Neururer kommt nach VfL-Sieg noch nicht in Jubellaune

Michael Eckardt
Zurück im Rampenlicht, nun auch beim Spiel: Peter Neururer mit Kollege Rudi Bommer vom FC Energie Cottbus.
Zurück im Rampenlicht, nun auch beim Spiel: Peter Neururer mit Kollege Rudi Bommer vom FC Energie Cottbus.
Foto: dpa
Lob und Kritik gab es von Trainer Peter Neururer, nachdem seine Mannschaft, Fußball-Zweitligist VfL Bochum, zu seinem Comeback 2:0 gewonnen hatte beim FC Energie Cottbus. Man habe, sagte Peter Neururer nach dem 2:0-Sieg in Cottbus nüchtern, ja nur einen „kleinen“, wenngleich „wichtigen Schritt gemacht“ auf dem Weg zum Klassenerhalt.

Cottbus. Erleichterung ja, aber kein Riesenjubel im sonnigen Stadion der Freundschaft. Man habe, sagte Peter Neururer nach dem 2:0-Sieg in Cottbus nüchtern, ja nur einen „kleinen“, wenngleich „wichtigen Schritt gemacht“ auf dem Weg zum Klassenerhalt. Gemacht habe den eine Mannschaft, so der mittlerweile dritte VfL-Trainer in dieser bislang so deprimierenden Saison, die sich gottlob „in einem sehr, sehr guten körperlichen Zustand“ befinde.

Aus der von ihm bevorzugten Kernmannschaft hatte Rückkehrer Neururer ja schon vor Tagen keinen Hehl gemacht, und dass Yusuke Tasaka sowie Marc Rzatkowski erneut ihren Platz im Mittelfeld – neben Christoph Kramer und Leon Goretzka – fanden, vermochte auch nicht zu überraschen. Selbst mit der Rückkehr von Michael Lumb auf die linke Seite konnte man rechnen. Allein die Berücksichtigung von Slawo Freier, der anstelle von Carsten Rothenbach rechts verteidigen sollte, sorgte für einen kleinen Aha-Effekt, zumal nach Freiers schwacher Leistung gegen Aue. Dagegen war Defensivtalent Jan Gyamerah, den Neururer ursprünglich als 19. Akteur mitnehmen wollte nach Ostdeutschland, doch zu Hause geblieben.

VfL mit gutem Start

Die ersten Chancen gehörten dem VfL, der schon früh mit Schiedsrichter Cortus haderte. Uwe Hünemeier holte Mirkan Aydin, von Christoph Kramer freigespielt, von den Beinen – aber der Elfmeterpfiff blieb aus. Wenige Minuten vorher hatte Marc Rzatkowski Energie-Schlussmann Thosten Kirschbaum auf die Probe gestellt. Allerdings fehlte es den Bochumern an defensiver Sicherheit. Und hätte nicht John Jairo Mosquera an Stelle von Boubacar Sanogo an vorderster Front für die Gastgeber gestürmt, Andreas Luthe wäre nicht ungeschoren in die Pause gekommen. Zunächst scheiterte Mosquera freistehend am Pfosten, anschließend traf Andre Fomitschow, von Jonas Acquistapace ins Spiel gebracht, das leere Bochumer Tor nicht, dann zog der Sanogo-Vertreter gegen Luthe den Kürzeren. Eine weitere Chance offerierte Freier den Hausherren, als er Marco Stiepermann ohne Not die Schusschance per Fehlpass gewährte.

Auf der anderen Seite wurde es noch einmal turbulent, als Rzatkowski den Ball wunderbar volley gegen den Pfosten knallte, und Zlatko Dedic es nicht vermochte, Kirschbaum im Nachschuss aus Nahdistanz zu überwinden.

Was der Slowene zu diesem Zeitpunkt nicht vermochte, schaffte Ivica Banovic, der nach Rzatkowskis Freistoß ins eigene Tor köpfte.Cottbus erhöhte den Druck, traf in Person von Stiepermann jedoch nur die Latte und versuchte es früh mit dem Malaga-Konzept der Dortmunder: Lang nach vorne auf die Langen.

2:0 nach eigenem taktischen Fehler

Aber jetzt stemmte sich die Bochumer Abwehr mit Vehemenz dagegen, Marcel Maltritz und Jonas Acquistapace behielten klar die Lufthoheit. Als „stabil“ bezeichnete Peter Neururer später die „Innenverteidigung und den Torhüter“, bei allen anderen sah er noch „Freiräume“, was die Ausschöpfung des individuellen Potenzials betrifft.

Im Sinn hatte er dabei besonders die kläglichen Konterversuche. Daran werde man bis zum kommenden Heimspiel gegen den FC St. Pauli arbeiten, versprach der VfL-Trainer, der noch einmal die Luft anhalten musste, als Maltritz‘ robuste Zweikampfführung gegen Nicolas Farina nicht geahndet wurde (88.). Danach war bei den Gastgebern, die nicht über das Spielvermögen verfügten, die Bochumer Abwehr aus den Angeln zu heben, die Luft endgültig raus.

Und nun, auf den letzten Drücker, klappte auch endlich einmal ein Konter. Zlatko Dedic, der zuvor zig Versuche verbaselt hatte, schloss, angespielt von Leon Goretzka, zum 2:0 ab. Eigentlich, so Neururer, ein „taktischer Fehler“. Denn in der 92. Minute, so seine Argumentation, spielt man die Uhr runter und gibt dem Gegner nicht mehr die Chance, womöglich noch einen Angriff zu starten.