Fans des VfL Bochum distanzieren sich von "HoGeSa"

Bastian Angenendt
Klares Statement der VfL-Fans: "Köln 26.10. - Gegen Stumpfsinn im Namen des Fußballs" hieß es auf einem Banner, das am Sonntag in der Bochumer Fankurve zu sehen war.
Klares Statement der VfL-Fans: "Köln 26.10. - Gegen Stumpfsinn im Namen des Fußballs" hieß es auf einem Banner, das am Sonntag in der Bochumer Fankurve zu sehen war.
Foto: dpa
Neben reichlich Unmut äußerten die Fans des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum am Sonntag beim 0:3 ihres Teams gegen 1860 München auch eine klare Botschaft: Wir distanzieren uns von "HoGeSa" und den Vorfällen in Köln. Ein Teil der blauweißen Anhängerschaft steht allerdings unter Beobachtung.

Bochum. Unmutsäußerungen hatten am Sonntagnachmittag in der Fankurve des VfL Bochum Konjunktur. Nicht sämtliche allerdings lagen in der schlechten Vorstellung des Fußball-Zweitlgisten beim 0:3 gegen 1860 München begründet. Mit Bannern distanzierten sich die VfL-Fans deutlich von den Inhalten der Initiative "HoGeSa" (Hooligans gegen Salafisten), die eine Woche zuvor bei einer Demonstration in Köln Grund für massive Ausschreitungen gewesen war.

"Holligans und Salafisten - Primaten und Faschisten" war zunächst auf einem kleinen Transparent inmitten der Bochumer Osttribüne zu lesen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hieß es auf einem weitaus größeren Banner: "Köln 26.10. - Gegen Stumpfsinn im Namen des Fußballs". Bereits am Freitagabend hatte das Fangremium des VfL, ein Zusammenschluss von Fanclubvertretern, eine Stellungnahme auf der Vereinshomepage veröffentlicht, in der das Gremium "großes Befremden" gegenüber der Demonstration in Köln äußert. "In der Öffentlichkeit darf nicht der Eindruck entstehen, dass alle Fußballfans derartige Verhaltensweisen an den Tag legen, rassistische oder diskriminierende Äußerungen tätigen und dabei Unterstützung von organisierten Fangemeinschaften erhalten", heißt es dort weiter.

Allerdings besitzt das Thema beim VfL Bochum auch deswegen Priorität, da ein Teil der Bochumer Anhängerschaft im Verdacht steht, die "HoGeSa"-Initiative zu unterstützen und in Köln mitdemonstriert zu haben. Dabei steht vor allem die "Brigade Bochum" im Fokus. Der Fanclub war bereits im März ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten, weil ein Club-Mitglied für den Upload eines Internet-Videos verantwortlich gewesen sein soll, in dessen Abspann der in Deutschland indizierte Leitspruch der Waffen-SS in Kombination mit einem Totenkopf zu sehen war. Einen Bericht des Journalisten-Blogs "Ruhrbarone.de", nach dem der "Brigade Bochum" seitens des VfL der Fanclub-Status entzogen worden sein soll, wollte der Verein am Sonntag allerdings nicht bestätigen. Gleichwohl heißt es in der Stellungnahme des Fangremiums im Hinblick auf die Demo in Köln: "Dass organisierte Fans des VfL an der Veranstaltung teilgenommen haben sollen, mit Wissen oder gar Unterstützung ihrer Fanclubs, ist allerdings nicht auszuschließen."

Man werde die Situation weiter beobachten, weitere Informationen bei Staatsschutz und Polizei einholen und gegebenfalls handeln, hieß es von Vereinsseite.