Heiko Herrlich lässt es krachen

Bochum.  „Ich sitze hier weiter aufrecht“, setzte Heiko Herrlich lächelnd an: „Jetzt fängt der Spaß erst richtig an.“ Dann ließ er es krachen. Heidewitzka, der VfL Bochum lebt und bebt!

Der schwer angeschlagene Trainer-Neuling des Krisenklubs aus Bochum setzte auf einer, um im Bild zu bleiben, unterhaltsamen Pressekonferenz zwei Tage vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart zum Rundumschlag an: gegen Medien, Maulwürfe, Störfeuer „von außen“. Man ahnte es: Die Chemie zwischen Team und Trainer stimmt, alle geben alles, gemeinsam und „Jetzt erst recht!“

Dummerweise hat man das ganz selten gesehen in den letzten neun Sieglos-Spielen.

Man weiß nicht, was Herrlich dazu bewegt hat, in dieser prekären Phase seinen öffentlichen Auftritt um 180 Grad zu drehen. Spontan war seine zur Schau gestellte Wut wohl nicht. Ein Ablenkungsmanöver mangels inhaltlicher Alternativen? Ein letztes Aufbäumen? Herrlich zu einem Kameramann: „Zeichnen Sie das auf, ich will es später meinen Kindern zeigen, die werden stolz auf mich sein.“

Herrlich aufgebracht

Fakt ist: So aufgebracht, so emotional hatte man den bisher berechnend und distanziert daher kommenden 38-Jährigen noch nicht erlebt. Als „Schwachsinn“ kanzelte er „viele Vorwürfe“ mancher Medien ab - von Rotation (22 Spieler in den letzten sieben Partien) über „schlechte Stimmung“ bis zu „mangelndem Respekt“ zwischen ihm und Teilen des Teams.

Herrlich wehrte sich - und widersprach sich. Wenn „Dinge“ nach außen getragen würden, „was schlechte Stimmung angeht“, müsse man sich darüber Gedanken machen, ob „Dinge auszutauschen sind“. Also doch nicht alles gut? Wen oder was er mit „Dingen“ meinte, verriet er nicht – jedenfalls „nicht die Mannschaft“. Nur so viel: Von „verletzter Eitelkeit“ sprach Herrlich nebulös.

Der Trainer jedenfalls gibt sich so standhaft wie unbeirrt: „Ich bin hier angetreten im Oktober, um Dinge zu verändern.“ Das habe er „mutig“ getan. Und: „Ich werde weiter meinen Weg gehen.“

Die Fans, sagt Herrlich, seien „zu Recht frustriert“ gewesen nach dem Köln-Debakel, aber: „Sie werden voll hinter uns stehen, weil wir alles tun werden, um dieses Spiel zu gewinnen. Und wenn ich am Rand hin und her renne wie ein Wahnsinniger.“

 
 

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