig von Klaas-Jan Huntelaar machen.