Bochum

Investor aus China für den VfL Bochum? Finanzvorstand Kaenzig hat eine ganz klare Meinung

Ilja Kaenzig ist nun Finanzvorstand beim VfL Bochum.
Ilja Kaenzig ist nun Finanzvorstand beim VfL Bochum.
Foto: firo
  • Der VfL Bochum hat seinen neuen Finanzvorstand Ilja Kaenzig vorgestellt
  • Im Interview spricht sich der Schweizer gegen Investoren aus

Bochum. Der VfL Bochum hat am Mittwoch seinen neuen Finanzvorstand Ilja Kaenzig (44) vorgestellt. Wir haben mit ihm über seine neue Aufgabe gesprochen.

Ilja Kaenzig, seit Oktober hat der VfL für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt. Zumeist waren diese negativ. Wie kann man das in kurzer Zeit ändern?

Ilja Kaenzig: Vieles hatte auch mit den Ergebnissen auf dem Platz zu tun. Da war die Grundstimmung schon einmal beeinflusst. Dann muss sich man sich die Problemfelder einmal bewusst machen und eins nach dem anderen angehen. Ruhe und Befriedung haben bei uns Priorität. Das geht nur Kommunikation mit allen Beteiligten. Wir können mit dem Projekt in Bochum nur Erfolg haben, wenn alle Beteiligten dem Plan folgen. Das ist ein großer Aufwand, der betrieben werden muss. Wenn wir sportlich auf die Tabelle schauen, dann sieht man, wo Stabilität besteht und wo nicht. Und ohne Stabilität langfristig Erfolg zu haben, das wird schwierig.

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Was sagen Sie zur Infrastruktur in Bochum?

Kaenzig: Ich kann mich hier noch an die alten Räumlichkeiten erinnern. Was ich schön finde, hier gibt es noch ein Stadion, keine Arena. Bei vielen Klubs ist die Architektur des Stadions austauschbar. Das ist hier ein Mythos, Erinnerungen werden wach. Das mag ich, man sieht, hier lebt der Fußball. Das macht auch den Reiz aus. Ich freu mich für einen Verein zu arbeiten, wo der Fußball bis in die letzte Pore gelebt wird. Wenn es nicht läuft, ist es natürlich weniger schön. Aber man kann nicht das eine haben ohne das andere.

Sportlich brennt der Baum, mit Sebastian Schindzielorz wurde ein unerfahrener Mann zum Sportlichen Leiter ernannt. Wie sehen Sie das im Abstiegskampf in der Zweiten Liga?

Kaenzig: Die Erfahrung spielt in den letzten zwölf Partien nicht so eine große Rolle. Die Tatsache ist wichtig, dass Sebastian die Mannschaft kennt und er weiß, wie die Stimmung in der Kabine ist. Diese Nähe wird ausschlaggebend sein. Die Spiele werden im emotionalen und psychologischen Bereich entschieden. Ich habe die letzten Spiele im TV verfolgt, ich glaube an die Qualität der Mannschaft. Ich habe absolutes Vertrauen in die Personen. Auf der anderen Seite hoffe ich, dass man dieses Vertrauen auch in mich hat.

Die Mitglieder haben für eine Ausgliederung gestimmt. Ihnen sagt man nach, dass Sie für eine Abschaffung der 50+1-Regel sind. Können Sie versprechen, keinen chinesischen Investor nach Bochum zu holen?

Kaenzig: Ich verspreche, dass ich das in meiner gesamten Zeit beim VfL Bochum nicht machen werde. Das würde nicht passen. Ich habe die Erfahrung während meiner drei Jahre in Sochaux gemacht. Die Chinesen waren aber nicht die verrücktesten Investoren. Da gab es französische Besitzer, die waren schwieriger. Aber das ist eine andere Kultur, das ist nicht kompatibel mit dem Fußball in Deutschland. Ich würde das sogar unterschreiben, wenn Sie das wollen (fs).

 
 

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