Peter Neururer färbt die Haare nach Klassenerhalt mit VfL Bochum blau und weiß

Jonas Erlenkämper
Peter Neururer hat sich die Haare blau-weiß färben lassen. Und auch das Logo des VfL Bochum folgt noch auf der Stirn.
Peter Neururer hat sich die Haare blau-weiß färben lassen. Und auch das Logo des VfL Bochum folgt noch auf der Stirn.
Foto: Felix Heyder
Wetteinsätze müssen eingehalten werden, das weiß Peter Neururer. Und so kam der Trainer des VfL Bochum nach dem Klassenerhalt in eine Kneipe in Essen, um sich die Haare blau-weiß färben zu lassen. Und was macht er bei einem Aufstieg des VfL im nächsten Jahr? Dazu hat Neururer seine eigene Meinung.

Essen. Natürlich hat er das nicht kommen sehen, sagt Peter Neururer. Als er vor ein paar Wochen jene folgenschwere Wette einging – bei Klassenerhalt Haare färben -, hätte doch keiner ahnen können, dass ihn diese beiden Schicksale tatsächlich ereilen. Zu schlecht stand der VfL Bochum da in der Tabelle, der Abstieg schien unausweichlich. Kneifen darf er deshalb nicht. Tricksen ist aber erlaubt.

Neururer sitzt in einer Kneipe in Essen-Rüttenscheid, der Fernsehsender Sport1 filmt ihn, und auch andere Sportpromis sind wie jeden Dienstag dabei, wenn die Runde über Fußball diskutiert. Um den Expertentisch drängen sich lauter Fans. Die meisten warteten schon vor der Tür, bevor die Kneipe öffnete, sie alle wollen sehen, wie das wird mit „Peddas“ Erfolgs-Koloration.

Gegen 23 Uhr ist es soweit. Eine Stylistin stellt sich neben ihn, in der Hand zwei Sprayflaschen. Erst weiß, dann blau. Richtig gefärbt wird nicht, nur gesprüht. Das lässt sich schneller rauswaschen und hat für Neururer den Vorteil, dass er seine Pflicht zwar erfüllt, aber nicht monatelang aussehen wird wie Papa Schlumpf von der Castroper Straße.

"Bochum kann Meister werden - wenn auch nicht sofort"

Um ihn herum bildet sich eine Traube aus Kameraleuten, Fotografen, Zuschauern. Sogar die Kellnerin steckt den Bestellblock in die Gesäßtasche und hält den Moment mit ihrem Smartphone fest.

Dass jemand an seinem Kopf rumwuselt, heißt nicht, dass ein Peter Neururer Redepause hätte. Mit Moderator Thomas Helmer spricht er ungerührt weiter über die Lage der Liga. Mühelos bringt er wieder einige Synonyme in seinen typischen oder-Sätze unter: Es sei unprofessionell, dass in Düsseldorf darüber diskutiert werde, seinen Kollegen Norbert Meier "zu entlassen oder zu beurlauben".

Was die Ambitionen des VfL angeht, müsste er eigentlich gar nichts sagen, steht alles auf seinem T-Shirt: "Bochum kann Meister werden – wenn auch nicht sofort." Die Trikot-tragenden Kneipenbesucher verfolgen das Spektakel gebannt wie eine Zirkusvorstellung.

Witze über die neue Haarpracht von Peter Neururer

Witze machen die Runde: Ist Neururers Scheitel naturblau? – Er solle sich einer Haaranalyse unterziehen und bekunden, er tue das, weil er ein absolut reines Gewissen habe. Oder: DIESE Haare würde nicht mal Jürgen Klopp kaufen. Einer sagt: "Er ist das Model UND der Freak."

Und weil ein Feuerwehrmann keine Angst kennt, ist Neururer auch vor der Zukunft nicht bange. Was er denn machen wolle, wenn Bochum nächstes Jahr aufsteige, will Helmer wissen – die Frisur sei ja schwer zu toppen. Neururer hat das schon durchdacht. "Dann", sagt er, "werde ich hoffentlich eine Woche vorher entlassen."