Interims-Trainerduo soll beim VfL Bochum weitermachen

Karsten Neitzel soll vorerst weiterhin beim VfL Bochum die Richtung vorgeben - gemeinsam mit Thomas Reis.
Karsten Neitzel soll vorerst weiterhin beim VfL Bochum die Richtung vorgeben - gemeinsam mit Thomas Reis.
Foto: dapd
Karsten Neitzel und Thomas Reis werden den VfL Bochum auch in den nächsten Wochen und vielleicht Monaten als Trainerduo führen, das beschlossen am Montagabend Aufsichtsrat und Vorstand des Zweitligisten. Damit soll vor allem Zeit für eine langfristige Lösung gewonnen werden.

Bochum.. Als sich der Aufsichtsrat des VfL Bochum gestern Abend traf, war der Handlungsdruck deutlich geringer als eine Woche zuvor. Unter dem Eindruck der Schlappe in Aue musste etwas geschehen - einen Tag später war Andreas Bergmann entlassen. Seitdem hat man, wenn auch mit Ach und Krach, das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht und gegen Cottbus nach Rückstand immerhin nicht verloren. Die Hektik ist damit raus beim VfL Bochum aus der Trainersuche, man kann den Markt, der sehr unübersichtlich ist und von „Eintagsfliegen“ sowie „erledigten Fällen“ künstlich angereichert wird, mit größerer Ruhe sondieren.

Am liebsten wäre es den Bochumer Verantwortlichen, das Interimsduo Karsten Neitzel und Thomas Reis hätte auch am kommenden Montag beim FC St. Pauli Erfolg und würde bis zur Winterpause weitermachen. Zumindest hat man dafür gestern Abend die Grundlage gelegt und sich selbst ein größeres Zeitfenster verschafft. Karsten Neitzel und Thomas Reis werden „bis auf weiteres“, so Sportvorstand Jens Todt, das Trainergespann des VfL bilden, „sie haben unser Vertrauen, und wir werden auch nicht Fallbeilmäßig von Woche zu Woche neu entscheiden“. Todt fügte noch hinzu, dass „aktuell keine Gespräche mit anderen Kandidaten geplant“ seien.

Nachvollziehbar, denn die Heerschar der vagabundierenden Fußball-Lehrer, gerade wurde nach nur sechs Monaten Michael Skibbe vom türkischen Erstliga-Schlusslicht Karabükspor entlassen, ist zwar riesig, verspricht aber nicht jene „Nachhaltigkeit“, von der Todt gesprochen hat. Altmeister Werner Lorant, zuvor immerhin neun Jahre lang bei den Münchener „Löwen“ erfolgreicher Zuchtmeister, ist seit 2001 bei sage und schreibe 13 Klubs untergeschlüpft - quer durch Europa, quer durch die Ligen und Leistungsklassen.

Der Vorstand steht vor einer schwierigen Aufgabe

Und wer einmal zwei oder gar drei Jahre raus ist aus diesem Geschäft, der kommt auch nicht mehr rein. Das gilt für Peter Neururer, den Favoriten vieler VfL-Fans, ebenso wie für dessen Intimfeind seit ihren Anfangstagen in Essen, Jürgen Röber.

Weil sich die Bochumer Anhänger nach Andreas Bergmann aber auch schwer tun würden mit einem unbekannten Mann aus dem zweiten Glied, steht die Führung des VfL vor einer schwierigen Aufgabe. Der Kandidat darf nicht zu den prominenten Absteigern und Weltenbummlern gehören, muss konzeptionell auf der Höhe der Zeit sein, aber auch über ausreichend Profi-Erfahrung verfügen und damit eine gewisse Autorität ausstrahlen. Und er muss so bezahlbar wie verfügbar sein und natürlich auch noch freudig Ja sagen zum Zweitliga-Kellerkind VfL Bochum.

Marco Kurz wurde diskutiert - mehr nicht

Unter diesen Umständen wird einer wie Marco Kurz automatisch zu einem potentiellen Kandidaten, darüber hat man sich auch schon ausgetauscht beim VfL. Mehr ist in diesem Fall allerdings bislang nicht passiert. Ungeteilte Begeisterung sieht anders aus. Eine denkbare Alternative, die erneute Zusamenführung von Karsten Neitzel und Volker Finke, scheint zumindest momentan ebenfalls nicht favorisiert zu werden von Aufsichtsrat und Vorstand.

Somit bleibt’s vorerst dabei: Weiter mit dem Interimsduo.

 
 

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