Der VfL Bochum stößt gegen starke Leipziger an seine Grenzen

Janik Haberer konnte die Niederlage des VfL Bochum nicht verhindern.
Janik Haberer konnte die Niederlage des VfL Bochum nicht verhindern.
Foto: Udo Kreikenbohm / FUNKE FotoServices
Es war eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Dennoch hatte der VfL Bochum beim 0:1 gegen Leipzig Mühe, sich vor dem Tor des Gegners durchzusetzen.

Bochum. Einmal musste auch er sich geschlagen geben: Eine Stunde lang hatte sich Andreas Luthe den Angreifern von RB Leipzig immer wieder erfolgreich in den Weg gestellt, und dann senkte sich so ein krummes Ding von Marcel Sabitzer hinter ihm in den Kasten und entschied die Partie. Doch Andreas Luthe ahnte wenig später wohl schon, wie sein Trainer die Partie einordnen würde. Kleinlaut klang der Schlussmann des VfL Bochum jedenfalls nicht, als er nach der 0:1-Niederlage dieses Fazit zog: „Es war ein gutes Spiel zweier Mannschaften, die zu Recht oben stehen.“

Gertjan Verbeek richtete sich in seiner Nachbetrachtung an der Qualität des Gegners aus, dem man ja schließlich Paroli geboten hatte. „Wir versuchen jetzt, das Selbstvertrauen zu behalten“, sagte schließlich Verbeek, der in der Schlussphase der anfangs hochklassigen und immer spannenden Auseinandersetzung alles auf eine Karte gesetzt hatte und auch noch Angreifer Nando Rafael für seinen Kapitän und Abwehrrecken Patrick Fabian auf den Rasen beorderte. Bereits zuvor waren Thomas Eisfeld und Peniel Mlapa gekommen, um für neuen Offensivschwung gegen eine exzellent verteidigende Leipziger Mannschaft zu sorgen. Offensichtlich hatten unter der Woche Ralf Rangnicks Bemühungen, die Defensivarbeit zu intensivieren, gefruchtet. Rangnick waren die beiden Gegentore in Überzahl gegen Nürnberg mächtig aufgestoßen.

Allerdings ist in Spielen wie dem gegen die hochgewetteten Leipziger zu erkennen, dass die Möglichkeiten dieser Bochumer Mannschaft endlich sind. Zweimal kam der VfL in der ersten Halbzeit über rechts aussichtsreich in (Marco Terrazzino) und an (Onur Bulut) den RB-Strafraum, einmal kam Simon Terodde zentral aus 16 Metern zum Abschluss. Das war es aber auch schon. Für mehr Gefahr und ein teilweise irres Tempo sorgten da schon die Leipziger mit ihrem Ein-Kontakt-Spiel über Emil Forsberg, Marcel Sabitzer und Stefan Ilsanker. Forsberg, Davie Selke und Willi Orban fanden jedoch ihren Meister in Andreas Luthe, sonst wäre die Partie bereits vor dem Halbzeitpfiff entschieden gewesen.

VfL holte aus den letzten sechs Spielen bescheidene sechs Punkte

Dass Sabitzer mit einer verunglückten Flanke für die Entscheidung sorgte, war viel beklagtes Pech für die Bochumer, die ansonsten nach dem Seitenwechsel nicht mehr in Gefahr gerieten und vor allem mit Mlapa, wenn er denn über die Mitte kam, für Trubel sorgten. In der Nachspielzeit, als der junge Schiedsrichter Benjamin Brand seinen Platz wegen eines Muskelfaserrisses hatte räumen müssen, bekam Anthony Losilla eine letzte Möglichkeit, doch der Kopfball des Franzosen strich über die Latte.

Jetzt, nach eher bescheidenen sechs Punkten aus den letzten sechs Spielen, ist Beharrlichkeit gefragt, schon am Freitag beim FSV Frankfurt. Dann wird Giliano Wijnaldum links verteidigen, denn Timo Perthel handelte sich gegen RB Leipzig die fünfte Gelbe Karte ein und ist gesperrt.

 
 

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