Neue Wahl-Varianten beim VfL Bochum

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Bochum. Es ist nun gut ein Jahr her, als die Mitgliederversammlung des VfL Bochum unrühmliche Schlagzeilen produzierte. Am Ende, nach ihrer nicht gerechtfertigten Nicht-Entlastung, erklärten der langjährige Aufsichtsrats-Vorsitzende Werner Altegoer und vier weitere „Räte“ ihren Rücktritt. Kurz vor Weihnachten, auf der nötig gewordenen außerplanmäßigen Versammlung, übernahmen dann Ernst-Otto Stüber und seine „Crew“ das Kommando beim VfL.

Stüber kann - aus der Sicht etlicher Mitglieder - mit Erfolgen im strukturellen Bereich aufwarten. Er hatte ja angekündigt, auf Fans und Mitglieder näher einzugehen, sie mehr einzubeziehen, das Mitglieder-Forum im April war in dieser Art bundesweit einzigartig. Ein Resultat: Wenn am heutigen Dienstag (19 Uhr, RuhrCongress) die Mitgliederversammlung steigt, steht - neben der misslichen sportlichen und damit, vor allem mit Blick auf die Zukunft, auch finanziellen Bilanz - die Abstimmung über eine Satzungsänderung im Fokus.

Zahlreiche Details der seit 2002 gültigen Satzung sollen geändert werden, die Mitgliederrechte werden nicht dramatisch, aber ein Stück weit gestärkt. In erster Linie in der Frage der Aufsichtsratswahl. So könnte die Versammlung, so hat es die in diesem Jahr gebildete Satzungskommission als eine Art „Kompromiss“ ausgearbeitet, Rats-Mitglieder auch einzeln wählen, sofern sie mit einfacher Mehrheit eine Blockwahl ablehnt. Weitere Änderungen sind unter anderem die Verkürzung der Amtszeit der Organe von fünf auf vier Jahre sowie die vorzeitige Abwahl eines Rates. Letzteres ist allerdings nur nach Antrag durch 10 Prozent der Mitglieder (derzeit ca. 400) und mit Zwei-Drittel-Mehrheit möglich.

Vogt und Azaouagh fehlten

Dass es trotz der sportlichen Talfahrt so turbulent wird wie im Vorjahr, ist kaum zu erwarten, auch Neuwahlen stehen nicht an. Neu dabei dagegen sind unter anderem Sportvorstand Jens Todt und Trainer Andreas Bergmann, der mit der kompletten Mannschaft kommen wird - nach zwei Trainingseinheiten, die vor dem wichtigen Spiel beim Tabellen-Sechzehnten Karlsruher SC am Freitag (18 Uhr, live im DerWesten-Ticker) ähnlich intensiv ablaufen sollen wie gestern.

Dabei fehlten wie gehabt Kevin Vogt (Rückenprobleme) und Mimoun Azaouagh (Kniereizung), ein Einsatz in Karlsruhe scheint kaum möglich zu sein. Deutlich „realistischer“, so Bergmann, ist die Chance für Daniel Ginczek (grippaler Infekt). Der Stürmer soll heute wieder ins Lauftraining einsteigen. Weiterhin nur in Behandlung ist Patrick Fabian (Wadenprobleme).