Bochum

Nach diskutablem Elfmeter für Aue: VfL-Trainer Verbeek kritisiert die Schauspielerei im deutschen Fußball

Trainer Gertjan Verbeek vom VfL Bochum.
Trainer Gertjan Verbeek vom VfL Bochum.
Foto: Udo Kreikenbohm / FUNKE Foto Services
  • Die Entstehung des Elfmeters für Aue sorgt beim VfL für erhitzte Gemüter
  • Bochums Trainer Gertjan Verbeek brachte der Fall von Nazarov auf die Palme

Bochum. Nach dem enttäuschenden 1:1 (0:1) gegen Erzgebirge Aue wurde in erster Linie über eine Szene diskutiert: Das Foul von Anthony Losilla an Dimitrij Nazarov, nach dem der Unparteiische Elfmeter gab.

Anthony Losilla konnte nicht drüber reden, Trainer Gertjan Verbeek wollte nicht so recht. Besser gesagt: Er hatte eine Antwort parat, die der Frage nach der Berechtigung des Elfmeterpfiffes nach dem Zweikampf zwischen Losilla und Dimitrij Nazarov nicht auswich, sondern in einen anderen, in einen größeren Zusammenhang stellte.

Verbeek: Es geht nicht um den Pfiff

In erster Linie aber ging es dem 54 Jahre alten Trainer des VfL Bochum nicht darum, mit einer Diskussion über die zweifelhafte Entscheidung, die Schiedsrichter Christian Dietz in der 11. Minute getroffen hatte und die den Gästen aus dem Erzgebirge die frühe Führung ermöglicht hatte, von der Leistung seiner eigenen Mannschaft abzulenken: „Es geht nicht um den Pfiff, sondern über das, was davor passiert. Man redet immer über Mentalität. Wenn die gut ist, sehe ich das an der Körpersprache, an den Handlungen und an der Ballbehandlung.“

Verbeek sieht generelles Problem

Dass jedoch wieder einmal über einen Pfiff diskutiert werden musste, führte er auf ein generelles Problem zurück. „Die Schiedsrichter müssen am Ende der Saison mal sehen, wie viele Schauspieler auf den Feldern unterwegs sind. Die Spieler verarschen sich ja gegenseitig“, sagte Verbeek.

Der Niederländer ergänzte: „Fußball ist ein Kontaktsport. Aber es fängt an bei den Normen und Werten der Spieler. Dafür sind sie selbst verantwortlich.“

Dann fügte Verbeek zynisch hinzu, dass man als Trainer beinahe dazu geneigt sei, die Schauspielerei der Spieler durch Anweisungen zu fördern: „Man kann sich zu fast 99 Prozent sicher sein, dass der Gegner dadurch eine Gelbe Karte bekommt oder wir einen Freistoß kriegen.“ International sei das ganz anders, auch aus seiner Heimat in den Niederlanden gelte eine andere Grundhärte.

War es ein Strafstoß für Aue?

Ob es nun tatsächlich ein berechtigter Strafstoß war, der zu Aues zwischenzeitlichen 1:0-Führung in Bochum führte, ließ der frisch gebackene Familienvater offen. Auch Losilla selbst war sich nicht sicher. „Ich muss das so akzeptieren. Es ist schade, dass der Schiedsrichter den Elfmeter gegeben hat“, sagte der Franzose, dessen nächster aufsehenerregender Zweikampf Folgen hatte.

Als er Christian Tiffert foulte, sah er Gelb (43.) – seine fünfte Verwarnung in dieser Saison. Im Auswärtsspiel beim SV Sandhausen fehlt der Routinier.

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