Der VfL bleibt auf Aufstiegs-Kurs

Michael Eckardt
Kleiner Mann ganz groß: Der Ex-Frankfurter Mimoun Azaouagh feiert seinen tollen Treffer zum wieder einmal entscheidenden 1:0 beim FSV Frankfurt. Foto: Grimm/Getty Images
Kleiner Mann ganz groß: Der Ex-Frankfurter Mimoun Azaouagh feiert seinen tollen Treffer zum wieder einmal entscheidenden 1:0 beim FSV Frankfurt. Foto: Grimm/Getty Images
Foto: Bongarts/Getty Images

Der VfL Bochum lässt nicht locker. Mit dem 1:0-Erfolg beim FSV Frankfurt gelang der Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel im elften Rückrunden-Spiel bereits der achte Sieg. In der Summe macht das nach dem Jahreswechsel 27 von 33 möglichen Punkten. Einmalig, so einmalig wie die anhaltende Serie der knappen Erfolge.

Funkel hatte vor der Abfahrt nach Frankfurt keinen Zweifel daran gelassen, dass er die gegen Cottbus erfolgreiche Mannschaft nicht verändern wolle, es sei denn er werde dazu gezwungen. Mit dem Ausfall von Ümit Korkmaz war er das und entschied sich letztlich für Mahir Saglik als Alternative für den österreichischen Nationalspieler. Zlatko Dedic, der im Hinspiel den Siegtreffer erzielt hatte, und Giovanni Federico, der Top-Joker, blieben ebenso auf der Bank wie Mirkan Aydin, den Funkel als weiteren Trumpf in der Hinterhand behalten wollte. Schließlich hatte die besser besetzte Reservebank dem VfL etliche Erfolge in letzter Sekunde beschert.

Ein Sieg beim FSV war allerdings nötig, wollten die Bochumer den Top zwei der Zweiten Bundesliga, Hertha BSC und Augsburg, auf den Fersen bleiben. Andererseits konnte man mit einem weiteren Erfolg Rang drei absichern und Verfolger Fürth vielleicht schon entscheidend abhängen.

Von der ersten Minute war zu spüren, dass die Mannschaft sich in Frankfurt nicht vom Weg des Erfolges abbringen lassen wollte. Der VfL dominierte die Partie, störte früh und entscheidend und gestattete den Gastgebern in den ersten 45 Minuten lediglich eine halbe Chance, als Sven Müller aus 22 Metern am langen Eck vorbei zielte.

Den Offensivbemühungen fehlte zwar hin und wieder die letzte Konsequenz, aber FSV-Torhüter Patric Klandt bekam nach den Kopfbällen von Christoph Dabrowski und Mahir Saglik, der für den verletzten Ümit Korkmaz begann, doch wesentlich mehr zu tun als sein Gegenüber Andreas Luthe. Hatte es im Hinspiel bei Klandt bereits in der 2. Minute eingeschlagen, so dauerte es diesmal eine Viertelstunde länger, bis der Frankfurter Schlussmann den Ball aus dem Netz holen musste. Mahir Saglik hatte Mimoun Azaouagh am Strafraum angespielt, niemand griff den beim FSV in die Fußballer-Lehre gegangenen Dribbler an, der kurz verzögerte und dann gekonnt den Ball im Winkel versenkte.

Die Bochumer versuchten nachzusetzen, blieben im Abschluss aber drucklos. Kevin Vogt, Chong Tese und Mahir Saglik verfehlten das gegnerische Tor oder stellten Klandt nicht wirklich vor Probleme.

Dass ein 1:0-Vorsprung kein belastbares Fundament ist, zeigte sich nach dem Seitenwechsel. Denn nun stürzte der FSV den VfL von einer Verlegenheit in die andere. Und Bochum hatte Glück dabei. Erst verpasste der eingewechselte Aziz Bouhaddouz um Millimeter eine scharfe Hereingabe, dann scheiterte Sascha Mölders, der sonst so treffsichere Torjäger der Frankfurter, gleich zweimal.

Nach einer turbulenten und glücklichen Viertelstunde bekamen die Bochumer allmählich wieder mehr Ordnung ins Spiel und starteten viel versprechende Konter gegen die nun ganz auf Offensive eingestellten Frankfurter. Doch Tese wurde zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen, und Vogt, exzellent von dem Koreaner frei gespielt, versuchte Klandt per Heber zu überwinden und scheiterte. Auch der Freistoß von Saglik, erzwungen von dem wegen einer Allergie völlig ausgepumpten Azaouagh, brachte nicht das erlösende 2:0. Und als der eingewechselte Aydin und Federico drei Riesenmöglichkeiten nicht nutzen konnten, musste noch einmal gezittert werden. Zumal es gleich vier Bochumer gegen einen Frankfurter plus Torwart nicht schafften, den Ball im Netz unterzubringen: Federico traf den Pfosten, Vogt Keeper Klandt. Dann war Schluss, und der Jubel bei den äußerst stimmgewaltigen VfL-Fans brach sich Bahn.