Kollektiv-Chaos beim VfL - Bochum versagt in allen Bereichen

Bastian Angenendt
Ihm fehlte gegen den SV Sandhausen das Durchhaltevermögen: Yusuke Tasaka.
Ihm fehlte gegen den SV Sandhausen das Durchhaltevermögen: Yusuke Tasaka.
Foto: dpa
Nach dem kurzen Zwischen-Hoch in Aalen gab's im Heimspiel gegen den SV Sandhausen einen tiefen Fall des VfL Bochum. Bei der 0:1-Heimpleite versagte der VfL als Kollektiv, zeigte vor allem im Passspiel viel zu viele Fehler. Vor allem Yusuke Tasaka enttäuschte auf ganzer Linie - Note 6. Die VfL-Spieler in der Einzelkritik.

Bochum. Andreas Luthe: Wenn es etwas Gutes für ihn in dieser Partie gab, dann die Tatsache, dass er nicht unterbeschäftigt war. Machtlos beim Knaller von Stiefler zum 0:1 (7.). Auf dem Posten beim Flachschuss von Tüting (34.). Behielt die Ruhe beim Eins-gegen-Eins gegen Tüting und entschärfte dessen peinlichen Lupf-Versuch (79.). Note: 3

Slawo Freier: Öffnete regelmäßig seine rechte Bahn für Sandhäuser Flankenläufe. In der Fehlpassquote nicht ganz so desaströs wie seine Mittelfeld-Kollegen, aber immer noch gruselig. Nach dem Wechsel mit einer Serie unglücklicher Aktionen - defensiv und offensiv. Note: 4

Marcel Maltritz: Hatte das Defensivzentrum, vor allem nach Ecken, nie wirklich im Griff. Leistete sich allerdings als einziger Teil der Abwehrreihe vor der Pause keinen haarsträubenden Patzer. Note: 3

Patrick Fabian: Ungewohnt schwache und fahrige Leistung im ersten Durchgang. Hatte Glück, dass Schulz nach der Ecke in der 22. Minute nicht mehr aus dem gegen ihn gewonnenen Zweikampf und der anschließenden Kopfballchance machte. Legte Blum per Kopf unbedrängt den Ball auf und lud ihn so zum Fernschuss ein (25.). Brachte mit fehlerhafter Ballannahme Adler in Schussposition (65.). Bequemte sich als einziger Bochumer, hinter Tüting herzulaufen, als der in den Schlussminuten auf Andi Luthe zuging - konnte daher klären. Note: 4,5

Felix Bastians (bis 80. Minute): Viele Stockfehler, wenig Esprit. Ließ Blum einige Male auf seiner linken Seite davonlaufen. Zeigte allerdings auch die einzige brauchbare VfL-Flanke in der ersten Halbzeit (34.). Versuchte sich nach dem Wechsel offensiver, blieb aber auf links viel zu oft ohne Unterstützung und Anspielstation, Note: 4

Christian Tiffert: Stellte seinen Laufmodus wieder auf behäbig um. Hatte einige Chancen zum Flanken, nutzte keine davon für auch nur eine ansatzweise gute Hereingabe. Die erste gelungene Flanke gelang ihm nach gut 50 Minuten, als Schauerte kurz vor Cwielong klärte. Tauchte danach wieder ab und lief nur die nötigsten Strecken. Note: 5

Florian Jungwirth (bis 46. Minute): Legte Stiefler mit einem Horrorpatzer das 0:1 auf (7.). Lief danach allerdings viele Löcher zu und haute sich rein. Blieb allerdings ungewohnt unsicher im Passspiel. Ging beim Seitenwechsel für Sukuta-Pasu runter. War allerdings trotz mäßiger Leistung nicht zwingend Kandidat Nummer eins für die Auswechslung zur Pause. Note: 4

Danny Latza: Der Direktor der Bochumer Fehlpass-Festspiele der ersten Halbzeit. Freilich gewohnt laufstark, aber viel zu oft ungenau im Aufbau. Note: 4,5

Yusuke Tasaka (bis 66. Minute): Trägt die Rückennummer 10, hatte aber einmal mehr in etwa gar nichts mit der Spielgestaltung zu tun. In vielen Situationen halbherzig, in noch viel, viel mehreren fehlerhaft beim Pass. An diesem Tag in Sachen Durchsetzungsvermögen nicht zweitligareif. Ging folgerichtig für Klostermann vom Platz (66.). Note: 6

Piotr Cwielong: Rennt viel, aber oft auch in die falschen Räume. Wenn sich zu seiner mangelnden Durchsetzungsfähigkeit eine Fehlpassquote wie gegen den SVS gesellt, steht unter dem Strich ein bedenklich schwacher Auftritt. Zeigte ein gutes Dutzend uninspirierter Freistöße. Note: 5

Mirkan Aydin: Selten kam mal ein Bochumer Angriff bis in seinen Wirkungskreis. Hatte daher kaum Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. War allerdings auch nicht immer sicher, wenn er sich die Bälle im Mittelfeld holte. Sein erster Torschussversuch ließ bis weit in die zweite Hälfte auf sich warten. Note: 4,5

Richard Sukuta-Pasu (ab 46. Minute): Kam zur Pause für Jungwirth. Führte sich mit gutem Diagonalpass auf Tiffert ein, der danach gefährlich flanken konnte (51.). Tauchte danach lange Zeit ab, auch mangels verwertbarer Anspiele. Versuchte sich in der 83. Minute aus der Distanz - es kam ein harmloser und ungenauer Flachschuss dabei raus. Note: 4,5

Lukas Klostermann (ab 66. Minute): Kam für den unterirdischen Tasaka und musste sich als gelernter Verteidiger in die defensive Mittelfeldreihe einordnen. Ohne Note.

Heiko Butscher (ab 80. Minute): Kam für Bastians. Ohne Note.