Peter Neururers Zukunft beim VfL Bochum ist noch unklar

Michael Eckardt
Fordert zum Saisonabschluss gegen Union Berlin eine „großartige Leistungsbereitschaft“: Peter Neururer.
Fordert zum Saisonabschluss gegen Union Berlin eine „großartige Leistungsbereitschaft“: Peter Neururer.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
"Über Forderungen werden wir nicht öffentlich sprechen", sagte Peter Neururer am Mittwoch und zielte damit auf die Gespräche über seine Zukunft bei Fußball-Zweitligist VfL Bochum. Allerdings bekräftigte der Fußballlehrer, dass er nur "ein Jahr nicht machen" werde. Neururer wolle in Bochum etwas aufbauen.

Bochum. Den telegen kolorierten Peter haben wir nun auch hinter uns, das für ein paar Stunden blau-weiß schimmernde und über sämtliche Kanäle flimmernde Haupthaar des VfL-Helden dürfte inzwischen seine natürliche Farbe zurückerobert haben. Entspannung ist angesagt, auf allen Ebenen. „Über Forderungen werden wir nicht öffentlich sprechen“, sagte Peter Neururer am Mittwoch. Soll wohl heißen: Ich trete jetzt mal, was die künftige und noch nicht endgültig besiegelte Zusammenarbeit mit dem VfL angeht, besser etwas auf die Bremse.

Neururer: "Ein Jahr werde ich nicht machen"

Die forsche Gangart des „Retters“ war, wen wundert’s, nicht gut angekommen bei den Mitgliedern des Aufsichtsrates. Wer lässt sich schon gerne die Pistole auf die Brust setzen und zum Handlanger degradieren? „Der VfL ist mehr als Peter Neururer“, hatte Rats-Chef Hans-Peter Villis darauf reagiert, und das über die Medien verbreitete demonstrative Selbstbewusstsein des Fußball-Lehrers als „wenig hilfreich“ zurückhaltend, aber deutlich genug kommentiert. Dass man „sich nicht unter Druck setzen“ lasse, fügte er noch hinzu, und es klang so, als sei den Gremiumsmitgliedern früh die Lust vergangen, sich auf Neururers verblüffendes Muskelspiel einzulassen.

Der 58-Jährige ist also etwas zurückgerudert, spricht jetzt öffentlich nicht mehr über die Mitarbeiter, die er neben und hinter sich zu wissen wünscht, bleibt aber in einem Punkt unbeirrt: „Ein Jahr werde ich nicht machen. Ich will etwas aufbauen, und in der kommenden Saison aufsteigen zu wollen, wäre utopisch und unrealistisch.“ Diese Sicht der Dinge ist nachvollziehbar und, weil Optionen im Ball-Business an der Tagesordnung sind, regelbar. Man muss sich halt nur auf ein Ergebnis, Platz fünf oder sechs als Voraussetzung für eine automatische Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr, einigen. Und natürlich wird dem Aufsichtsrat daran gelegen sein, künftig nicht mehr wie ein Marionettentheater dargestellt zu werden.

"Positive Signale"

„Positive Signale“ habe er von Villis erhalten, sagte Neururer gestern noch. Was immer das heißen mag, entschieden ist offenbar noch nichts. Und sollte sich die Mannschaft am Sonntag gegen Union Berlin vor 26000 Zuschauern orientierungs- oder gar lustlos aus der Saison verabschieden, dann könnte man versucht sein zu denken, dass sich Neururers Zauber bereits wieder erschöpft habe. „Wir haben eine großartige Leistungsbereitschaft zu zeigen“, forderte er, und fügte dann hinzu: „Ob ich bleibe oder gehe, alle nehmen dieses Spiel mit in die Sommerpause.“