Riedle stürmt für VfL Bochum gegen Odense BK

Karl-Heinz (l.) und Alessandro Riedle waren am Dienstagvormittag beim VfL Bochum. Der 21-jährige Sohn des Fußball-Weltmeisters von 1990 absolviert derzeit ein Probetraining beim Zweitligisten.
Karl-Heinz (l.) und Alessandro Riedle waren am Dienstagvormittag beim VfL Bochum. Der 21-jährige Sohn des Fußball-Weltmeisters von 1990 absolviert derzeit ein Probetraining beim Zweitligisten.
Foto: WAZ
Alessandro Riedle absolviert zurzeit ein Probetraining beim VfL Bochum. Der Stürmer kommt im Testspiel des Zweitligisten am Mittwoch in Herne gegen Odense BK zum Einsatz. Riedle ist derzeit vereinslos.

Bochum/Herne.. Bei nur acht Feldspielern auf dem Trainingsplatz des VfL Bochum staunte so mancher von den doch recht wenigen Zaungästen: Mussten einige Profis etwa ein Straftraining absolvieren oder in den Kraftraum? Nein, nichts dergleichen. Peter Neururer hatte sein Team einfach mal aufgeteilt. Während die Defensivakteure Lauftrainings absolvierten, trainierte die Abteilung Attacke sowie die beiden Torwarte auf dem satten Grün. Einer aus dieser Gruppe zog besonders die Aufmerksamkeit auf sich. Zum einen weil er seine Kopfballstärke demonstrierte, zum anderen weil er ohne Nummer, aber in VfL-Montur zunächst nicht zuzuordnen war.

Neururer ließ Abschluss trainieren

Die Angriffsbemühungen der Neururer-Elf haben in den ersten Vorbereitungsspielen deutlich gestockt. Die Ergebnisse sind für den Fußball-Lehrer zurzeit zweitrangig. Auch diese Trainingseinheit wollte er nicht missverstanden wissen, um etwa an der Abschlussqualität zu feilen. „Das war ein Ausdauertraining mit Abschlüssen“, erklärte Neururer hinterher. So sollen seine Spieler mehr Sicherheit vor dem Tor bekommen.

Die Profis schienen bei den kurzweiligen Herausforderungen alles andere als gehemmt. Die Lockerheit in der Mannschaft, die sich bereits im Willinger Trainingslager abzeichnete, haben die Spieler offenbar mit in die Ruhrstadt genommen. Befeuert von den Worten des Übungsleiters legten sie sich ins Zeug, was launig kommentiert wurde. So entfuhr es Neururer nach einem schwer anzunehmenden, aber dennoch satt verwandelten Schusses von Stürmer Daniel Engelbrecht: „Das war natürlich nur ein Rückpass.“

Riedle köpfte Tor um Tor

Nach und nach gelangen den Offensivspielern immer häufiger ihre Abschlüsse. Sowohl mit dem Fuß als auch mit dem Kopf. Gerade mit dem Schädel traf ausgerechnet ein nicht gerade groß gewachsener Spieler. Nach der Einheit lüftete Neururer das Geheimnis um diesen Trainingsgast. Es handelte sich um Alessandro Riedle. Der 21-jährige Mittelstürmer ist derzeit vertragslos und möchte sich beim VfL für einen Vertrag empfehlen. „Vom Verein habe ich einen guten Eindruck. Es wäre super, wenn es hier klappt“, sagte der Sohn des Weltmeisters von 1990.

Der ehemalige Nationalstürmer Karl-Heinz Riedle hatte den Kontakt zum VfL Bochum, der noch auf der Suche nach einem Stürmer ist, hergestellt und seinen Sohn zum Probetraining begleitet. Neururers erster Eindruck fällt positiv aus. „Der hat gleich vier Kopfballtore wie sein Vater erzielt.“ Eine ähnlich große Karriere wie der Weltmeister kann der junge Riedle aber noch nicht vorweisen. Als Jugendspieler wurde er beim FC Liverpool, FC Fulham und den Grashoppers Zürich ausgebildet. Dort debütierte der Stürmer 2009 als Profi, bevor er zum VfB Stuttgart wechselte. Doch bei den Schwaben setzte sich Riedle nicht durch. Nach einem Jahr ging es zurück in die Schweiz, wo ihn die Grashoppers schließlich zu AC Bellinzona ausliehen. Dieser Klub hat jetzt Finanzprobleme und Riedle daher keinen Vertrag mehr.

Cwielong und Tasaka wieder im Training

Vor dem Tor zumindest hält ihn Peter Neururer schon einmal für stark. Wie sich der Stürmer, der am liebsten als hängende Spitze agiert, ins Spiel einfügt, davon will sich der 58-Jährige im Testspiel gegen Odense BK in Herne in der Abisol-Arena (Anpfiff 18.30 Uhr) ein Bild von machen.

Im Spiel gegen den dänischen Erstligisten will Neururer wieder zwei unterschiedliche Teams auflaufen lassen. „Zurzeit hat es noch keinen Zweck, sie länger als 45 Minuten spielen zu lassen.“ Nur Torwart Michael Esser wird als einziger 90 Minuten auf dem Platz stehen. Wieder eingreifen können die genesenen Piotr Cwielong und Yusuke Tasaka.

Ob am so vielversprechende Tore wie in der Trainingseinheit fallen werden, mag Neururer nicht voraussagen. Er verspricht sich vielmehr Erkenntnisse darüber, welche Spielergruppen gut zueinander passen, wer mit wem am besten harmoniert.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen