„Grausame Niederlage“ für Bochum gegen Bayern

Der Frust auf der Bochumer Seite war nach der Partie noch groß, auch wenn Spieler sowie Fans stolz auf die gezeigte Leistung gegen die Bayern sind. „Mir geht diese Niederlage schon sehr nahe“, gesteht VfL-Spieler Christoph Kramer. Die Stimmen zum Spiel.

Bochum.. Slawo Freier (Spieler VfL Bochum): Es war sehr ärgerlich, dass wir heute in der letzten Sekunde das 1:2 bekommen haben. Nichtsdestotrotz hat das heute Spaß gemacht. Man muss der Mannschaft ein Kompliment machen und die Stimmung war auch toll. Es war für uns sehr wichtig, dass wir uns gewehrt haben. Man sieht aber einfach auch die internationale Klasse der Bayern - mit einem Fehlpass bestrafen die uns sofort. Wir brauchen uns heute trotzdem nicht zu schämen. Mein Debüt als Rechtsverteidiger gegen Franck Ribery werde ich so schnell nicht vergessen.

Das ist ein weltklasse Spieler, der nicht immer zu stoppen ist, aber ich glaube, mir ist das heute ganz gut gelungen. In der Rückrunde müssen wir an die letzten Spiele anknüpfen und uns gut auf die Rückserie vorbereiten. Wir müssen dann so viele Spiele wie möglich gewinnen, damit das Bild des VfL Bochum auch wieder ins richtige Licht gerückt wird. Und dann müssen wir in der kommenden Saison wieder angreifen.

Jens Todt (Sportvorstand VfL Bochum): Ich bin unheimlich stolz auf die Truppe. Die hat heute eine Top-Leistung abgeliefert in einem total couragierten Auftritt gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner. Wir haben offensiv gespielt und uns Torchancen erarbeitet – hätten sogar vielleicht einen Elfmeter bekommen müssen, der vielleicht das 2:0 bedeutet hätte. Wir haben ab der 70. Minute mit drei gelernten Stürmern gegen Bayern München gespielt und haben immer wieder unsere Nadelstiche setzen können.

Ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft. Jetzt müssen wir mal durchpusten. Die Hinrunde war eine Achterbahnfahrt mit ganz vielen Tiefpunkten, aber auch einigen Höhen und ich glaube, dass wir wieder in der Spur und stabiler sind. Jetzt müssen wir wieder zu Kräften kommen, eine gute Vorbereitung machen und dann die Mannschaft weiterentwickeln, um dann gestärkt aus dieser schwierigen Saison hervorzugehen. Ich habe heute direkt nach dem Spiel zu unserem Trainer Andreas Bergmann gesagt, das Spiel haben wir zwar verloren. Aber wir haben heute ein paar tausend Leute, die wir vielleicht im Laufe der letzten Jahre verloren haben, zurückgewonnen. Das würde mich sehr freuen.

Andreas Luthe (Torwart VfL Bochum): Wir haben ein gutes Spiel gemacht, für das wir uns hinten raus einfach nicht belohnt haben. Aber wir haben auch gesehen, welche weltklasse Spieler die Bayern in ihren Reihen haben, die können dann ein solches Spiel final auch entscheiden. Wir haben im Vergleich zum Bayern-Spiel in Köln versucht, auch nach vorne zu spielen, hatten auch unsere Chancen. Mit ein bisschen Glück machen wir das zweite Tor. So ist es ein bisschen schade, aber ich freue mich auf das kommende Jahr, weil ich sehe, dass wir Fußball spielen können – und das auf einem sehr guten Niveau.

Christoph Kramer (Spieler VfL Bochum): Der Frust ist natürlich groß. Wir bekommen in der 90. Minute das Gegentor und vorher hatte niemand mit uns gerechnet. Wir haben an uns geglaubt. Wir haben allen gezeigt und allen bewiesen, dass wir mithalten können. Als junger Spieler gegen die Bayern spielen zu können, ist ein Erlebnis, denn die gehören zu den top fünf Teams der Welt. Wenn dann noch die harte Arbeit von den Fans honoriert wird, ist das umso schöner. Keiner ist heute eher gegangen. Was wir heute gespielt haben, war richtig gut, richtig leidenschaftlich. Klar ist, dass wir gegen die Bayern nicht das Spiel dominieren können, aber ich denke, eine Verlängerung haben wir uns heute eigentlich verdient. Mir geht diese Niederlage schon sehr nahe, aber so ist Fußball. Die beiden weltklasse Spieler auf den Außen – von denen man einen heute kaum gesehen hat – haben es entschieden. Und ausgerechnet der macht das 2:1. Ich bin trotzdem heute sehr stolz auf meine Leistung und die Leistung der Mannschaft. Außerdem habe ich ein Trikot von Ribery – also, was will ich mehr?

Giovanni Federico (Spieler VfL Bochum): Wir haben das heute über 90 Minuten richtig gut gemacht, wenige Chancen der Bayern zugelassen und deshalb ist es einfach bitter, dass wir in der 90. Minute den Gegentreffer kassieren. Das war bis zum Schluss eine mutige und couragierte Leistung. Wir haben es ganz gut hinbekommen, immer wieder Nadelstiche zu setzen – aber das Bayern einfach weltklasse ist, hat man dann ja gesehen.

Marcel Maltritz (Spieler VfL Bochum): Wir können uns von all dem Lob natürlich nichts kaufen. Wenn man in der 90. Minute durch einen Treffer verliert, ist das natürlich grausam für uns. Für Bayern ist das glücklich, weil das Tor so kurz vor Schluss fällt und wir nicht reagieren können. Wir haben uns heute viel vorgenommen, wollten über 90 Minuten sehr kompakt stehen und das ist und sehr gut gelungen, zumal wir auch die eine oder andere Chance hatten. Wir haben uns richtig gut angestellt und alle im Stadion hatten sich schon auf Verlängerung eingestellt. Aber es zeichnet die Bayern aus, nach einem Fehler direkt zuzuschlagen. Kleinigkeiten machen manchmal den Unterschied aus. Wir sind natürlich enttäuscht, so aus dem Pokal auszuscheiden. Die Mannschaft hat heute alles gegeben und ist unglücklich ausgeschieden. Das hat man auch nach dem Spiel gemerkt, als die Fans uns heute gefeiert haben.

Manuel Neuer (Torwart Bayern München): Wir sind weiterhin hungrig auf Siege und Erfolge. Ich freue mich über den Erfolg der Mannschaft.

Toni Kroos (Spieler Bayern München): Wir haben in der zweiten Halbzeit schon die besseren Chancen gehabt und waren die dominantere Mannschaft.

Philipp Lahm (Kapitän Bayern München): Vom Spielverlauf war das heute nicht gut. Aber das spielt im Endeffekt keine Rolle. In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass es die ganze Mannschaft verhindern wollte, dass wir hier heute ausscheiden. Wir wollten es in 90 Minuten entscheiden – dass es dann kurz vor Schluss ist, ist umso schöner, denn dann kann der Gegner nicht mehr reagieren. In der zweiten Halbzeit hat man den Willen gesehen, in der ersten Hälfte war zu wenig Bewegung in unserem Spiel. Wir sind es zu locker angegangen. Und dann gerät man in Probleme, denn Bochum war immer brandgefährlich, hat gute Konter gesetzt. Es ist schön, dass wir im Pokal weiter sind, in der Champions League weiter sind und in der Bundesliga ganz oben stehen – solche Weihnachten hatten wir schon lange nicht mehr.

Arjen Robben (Spieler Bayern München): Kompliment an den VfL Bochum. Sie haben es uns heute sehr schwer gemacht. Ich habe mich zum Schluss schon darauf eingestellt, hier eine halbe Stunde länger spielen müssen. Zum Glück ist das nicht eingetreten, denn jetzt haben wir Urlaub. Bei dem entscheidenden Tor von mir, bin ich extra im Rückraum stehen geblieben, weil ich wusste, dass Franck Ribery immer diesen Ball spielt. Und dann musste ich ruhig bleiben, bei dieser Chance, denn sonst schießt man den Ball vielleicht aus dem Stadion.

 
 

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